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Smart #2 zeigt sich erstmals ohne Tarnung – Fortwo-Nachfolger kommt im Oktober

Smart #2

Am 10. August sind in China neue Aufnahmen des Smart #2 aufgetaucht, auf denen der elektrische Zwe Sitzer erstmals nahezu ohne Tarnung zu sehen ist. Damit wird wenige Wochen vor der Weltpremiere deutlich, wie nah der Nachfolger des klassischen Smart Fortwo bereits am Serienauto ist. Technisch setzt Smart auf eine 35,7-kWh-Batterie, knapp 300 km WLTP-Reichweite und weniger als 20 Minuten Ladezeit von 10 auf 80 Prozent. Die europäische Weltpremiere findet am 12. Oktober 2026 auf dem Pariser Autosalon statt. Für Deutschland ist das besonders interessant: Smart kehrt damit genau in jene ultrakompakte Fahrzeugklasse zurück, die die Marke ursprünglich groß gemacht hat.

Smart #2

Die heute aufgetauchten Bilder sind bislang keine offizielle Smart-Veröffentlichung und sollten deshalb als Vorabaufnahmen betrachtet werden. Sie passen jedoch zu den bereits bekannten Prototypen und zum Concept #2, das Smart im April vorgestellt hat. Das Serienmodell soll die klassische Fortwo-Idee neu interpretieren: zwei Sitze, extrem kurze Karosserie und ein konsequent elektrischer Antrieb – diesmal aber mit deutlich mehr Reichweite und Schnellladefähigkeit als frühere elektrische Smart-Generationen.

Smart #2

Der Smart #2 kehrt zu den Wurzeln der Marke zurück

Smart hatte sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Modelle wie #1, #3 und #5 wurden größer, schwerer und stärker und entfernten sich damit weit vom ursprünglichen Fortwo-Konzept. Der #2 dreht diese Entwicklung nun bewusst um. Smart spricht selbst von einer Neuinterpretation des ikonischen Zweisitzers und entwickelt das Auto auf einer eigens konstruierten Electric Compact Architecture, kurz ECA.

Die Karosserie bleibt extrem kompakt. Das Concept #2 misst nur rund 2,79 Meter und besitzt einen Wendekreis von etwa 6,95 Metern. Genau das soll auch beim Serienmodell einer der wichtigsten Vorteile bleiben: Der neue Smart soll nicht versuchen, ein kleiner SUV zu sein, sondern wieder ein echtes Stadtauto.

Smart #2 2026
Aktueller Stand
Karosserie
Zweitüriger Zweisitzer
Länge
ca. 2,79 m
Batterie
35,7 kWh
Reichweite
knapp 300 km WLTP*
DC-Laden 10–80 %
unter 20 Minuten
Plattform
Electric Compact Architecture
Weltpremiere
12. Oktober 2026, Paris
Verkaufsstart
2027 geplant

35,7 kWh Batterie: Smart verzichtet bewusst auf einen großen Akku

Der technisch interessanteste Punkt des #2 ist möglicherweise die Batterie. Mit 35,7 kWh bleibt sie deutlich kleiner als die Akkus aktueller Elektro-Kleinwagen. Trotzdem peilt Smart eine WLTP-Reichweite von knapp 300 km an. Diese Werte hat das Unternehmen inzwischen offiziell als technische Zielgröße der neuen ECA-Plattform bestätigt.

Das Konzept passt zum Einsatzzweck. Ein Stadtauto benötigt keinen 60- oder 80-kWh-Akku, wenn es hauptsächlich kurze Strecken fährt. Eine kleinere Batterie spart Gewicht, Material und Kosten. Gleichzeitig reichen rund 300 km für viele Pendler mehrere Tage ohne Nachladen. Genau darin liegt möglicherweise die wichtigste Stärke des neuen Smart: Er versucht nicht, einen großen Elektrowagen zu verkleinern, sondern entwickelt die Technik von Anfang an für ein ultrakompaktes Auto.

300 km Reichweite sind für einen Zweisitzer überraschend viel

Knapp 300 km WLTP klingen im Vergleich zu großen Langstrecken-Elektroautos unspektakulär. Für ein Fahrzeug mit nur 2,79 Metern Länge ist die Zahl jedoch erheblich interessanter. Der Smart #2 wäre damit nicht mehr nur ein Kurzstreckenauto für Innenstadtfahrten, sondern könnte auch Pendelstrecken und kürzere Autobahnetappen problemlos abdecken.

Die 300 km sind allerdings noch kein final homologierter Wert. Smart weist ausdrücklich darauf hin, dass die technischen Daten noch im Rahmen der EU-Homologation bestätigt werden müssen. Änderungen sind deshalb bis zum Verkaufsstart möglich.

Nutzung
Was rund 300 km WLTP bedeuten könnten
Stadtverkehr
mehrere Tage ohne Nachladen
30 km Pendelstrecke täglich
theoretisch mehrere Arbeitstage
100-km-Ausflug
problemlos ohne Zwischenladen
Autobahn
real deutlich weniger als WLTP

Unter 20 Minuten von 10 auf 80 Prozent

Noch wichtiger als die reine Reichweite ist die Ladezeit. Smart gibt für die ECA-Plattform an, dass der Akku unter geeigneten Bedingungen in weniger als 20 Minuten von 10 auf 80 Prozent geladen werden kann. Bei einer nur 35,7 kWh großen Batterie müssen dabei deutlich weniger Kilowattstunden nachgeladen werden als bei großen Elektroautos.

Für ein Stadtauto ist diese Kombination sinnvoller als eine extrem hohe Spitzenladeleistung. Entscheidend ist nicht, ob der #2 mit 100, 150 oder 200 kW lädt, sondern ob die kleine Batterie innerhalb einer kurzen Pause wieder genügend Energie für weitere 150 bis 200 km aufnehmen kann.

60 kW und 82 PS: genug für die Stadt?

In den heute kursierenden technischen Angaben werden für das Serienmodell rund 60 kW beziehungsweise 82 PS genannt. Smart selbst hat diese Motorleistung bislang jedoch noch nicht endgültig als Serienwert bestätigt. Deshalb sollte sie derzeit als vorläufige beziehungsweise extern gemeldete Angabe behandelt werden.

Für ein Fahrzeug dieser Größe wären 82 PS grundsätzlich vollkommen ausreichend. Der alte Smart Fortwo war nie ein Leistungsauto. Sein Vorteil lag bei geringem Gewicht, kurzen Abmessungen und hoher Wendigkeit. Genau diese Philosophie scheint Smart beim #2 wieder aufzugreifen.

LFP von CATL: günstige Batterie für ein günstigeres Auto

Nach den derzeit kursierenden Informationen soll der 35,7-kWh-Akku auf LFP-Zellchemie von CATL setzen. Auch diese konkrete Lieferantenangabe wurde von Smart noch nicht vollständig als finale Serienspezifikation bestätigt. LFP würde jedoch gut zum Fahrzeug passen: Die Zellchemie ist vergleichsweise kostengünstig, thermisch stabil und für ein Stadtauto mit moderater Reichweite sehr sinnvoll.

Eine hohe Energiedichte ist beim #2 weniger wichtig als bei einem Langstrecken-SUV. Statt möglichst viele Kilowattstunden unterzubringen, zählt eine günstige und langlebige Batterie. Genau deshalb könnte LFP einen wichtigen Beitrag dazu leisten, den Preis des neuen Smart niedrig zu halten.

Unter 22.500 Euro? Der Preis könnte entscheidend werden

Smart-Europe-Chef Wolfgang Ufer hat bereits eine interessante Zielmarke genannt: Der #2 könnte in Europa für weniger als 22.500 Euro starten. Zuvor war sogar ein Preis unter 20.000 Euro als langfristiges Ziel im Gespräch. Eine endgültige deutsche Preisliste gibt es noch nicht.

Genau dieser Preis wird für den Erfolg entscheidend. Oberhalb von 25.000 Euro trifft der #2 auf immer mehr viersitzige Elektroautos. Unterhalb von 22.500 Euro könnte er dagegen eine eigene Nische besetzen: extrem kompakt, aber technisch moderner als klassische Microcars.

Preisposition
Bedeutung
unter 20.000 €
echter Preisangriff
20.000–22.500 €
sehr konkurrenzfähig
22.500–25.000 €
stärkere Konkurrenz durch größere EVs
über 25.000 €
schwerer zu rechtfertigen

Der #2 muss nicht gegen Renault 5 oder VW ID. Polo gewinnen

Ein Vergleich mit normalen Elektro-Kleinwagen wäre nur teilweise sinnvoll. Renault 5, VW ID. Polo oder Citroën ë-C3 bieten vier oder fünf Sitze und deutlich mehr Nutzwert. Der Smart #2 spielt bewusst in einer anderen Kategorie.

Seine Stärke ist die geringe Größe. In Berlin, München, Hamburg oder Köln kann ein 2,79 Meter langer Zweisitzer einen praktischen Vorteil besitzen, den ein vier Meter langer Kleinwagen nicht bieten kann. Parklücken, enge Innenstädte und Kurzstrecken bleiben genau das Umfeld, für das Smart ursprünglich erfunden wurde.

Paris am 12. Oktober wird zum entscheidenden Termin

Die Weltpremiere des Serienmodells findet offiziell am 12. Oktober 2026 auf dem Pariser Autosalon statt. Smart bestätigt dieses Datum inzwischen selbst. Die Verkäufe sollen anschließend 2027 beginnen.

Bis dahin dürften noch mehrere technische Details folgen: endgültige Motorleistung, EU-Verbrauch, homologierte WLTP-Reichweite, exakte DC-Ladeleistung und vor allem der Preis. Die heute aufgetauchten Bilder erhöhen deshalb vor allem die Spannung, weil sie erstmals einen deutlich seriennäheren Eindruck des Fahrzeugs vermitteln.

Warum der #2 für Smart wichtiger ist als #5 oder #6

Strategisch könnte der kleine Zweisitzer sogar wichtiger sein als die größeren Modelle der Marke. Smart ist heute ein Joint Venture von Mercedes-Benz und Geely und verkauft inzwischen deutlich größere Fahrzeuge. Doch die eigentliche Markenidentität entstand mit dem Fortwo.

Der #2 bringt genau dieses Konzept zurück. Mercedes-Benz verantwortet weiterhin das Design, während die technische Entwicklung gemeinsam mit Smart und der chinesischen Entwicklungsorganisation erfolgt. Produziert werden soll das Modell in China und anschließend auch nach Europa exportiert werden.

Deutschland könnte wieder ein idealer Markt werden

Der ursprüngliche Smart Fortwo war besonders in europäischen Großstädten erfolgreich. Deutschland gehört deshalb zu den wichtigsten Märkten für das neue Modell. Gleichzeitig hat sich der Wettbewerb verändert: günstige Elektroautos aus China, neue Renault-Modelle und kommende Kleinwagen des Volkswagen-Konzerns machen das Segment deutlich härter.

Der #2 muss deshalb nicht nur nostalgisch wirken. Er muss im Alltag besser sein als der alte Fortwo: mehr Reichweite, schnellere Ladefähigkeit, bessere Sicherheit und moderne Software. Genau diese Punkte versucht die neue ECA-Plattform zu lösen.

Was bereits offiziell bestätigt ist

  • Zweisitziger elektrischer Nachfolger des Fortwo
  • neue Electric Compact Architecture
  • 35,7-kWh-Batterie als Zielgröße
  • knapp 300 km WLTP als Zielwert
  • 10–80 Prozent in weniger als 20 Minuten
  • rund 2,79 Meter Fahrzeuglänge
  • Mercedes-Benz Design
  • Weltpremiere am 12. Oktober 2026 in Paris

Was noch nicht endgültig bestätigt ist

  • 60 kW beziehungsweise 82 PS Motorleistung
  • CATL als finaler Serien-Batterielieferant
  • exakte WLTP-Reichweite
  • maximale DC-Ladeleistung in kW
  • deutscher Listenpreis
  • genaue Ausstattungsvarianten

EvAutos25-Analyse: Smart macht endlich wieder das Auto, für das die Marke erfunden wurde

Aus unserer Sicht ist der wichtigste Punkt beim #2 nicht die Batterie und auch nicht die Reichweite. Es ist die Rückkehr zur ursprünglichen Idee der Marke. Smart hatte sich mit #1, #3 und #5 stark in Richtung SUV und Crossover entwickelt. Technisch sind diese Fahrzeuge interessant, aber sie könnten auch von vielen anderen Marken stammen.

Ein 2,79 Meter langer elektrischer Zweisitzer ist dagegen etwas anderes. Genau dieses Fahrzeugformat besitzt Smart praktisch als eigene Markenidentität. Wenn der Hersteller rund 300 km Reichweite, weniger als 20 Minuten Ladezeit und einen Preis nahe 20.000 Euro tatsächlich zusammenbringt, entsteht ein Elektroauto, das nicht versucht, mit größeren Fahrzeugen mitzuhalten.

Das könnte langfristig der größte Vorteil sein. Der #2 muss nicht 500 km weit fahren und auch keine 200 PS besitzen. Er muss klein, effizient, günstig und im Stadtverkehr besser sein als alles, was deutlich größer ist.

Fazit

Am 10. August sind in China neue Aufnahmen des Smart #2 aufgetaucht, die den elektrischen Fortwo-Nachfolger erstmals nahezu ohne Tarnung zeigen. Offiziell bestätigt sind inzwischen die wichtigsten Eckpunkte der neuen ECA-Plattform: 35,7 kWh Batterie, knapp 300 km WLTP und weniger als 20 Minuten von 10 auf 80 Prozent. Die Weltpremiere folgt am 12. Oktober 2026 in Paris, der Verkaufsstart ist für 2027 geplant. Der Preis dürfte dabei genauso wichtig werden wie die Technik: Smart peilt einen Bereich unter 22.500 Euro an. Der Smart #2 muss nicht das Elektroauto mit der größten Batterie werden. Wenn er wieder das beste Auto für die kleinste Parklücke wird, könnte genau das reichen.

Jurij Senkewitsch

Fachautor für Elektromobilität bei EvAutos25. Er spezialisiert sich auf Elektroautos, Batterietechnologien und Ladeinfrastruktur sowie auf die Analyse des deutschen und europäischen E-Auto-Marktes.

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