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Škodas größtes Elektroauto steht vor dem Marktstart: 7 Sitze und 642 km ab 49.900 Euro

Peaq

Škoda bereitet den deutschen Marktstart seines bislang größten Elektroautos vor. Der neue Peaq soll Anfang Oktober 2026 zu den ersten Kunden kommen und kombiniert erstmals bei Škoda sieben Sitzplätze, bis zu 642 km WLTP-Reichweite und einen Einstiegspreis von rund 49.900 Euro. Damit öffnet die VW-Tochter ein Segment, das bislang überwiegend von deutlich teureren Elektro-SUVs besetzt war. Für deutsche Familien könnte genau das entscheidend sein: Ein elektrischer Siebensitzer mit mehr als 600 km Reichweite rückt erstmals in die Nähe normaler großer Familien-SUVs.

Der Produktionsanlauf wird im Stammwerk Mladá Boleslav vorbereitet. Škoda hat dort zusätzliche Kapazitäten geschaffen, indem Teile der Octavia-Produktion verlagert wurden. Einen separat bestätigten offiziellen Termin für den Start der Peaq-Serienproduktion hat der Hersteller bislang jedoch nicht veröffentlicht. Sicher ist: Das neue Flaggschiff wurde im Juni vorgestellt und soll im Herbst 2026 zu den Händlern kommen.

49.900 Euro: Škoda setzt den Siebensitzer unter die 50.000-Euro-Marke

Die wichtigste Zahl für deutsche Familien ist nicht die Leistung, sondern der Preis. Škoda gibt an, dass der Peaq in vielen Märkten für weniger als 50.000 Euro starten wird; für Deutschland werden rund 49.900 Euro für den Peaq 60 genannt. Damit positioniert sich das größte Elektroauto der Marke deutlich unter vielen vergleichbaren siebensitzigen Elektro-SUVs.

Das ist strategisch wichtig. Ein großer Elektro-Siebensitzer ist bislang häufig ein Premiumprodukt. Škoda versucht, genau diese Kombination in den klassischen Familienmarkt zu bringen: viel Platz, sieben Sitze und mehr als 600 km Reichweite, ohne einen Einstiegspreis von 70.000 oder 80.000 Euro.

Škoda Peaq 2026
Daten
Grundpreis
ca. 49.900 €
Sitzplätze
bis 7
Länge
4,87 m
Radstand
ca. 2,97 m
Max. WLTP-Reichweite
642 km
Max. Batterie
91 kWh
Max. Ladeleistung
bis 190 kW

Drei Antriebe: 204, 286 oder 299 PS

Škoda bietet den Peaq in drei Leistungsstufen an. Das Basismodell Peaq 60 nutzt einen 150-kW-Motor mit 204 PS und eine 63-kWh-Batterie. Darüber folgt der Peaq 90 mit 210 kW beziehungsweise 286 PS und Heckantrieb. Die stärkste Version heißt Peaq 90x und kombiniert zwei Motoren mit Allradantrieb und 220 kW beziehungsweise 299 PS.

Die beiden 90er-Versionen erhalten eine größere 91-kWh-Batterie. Damit wird der Peaq 90 zum eigentlichen Langstreckenmodell: Bis zu 642 km WLTP sind vorgesehen. Der Allradler verliert durch höhere Leistung und zusätzlichen Antrieb etwas Reichweite und kommt auf bis zu rund 609 km.

Version
Leistung
Batterie
WLTP
Peaq 60
150 kW (204 PS)
63 kWh
bis ca. 456 km
Peaq 90
210 kW (286 PS)
91 kWh
bis 642 km
Peaq 90x
220 kW (299 PS)
91 kWh
bis ca. 609 km

642 km Reichweite: Der Peaq wird zum Langstrecken-Skoda

Die Reichweite ist für ein 4,87 Meter langes Fahrzeug bemerkenswert. Škoda nennt für den Peaq 90 bis zu 642 km WLTP. Der Verbrauch soll je nach Ausführung ungefähr zwischen 14,9 und 18,6 kWh/100 km liegen. Dazu trägt ein cW-Wert von rund 0,249 bei, der für einen großen SUV relativ niedrig ausfällt.

Für deutsche Käufer ist genau diese Kombination interessant. Ein Siebensitzer wird oft als Familienauto genutzt und fährt entsprechend häufiger voll beladen oder auf langen Urlaubsstrecken. Eine hohe Reichweitenreserve ist deshalb praktischer als extreme Beschleunigungswerte.

190 kW Laden: Solide, aber kein 800-Volt-Rekord

Bei der Ladetechnik bleibt Škoda eher konservativ. Der Peaq basiert auf der MEB+-Architektur des Volkswagen-Konzerns und erreicht mit dem großen 91-kWh-Akku bis zu 190 kW DC. Für die kleinere Batterie werden bis zu 160 kW genannt. Die Standardladung von 10 auf 80 Prozent soll bei den großen Versionen in weniger als 30 Minuten möglich sein.

Das ist absolut alltagstauglich, aber nicht Klassenbestwert. Neue 800-Volt-SUVs aus China, Korea und Deutschland schaffen inzwischen deutlich höhere Ladeleistungen. Der Peaq setzt stattdessen auf große Reichweite und eine solide Ladekurve. Für Familien, die ohnehin nach mehreren Stunden eine längere Pause einlegen, kann das ausreichend sein.

Sieben Sitze – und trotzdem bis zu 935 Liter Kofferraum

Der größte Trumpf des Peaq liegt beim Raumangebot. Škoda spricht vom geräumigsten SUV der Marke. In der Fünfsitzer-Konfiguration stehen bis zu 935 Liter Kofferraumvolumen zur Verfügung. Zusätzlich gibt es vorne einen Frunk mit rund 37 Litern Stauraum. Selbst mit sieben Sitzen bleibt noch ein nutzbarer Gepäckraum.

Die dritte Sitzreihe ist nicht nur als Notlösung für Kinder gedacht. Škoda verspricht Platz für bis zu sieben Erwachsene, wobei die zweite Reihe verschiebbar ist. Genau das unterscheidet den Peaq von vielen Elektro-SUVs, die zwar groß aussehen, im Innenraum aber nur fünf vollwertige Sitzplätze bieten.

Der Peaq ist 17 Zentimeter länger als der Kodiaq

Mit 4,87 Metern überragt der Peaq sogar den Kodiaq. Der Radstand liegt bei fast drei Metern. Dadurch nutzt Škoda die Vorteile der reinen Elektroplattform: Motor und Antrieb benötigen weniger Raum als klassische Verbrennertechnik, weshalb ein größerer Teil der Außenlänge für Passagiere und Gepäck genutzt werden kann.

Trotzdem bleibt der Peaq noch unter der Fünf-Meter-Grenze. Für Deutschland ist das relevant, weil Parkhäuser und innerstädtische Stellplätze mit sehr großen SUVs schnell problematisch werden. Der Peaq ist groß, aber nicht im amerikanischen Full-Size-Format.

935 Liter und 37-Liter-Frunk: Praktikabilität wird zum Verkaufsargument

Raumangebot
Škoda Peaq
Sitzplätze
bis 7
Kofferraum als Fünfsitzer
bis 935 l
Frunk
ca. 37 l
Radstand
ca. 2,97 m
Fahrzeuglänge
4,87 m

Damit zeigt sich die typische Škoda-Strategie sehr deutlich. Der Peaq soll kein Lifestyle-SUV sein, bei dem Design zulasten des Innenraums geht. Die Marke versucht, möglichst viel tatsächlichen Nutzwert aus der Fahrzeuggröße herauszuholen.

Relax Package: Škoda will plötzlich auch Luxus

Der Peaq soll allerdings nicht nur praktisch sein. Mit dem optionalen Relax Package rückt das neue Flaggschiff deutlich näher an das Premiumsegment. Die Sitze können Belüftung und Massagefunktionen erhalten, dazu kommen ausziehbare Beinauflagen, Kissen und ein kleiner Tisch in der Mittelkonsole.

Ein neues Sonos-Soundsystem mit 16 Lautsprechern und insgesamt 755 Watt soll das Lounge-Konzept unterstützen. Hinzu kommen ein großes Panoramadach, ein Augmented-Reality-Head-up-Display und neue digitale Funktionen. Damit versucht Škoda, erstmals nicht nur über Platz und Preis, sondern auch über Komfort gegen höher positionierte Marken anzutreten.

Die dritte Sitzreihe kostet extra

Interessant ist allerdings, dass die sieben Sitzplätze nicht zwangsläufig im Basispreis enthalten sind. Für die dritte Sitzreihe werden rund 990 Euro Aufpreis genannt. Das verändert den werbewirksamen Einstiegspreis etwas: Wer den Peaq tatsächlich als Siebensitzer nutzen möchte, landet bereits oberhalb der 50.000-Euro-Marke.

Auch weitere Komfortpakete können den Preis schnell erhöhen. Ein umfangreiches Maxx-Paket liegt beispielsweise bei mehreren tausend Euro. Aus dem 49.900-Euro-Einstiegsmodell kann deshalb mit großer Batterie, sieben Sitzen und Premiumausstattung schnell ein Fahrzeug deutlich oberhalb von 60.000 Euro werden.

49.900 Euro sind also nur der Anfang

Version
Preis ungefähr
Peaq 60 Selection
49.900 €
Peaq 90
57.900 €
Peaq 90x
60.400 €
Sportline-Versionen
ca. 54.800–65.300 €
Dritte Sitzreihe
ca. +990 €

Damit wird auch klar, wo Škodas Preisstrategie liegt. Die 49.900 Euro erzeugen Aufmerksamkeit, aber die für viele Käufer interessanteste Kombination aus 91-kWh-Batterie und 642 km WLTP beginnt deutlich höher.

Peaq gegen Kia EV9: Škodas stärkstes Argument ist der Preis

Der offensichtlichste Konkurrent ist der Kia EV9. Auch der Koreaner bietet sieben Sitze, eine große Batterie und echten Familiennutzen. Der EV9 ist allerdings größer und deutlich stärker auf das obere SUV-Segment ausgerichtet. Genau hier kann Škoda mit einem niedrigeren Einstiegspreis angreifen.

Škoda Peaq
Kia EV9
Sitze
bis 7
6 oder 7
Länge
4,87 m
über 5,0 m
Reichweite
bis 642 km WLTP
versionsabhängig
Ladetechnik
MEB+, bis 190 kW
800 Volt
Stärke
Preis + Raum
Ladeleistung + Größe

Der Kia bleibt technisch beim Schnellladen überlegen. Škoda kontert dafür mit europäischer Konzerntechnik, einem kompakteren Format und einer Preisposition, die näher am klassischen Familienauto liegt.

Deutschland bekommt die ersten Fahrzeuge schon im Oktober

Škoda plant den Marktstart schrittweise. Deutschland gehört zusammen mit Österreich und Slowenien zu den ersten Märkten. Laut Hersteller sollen die ersten Fahrzeuge Anfang Oktober 2026 bei Kunden beziehungsweise im Handel ankommen. Weitere Länder folgen anschließend.

Damit ist der Peaq kein entferntes Zukunftsprojekt mehr. Die Weltpremiere fand bereits am 23. Juni statt, die Bestellphase läuft, und der Hersteller bereitet das Werk Mladá Boleslav auf die Produktion des neuen Flaggschiffs vor.

Warum der Peaq für Škoda wichtiger ist als nur ein weiteres SUV

Škoda besetzt mit dem Peaq zum ersten Mal die Spitze des eigenen Elektroportfolios. Bisher deckten Enyaq und Elroq den Kern des Marktes ab. Der Peaq geht eine Klasse höher und soll Familien ansprechen, die bisher einen Kodiaq oder einen deutlich teureren Elektro-SUV kaufen mussten.

Gleichzeitig verdoppelt Škoda 2026 zusammen mit dem neuen Epiq sein Elektroangebot. Der Epiq greift am unteren Ende an, Peaq am oberen. Damit entsteht eine ungewöhnlich breite Elektrostrategie: vom bezahlbaren City-SUV bis zum 7-Sitzer-Flaggschiff.

Die Vorteile des Škoda Peaq

  • bis zu sieben Sitzplätze
  • bis zu 642 km WLTP
  • 91-kWh-Batterie in den Long-Range-Versionen
  • bis zu 935 Liter Kofferraum als Fünfsitzer
  • 37-Liter-Frunk
  • großes deutsches Händler- und Servicenetz
  • Einstiegspreis knapp unter 50.000 Euro

Die Nachteile des Škoda Peaq

  • 190 kW DC sind kein Klassenrekord
  • 7 Sitze kosten Aufpreis
  • 91-kWh-Version startet deutlich über 49.900 Euro
  • gut ausgestattete Sportline-Modelle überschreiten 60.000 Euro
  • große Außenabmessungen für Stadt und Parkhäuser

EvAutos25-Analyse: 49.900 Euro sind die Schlagzeile – 57.900 Euro die wichtigere Zahl

Der Peaq wird verständlicherweise mit seinem Einstiegspreis von 49.900 Euro beworben. Für uns ist aber eine andere Version interessanter: der Peaq 90 für rund 57.900 Euro. Erst dort bekommt der Käufer die 91-kWh-Batterie und die maximale Reichweite von 642 km.

Genau diese Kombination macht den Peaq zu einem ernsthaften Familien-Langstreckenauto. Ein 63-kWh-Akku und rund 456 km WLTP sind für den Alltag ausreichend, aber bei einem großen SUV mit sieben Sitzen werden viele Käufer regelmäßige Urlaubs- und Autobahnfahrten einplanen. Dafür passt die 90er-Version deutlich besser.

Der entscheidende Punkt ist deshalb nicht, dass Škoda einen 7-Sitzer unter 50.000 Euro anbieten kann. Interessanter ist, dass ein 4,87 Meter langer Elektro-SUV mit rund 640 km Reichweite und sehr großem Innenraum noch unter 60.000 Euro bleibt. Genau dort könnte der Peaq den etablierten großen Elektro-SUVs Marktanteile abnehmen.

Fazit

Der Škoda Peaq wird das größte und geräumigste Elektroauto der Marke. Sieben Sitze, bis zu 642 km WLTP, 91-kWh-Batterie und bis zu 935 Liter Kofferraum machen ihn zu einem echten Familien-Flaggschiff. Der Einstieg soll bei rund 49.900 Euro liegen, während die reichweitenstärkere 90er-Version bei etwa 57.900 Euro startet.

Die Schnellladetechnik ist mit bis zu 190 kW nicht revolutionär, doch Škoda setzt ohnehin auf eine andere Kombination: möglichst viel Platz, hohe Reichweite und ein Preis unterhalb klassischer Premium-SUVs.

Der Peaq muss deshalb nicht der technisch extremste Elektro-SUV werden. Wenn Škoda sieben echte Sitzplätze und mehr als 600 km Reichweite für unter 60.000 Euro liefert, reicht das bereits, um den Markt für große Familien-Stromer deutlich interessanter zu machen.

Jurij Senkewitsch

Fachautor für Elektromobilität bei EvAutos25. Er spezialisiert sich auf Elektroautos, Batterietechnologien und Ladeinfrastruktur sowie auf die Analyse des deutschen und europäischen E-Auto-Marktes.

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