Smart #2 (2027): Nach Paris-Premiere bereits ausverkauft

Auf dem Pariser Autosalon feierte der neue Smart #2 seine Publikumspremiere. Noch bevor die ersten Fahrzeuge im Jahr 2027 an Kunden ausgeliefert werden, ist die auf 999 Exemplare limitierte Couture Edition für Europa bereits vollständig vergriffen. Für Smart ist das ein bemerkenswerter Auftakt zur Rückkehr ins Segment der elektrischen Zweisitzer. Schließlich knüpft der neue Stadtwagen an jenes Fahrzeugkonzept an, mit dem die Marke einst bekannt wurde: kurze Karosserie, zwei Sitzplätze und möglichst wenig Platzbedarf im Stadtverkehr.

Anders als der 2024 eingestellte EQ Fortwo basiert der neue Smart #2 auf einer eigens entwickelten Elektroplattform des Geely-Konzerns. Mit Heckantrieb, einer größeren LFP-Batterie und CCS-Schnellladefunktion soll der Nachfolger nicht nur beim Rangieren überzeugen, sondern auch im täglichen Pendelverkehr mehr Spielraum bieten. Die regulären Ausstattungslinien Pure, Pure+ und Premium sind für 2027 vorgesehen. In Deutschland beginnt das Angebot bei 19.990 Euro, während die bereits vergriffene Couture Edition 25.690 Euro kostete.

Der frühe Erfolg der Sonderauflage ist für Smart ein positives Signal, aber noch kein Beleg für einen breiten Markterfolg. Interessant wird vor allem, ob die neue Generation mit ihren kompakten Abmessungen und moderner Batterietechnik genügend Käufer erreicht, die bewusst auf größere Elektroautos verzichten möchten. Die technischen Unterschiede zum früheren Fortwo und die Positionierung gegenüber Modellen wie dem Fiat 500 Elektro zeigen, welche Rolle der neue Zweisitzer künftig übernehmen könnte.
Couture Edition: Schneller Ausverkauf in Europa
Die auf 999 Exemplare begrenzte Couture Edition war das erste Sondermodell des neuen Smart #2. Nach der Vorstellung auf dem Pariser Autosalon meldete Smart bereits Ende Oktober, dass sämtliche für Europa vorgesehenen Fahrzeuge vergeben seien. Bemerkenswert ist dabei, dass der neue Zweisitzer zu diesem Zeitpunkt nur auf der Messe öffentlich zu sehen war. Die Käufer entschieden sich somit für ein Fahrzeug, das sie noch nicht im regulären Straßenverkehr erleben konnten.
Mit einem Preis von 25.690 Euro positioniert sich die Couture Edition deutlich oberhalb der späteren Basisversion. Der Aufpreis von 5.700 Euro gegenüber dem Pure entfällt vor allem auf die exklusive Gestaltung und die gehobene Ausstattung. Die Sonderedition trägt eine matte Lackierung in Atelier White, kombiniert mit Elementen in Platinum Gold. Dazu kommen besondere Designakzente und eine nummerierte Plakette im Innenraum, die auf die Limitierung verweist.
Technisch bleibt die Couture Edition dem Grundkonzept der Baureihe treu. Ein Elektromotor treibt die Hinterräder an, während die Batterie im Fahrzeugboden untergebracht ist. Eine höhere Motorleistung oder ein größerer Energiespeicher gehören nicht zum Konzept des Sondermodells. Käufer bezahlen damit in erster Linie für Exklusivität und Ausstattung. Ob die regulären Varianten eine ähnlich hohe Nachfrage erreichen, wird sich erst mit dem Marktstart 2027 zeigen.
Karosserie und Wendekreis im Stadtformat
Der neue Smart #2 bleibt dem klassischen Fortwo-Konzept treu, wurde konstruktiv jedoch vollständig neu entwickelt. Grundlage ist die Electric Compact Architecture (ECA), die speziell auf einen kompakten elektrischen Zweisitzer zugeschnitten wurde. Die regulären Versionen messen 2.746 Millimeter in der Länge, während die Couture Edition aufgrund ihrer eigenständigen Karosseriegestaltung auf 2.764 Millimeter kommt. Mit 1.760 Millimetern Breite und 1.555 Millimetern Höhe fällt der Wagen breiter aus als frühere Fortwo-Generationen, bleibt aber erheblich kürzer als konventionelle Kleinwagen.
Seine größte Stärke dürfte weiterhin die Manövrierfähigkeit sein. Smart nennt einen Wendekreis von lediglich 6,95 Metern. Besonders in engen Parkhäusern, schmalen Wohnstraßen und beim Rangieren auf begrenztem Raum bietet ein solcher Wert praktische Vorteile. Möglich wird das kompakte Layout unter anderem durch den Heckantrieb, der an der Vorderachse Platz für große Lenkeinschläge lässt. Auch der kurze Radstand von 1.875 Millimetern unterstützt die Wendigkeit.
Ungewöhnlich für diese Fahrzeugklasse ist die Fünflenker-Hinterachse. Eine solche Konstruktion ermöglicht eine präzisere Radführung und bietet den Entwicklern zusätzliche Möglichkeiten bei der Fahrwerksabstimmung. Ob der Smart #2 damit auf schlechten Straßen komfortabler fährt als sein Vorgänger, muss sich allerdings erst im Fahrbetrieb zeigen. Der Gepäckraum wird mit 305 bis 527 Litern angegeben, abhängig von der zugrunde gelegten Messkonfiguration. Bereits bei der Ankündigung der Smart-#2-Premiere in Paris stand die Rückkehr zum besonders kurzen Stadtwagenformat im Mittelpunkt.
Heckantrieb und LFP-Batterie im Detail
An der Hinterachse arbeitet ein Elektromotor mit 60 kW (82 PS) und einem maximalen Drehmoment von 130 Nm. Damit beschleunigt der Smart #2 nach Herstellerangaben in 11,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 140 km/h. Für einen elektrischen Stadtwagen sind das ausreichende Leistungswerte, auch wenn der neue Zweisitzer auf der Autobahn keine sportlichen Ambitionen verfolgt. Interessanter ist das unmittelbare Ansprechverhalten des Elektroantriebs, das gerade bei niedrigen Geschwindigkeiten Vorteile gegenüber kleinen Verbrennungsmotoren bietet.
Als Energiespeicher dient eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie mit 35,8 kWh Kapazität. Die LFP-Technik kommt ohne Nickel und Kobalt in der Kathode aus und gilt als robuste Lösung für Fahrzeuge, die häufig geladen werden. Gegenüber dem früheren EQ Fortwo steht deutlich mehr Energie zur Verfügung. Smart nennt eine kombinierte WLTP-Reichweite von bis zu 290 Kilometern bei einem Normverbrauch von 13,6 kWh/100 km. Für den typischen Stadtverkehr und tägliche Pendelstrecken dürfte das einen erheblichen Fortschritt darstellen.
Wie weit der neue Smart tatsächlich kommt, hängt allerdings stark vom Fahrprofil ab. Wer überwiegend innerorts unterwegs ist, profitiert von moderaten Geschwindigkeiten und der Energierückgewinnung beim Bremsen. Auf der Autobahn steigt dagegen der Verbrauch mit zunehmender Geschwindigkeit deutlich an. Auch niedrige Temperaturen und die Nutzung der Heizung reduzieren den Aktionsradius. Eine belastbare Praxisreichweite lässt sich deshalb erst anhand unabhängiger Verbrauchsmessungen beurteilen. Weitere Hintergründe zu Batteriekapazität und Zellchemie bietet unser Ratgeber Akkugröße im Elektroauto.
Beim Schnellladen unterstützt der Smart #2 Gleichstrom mit bis zu 65 kW. Damit erhält die neue Generation eine wichtige Funktion, die dem früheren EQ Fortwo fehlte. Für einen kompakten Akku ist weniger die absolute Spitzenleistung entscheidend als die Zeit, die zum Nachladen einer ausreichenden Energiemenge benötigt wird. Smart nennt für den Ladebereich von 10 auf 80 Prozent eine Zeit von rund 20 Minuten. Wie konstant der Akku seine maximale Ladeleistung halten kann und welche Rolle die Batterietemperatur spielt, wird erst eine gemessene Ladekurve zeigen.
Ausstattungslinien und Marktstart der Großserie
Nach dem Ausverkauf der Couture Edition richtet sich der Blick auf die regulären Modelle. Smart bietet den neuen Zweisitzer in den Ausstattungslinien Pure, Pure+ und Premium an. Die ersten Kundenauslieferungen in Europa sind für das zweite Quartal 2027 vorgesehen. Die Preisspanne reicht in Deutschland von 19.990 Euro für die Basisversion bis 24.490 Euro für das Premium-Modell.
- Pure: Einstiegsversion ab 19.990 Euro mit 60-kW-Heckantrieb, LFP-Batterie und CCS-Schnellladefunktion. Beim Wechselstromladen kommt ein einphasiger Bordlader mit bis zu 7,4 kW zum Einsatz.
- Pure+: Ab 20.990 Euro positioniert sich diese Variante zwischen dem Basismodell und der gehobenen Ausstattung. Sie bietet zusätzliche Komfortmerkmale und unterstützt dreiphasiges AC-Laden mit bis zu 11 kW.
- Premium: Für 24.490 Euro erhält der Käufer die umfangreichste reguläre Ausstattung. Auch hier bleiben Motorleistung und Batteriekapazität gegenüber den günstigeren Versionen unverändert.
Die Preisgestaltung zeigt, dass Smart den neuen #2 nicht ausschließlich als besonders günstiges Elektroauto versteht. Bereits die Basisversion konkurriert mit größeren Modellen, die teilweise vier Sitzplätze bieten. Der entscheidende Unterschied liegt deshalb weniger im Preis-Leistungs-Verhältnis pro Fahrzeuggröße als im bewusst kompakten Konzept. Ein Dacia Spring bietet mehr Platz und zusätzliche Sitzplätze, benötigt mit rund 3,70 Metern Länge aber deutlich mehr Parkraum. Auch der Fiat 500e ist wesentlich größer und verfolgt ein anderes Raumkonzept.
Technische Daten im Überblick
Die wichtigsten technischen Angaben des Smart #2 für das Modelljahr 2027 zeigen, wie konsequent der neue Zweisitzer auf den Stadtverkehr ausgelegt ist. Zwischen den Ausstattungslinien unterscheiden sich vor allem Komfortumfang und AC-Ladetechnik, während Antrieb und Batteriekonzept grundsätzlich gleich bleiben.
| Parameter | Smart #2 Couture Edition | Smart #2 Pure (2027) |
|---|---|---|
| Karosserie | Elektrischer Zweisitzer | Elektrischer Zweisitzer |
| Plattform | Electric Compact Architecture | Electric Compact Architecture |
| Länge | 2.764 mm | 2.746 mm |
| Breite | 1.760 mm | 1.760 mm |
| Höhe | 1.555 mm | 1.555 mm |
| Radstand | 1.875 mm | 1.875 mm |
| Wendekreis | 6,95 m | 6,95 m |
| Leergewicht | ca. 1.140 kg | ca. 1.140 kg |
| Antrieb | Heckantrieb | Heckantrieb |
| Leistung | 60 kW (82 PS) | 60 kW (82 PS) |
| Drehmoment | 130 Nm | 130 Nm |
| 0–100 km/h | 11,6 s | 11,6 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 140 km/h | 140 km/h |
| Batterie | 35,8 kWh, LFP | 35,8 kWh, LFP |
| WLTP-Reichweite | bis 290 km | bis 290 km |
| DC-Ladeleistung | bis 65 kW | bis 65 kW |
| AC-Ladeleistung | 11 kW | 7,4 kW |
| Limitierung | 999 Exemplare für Europa | Reguläre Serienproduktion |
| Marktstart | 2027 | Q2 2027 |
| Preis Deutschland | 25.690 € (ausverkauft) | ab 19.990 € |
Marktanalyse: Hoher Bedarf an Kleinstwagen?
Der schnelle Ausverkauf der Couture Edition zeigt, dass das klassische Smart-Konzept weiterhin Käufer anspricht. Allerdings handelt es sich um eine auf 999 Fahrzeuge begrenzte Sonderauflage, deren Exklusivität selbst ein Kaufargument darstellt. Daraus lässt sich noch nicht ableiten, wie groß der tatsächliche Markt für elektrische Zweisitzer in Deutschland und Europa ist. Dafür wird vor allem die Nachfrage nach den regulären Versionen entscheidend sein.
Smart betritt mit dem neuen #2 dennoch eine interessante Marktlücke. Während viele elektrische Kleinwagen inzwischen deutlich über 3,50 Meter lang sind, bleibt der neue Zweisitzer konsequent unter drei Metern. Für Haushalte mit einem größeren Erstwagen, für Pendler in dicht besiedelten Regionen oder als Fahrzeug für kurze innerstädtische Strecken könnte das Konzept attraktiv sein. Gleichzeitig schränken die zwei Sitzplätze und die überschaubare Autobahnreichweite den Einsatzbereich ein.
Aus technischer Sicht ist die neue Generation deutlich vielseitiger als der frühere EQ Fortwo. Die 35,8-kWh-Batterie, die CCS-Schnellladefunktion und der kleine Wendekreis ergeben ein nachvollziehbares Gesamtpaket für den Stadtverkehr. Der Einstiegspreis von 19.990 Euro könnte dabei wichtiger werden als der Erfolg der exklusiven Couture Edition. Ob Smart damit langfristig eine nahezu verschwundene Fahrzeugklasse wiederbeleben kann, hängt nicht zuletzt von der Alltagstauglichkeit, den Betriebskosten und der tatsächlichen Nachfrage ab.




Hinterlassen Sie Feedback dazu