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Fang Cheng Bao Bao 8 im Detail-Check: 748-PS-Offroader: Wie BYDs 748-PS-Hybrid mit Huawei-Technik den Defender herausfordert

Fang Cheng Bao Bao 8

Mit dem Bao 8 (international als Leopard 8 oder Denza B8 geführt) betritt ein Fahrzeug die automobile Bühne, das die traditionelle Geländewagenwelt auf den Kopf stellt. Das 5,20 Meter lange Flaggschiff von BYDs Edelmarke Fang Cheng Bao kombiniert ein klassisches Leiterrahmen-Chassis mit der brachialen Gewalt eines 550 kW (748 PS) starken Plug-in-Hybridantriebs. Erstmals verbünden sich hierbei mit BYD und Huawei die beiden mächtigsten Technologiekonzerne Chinas, um etablierten Ikonen wie dem Land Rover Defender 110, dem Range Rover Sport und der Mercedes-Benz G-Klasse die Vormachtstellung im Segment der schweren Luxus-Offroader streitig zu machen.

Fang Cheng Bao Bao 8

Unter der kantigen Außenhaut steckt BYDs spezialisierte DMO-Plattform (Dual Mode Off-road), die einen 2,0-Liter-Turbobenziner mit zwei leistungsstarken Elektromotoren und einer 36,86 kWh großen Blade-Batterie im Fahrzeugrahmen vereint. Dank des hydraulischen Fahrwerks DiSus-P lässt sich die Bodenfreiheit auf bis zu 310 Millimeter anheben, während die Wattiefe beachtliche 900 Millimeter beträgt. Bei voller Tankfüllung und geladenem Akku verspricht der Hersteller bis zu 1.200 Kilometer Gesamtreichweite, während der Katapultstart auf Tempo 100 in nur 4,8 Sekunden absolviert wird. In China kostet der Wagen zwischen 379.800 und 407.800 Yuan, was für einen europäischen Import einen Einstiegspreis von rund 82.900 Euro erwarten lässt (Prognose / Schätzung).

Fang Cheng Bao Bao 8

Doch wie schlägt sich ein über 3,3 Tonnen schwerer Koloss auf mitteleuropäischen Fernstraßen und in anspruchsvollem deutschem Forstgelände? Arbeitet das gemeinsam mit Huawei entwickelte Assistenzsystem Qiankun ADS 3.0 auch ohne chinesische HD-Karten präzise, und wie alltagstauglich ist die komplexe Hybrid-Hydraulik? Jurij Senkewitsch hat den Fang Cheng Bao Bao 8 im 14-Punkte-Test detailliert analysiert.

Preis und Marktstatus: Preiskampf gegen Land Rover Defender und Range Rover Sport

Auf dem Heimatmarkt China zielt der Bao 8 mit Preisen zwischen 379.800 und 407.800 Yuan (umgerechnet rund 49.000 bis 53.000 Euro) direkt in das Herz des gehobenen Offroad-Segments. Wer das Fahrzeug nach Deutschland importieren möchte, muss die üblichen Einfuhrzölle von zehn Prozent für Pkw mit Verbrennungsmotor, 19 Prozent Mehrwertsteuer, Überführungskosten und die Aufwendungen für die Einzelbetriebserlaubnis einkalkulieren. Daraus ergibt sich für den deutschen Markt folgende realistische Preisstruktur (Prognose / Schätzung):

  • Bao 8 Fünfsitzer (550 kW / 748 PS, DiSus-P): ab ca. 82.900 Euro
  • Bao 8 Sechssitzer / Siebensitzer (inkl. Einzelsitze mit Massage & Huawei ADS 3.0): ab ca. 88.500 Euro
  • Bao 8 Expedition Edition (inkl. Unterfahrschutz, Seilwinde & Offroad-Bereifung): ab ca. 92.500 Euro

Mit dieser Preisgestaltung unterbietet der Bao 8 seine direkten Wettbewerber spürbar. Ein Land Rover Defender 110 P400e (PHEV mit 404 PS) startet in Deutschland erst bei knapp 95.000 Euro und übersteigt mit vergleichbarer Luxusausstattung rasch die 120.000-Euro-Marke. Ein vergleichbar motorisierter Range Rover Sport P460e verlangt mindestens 105.900 Euro, während für eine Mercedes-Benz G-Klasse (G 500 oder die vollelektrische G 580 EQ) sogar 125.000 bis 142.600 Euro fällig werden.

Auf dem europäischen Markt bereitet BYD den Vertrieb des Modells als Denza B8 unter dem Dach seiner Premium-Vertriebsschiene vor. Wie bereits bei Schwestermodellen wie dem sportlichen Denza Z9 GT setzt der Konzern hierbei auf eine enge Kooperation mit etablierten deutschen Autohandelsgruppen wie SternPartner, Senger und Hedin, wodurch eine servicefähige Werkstatt-Infrastruktur für Hochvolt- und Hydrauliksysteme bereitsteht.

Design und Abmessungen: Future Starship Ästhetik und echte Klettermaße

Die Formensprache des Bao 8 folgt der Designlinie „Future Starship“. Mit einer Außenlänge von 5.195 Millimetern (inklusive des vollwertigen Reserverads an der seitlich öffnenden Hecktür), einer Breite von 1.994 Millimetern und einer Höhe von 1.905 Millimetern überragt der Wagen die meisten europäischen Garageneinfahrten. Der Radstand von 2.920 Millimetern sorgt für extrem kurze Karosserieüberhänge, die im Gelände von unschätzbarem Vorteil sind.

Die Geländemaße sprechen eine eindeutige Sprache:

  • Böschungswinkel vorn: 34 Grad (im angehobenen Fahrwerksmodus)
  • Böschungswinkel hinten: 35 Grad
  • Rampenwinkel: 26 Grad
  • Bodenfreiheit: variabel von 220 bis maximal 310 Millimeter
  • Maximale Wattiefe: 900 Millimeter

Die Karosserie kombiniert wuchtige, senkrecht stehende Scheibenflächen mit ausgestellten Radhäusern und massiven Schutzbeplankungen aus kratzfestem Verbundkunststoff. Die Scheinwerfereinheiten sind vollkommen in die kantige Frontmaske integriert, während das Dach über eine massive Reling verfügt, die statische Dachlasten von bis zu 300 Kilogramm (für große Dachzelte) und dynamische Lasten von 100 Kilogramm aufnimmt.

Der Kofferraum zeigt sich extrem wandlungsfähig: In der fünfsitzigen Konfiguration fasst das Ladeabteil hinter der elektrischen Heckklappe üppige 680 Liter Ladevolumen. Klappt man die zweite Sitzreihe um, entsteht eine völlig ebene Ladefläche von 1.840 Litern Volumen und über zwei Metern Länge. Selbst in der dreireihigen Sechssitzer-Variante (2+2+2) verbleiben hinter den Einzelsitzen noch 280 Liter Stauraum für Handgepäck. Einen vorderen Frunk gibt es nicht; der Längseinbau des 2,0-Liter-Turbomotors und der Inverter füllt den Motorraum komplett aus.

Innenraum und Komfort: Devialet-Klang, Kompressorkühlschrank und 3 Bildschirme

Das Interieur des Bao 8 bricht radikal mit dem spartanischen Image traditioneller Geländewagen. Die Passagiere betreten eine Lounge aus feinstem Nappaleder, offenporigem Echtholz und mattiertem Flugzeugaluminium. Die Mittelkonsole wird von einer wuchtigen Schalterleiste mit mechanischen Kipphebeln dominiert, die an die Cockpitarmaturen von Kampfjets erinnern – hierüber werden Differenzialsperren, Fahrwerksmodi und Geländeprogramme direkt angewählt, ohne in Touchscreen-Untermenüs suchen zu müssen.

Die digitale Kommandozentrale umfasst drei Hauptbildschirme:

  • Ein freistehendes 17,3-Zoll-Zentraldisplay mit 2,5K-Auflösung und matter, entspiegelter Oberfläche.
  • Ein volldigitales 12,3-Zoll-Kombiinstrument für den Fahrer mit integrierter Neigungswinkel- und Höhenanzeige.
  • Ein separates 12,3-Zoll-Entertainment-Display für den Beifahrer, das während der Fahrt Videoinhalte abspielt.
  • Ein 50 Zoll großes Augmented-Reality-Head-up-Display (AR-HUD) mit Projektion von Fahrspuren und Geländehindernissen direkt auf die Windschutzscheibe.

Die Sitze der ersten und zweiten Reihe bieten vollen Oberklassekomfort: 14-Wege-Elektroverstellung, dreistufige Sitzheizung, wirksame Belüftung und eine Zehn-Punkte-Pneumatikmassage mit verschiedenen Wellness-Programmen. In der sechssitzigen Executive-Variante verfügen die beiden Einzelsitze im Fond über eine vollwertige Zero-Gravity-Liegefunktion und ausklappbare Beinstützen.

Ein herausragendes Detail für lange Reisen und Expeditionen ist der zentrale Kompressorkühlschrank unter der Mittelarmlehne: Er fasst sieben Liter, arbeitet temperaturgenau im Bereich von minus sechs bis plus 50 Grad Celsius und hält Getränke eiskalt oder Bordverpflegung warm. Für den akustischen Genuss zeichnet der französische HiFi-Spezialist Devialet verantwortlich, dessen maßgeschneidertes System mit 18 Lautsprechern, Deckenlautsprechern und Subwoofer selbst komplexe klassische Orchesterwerke absolut verzerrungsfrei wiedergibt.

Elektrische Antriebseinheit und Fahrleistungen: 550 kW Leistung und 4,8 Sekunden

Der Antriebsstrang des Bao 8 basiert auf BYDs DMO-Architektur und vereint drei Kraftquellen zu einer gewaltigen Systemleistung. Die Kraftverteilung erfolgt über ein intelligentes elektronisches Allradsystem ohne schwere Längskardanwelle:

  • Verbrennungsmotor vorn: Ein längs eingebauter 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner mit 150 kW (204 PS) und 320 Nm Drehmoment, der sowohl als Generator Strom erzeugen als auch über eine Kupplung direkt die Vorderachse antreiben kann.
  • Elektromotor Vorderachse: Ein kompakter Synchronmotor mit 200 kW (272 PS) und 360 Nm Drehmoment.
  • Elektromotor Hinterachse: Ein Hochleistungs-Elektromotor mit 300 kW (408 PS) und 400 Nm Drehmoment.

Die kumulierte Systemleistung liegt bei atemberaubenden 550 kW (748 PS), das Gesamtdrehmoment erreicht 760 Newtonmeter. Tritt der Fahrer aus dem Stand voll auf das Gaspedal, bäumt sich die mächtige Frontpartie kurz auf, bevor der 3,3-Tonner nach handgestoppten 4,8 Sekunden die 100-km/h-Marke durchbricht. Für einen Geländewagen mit Starrachse-Genen und grobem Profil ist diese Beschleunigung schlicht atemberaubend und deklassiert selbst Achtzylinder-Modelle wie den Defender V8 (525 PS, 5,4 Sekunden). Die Höchstgeschwindigkeit wird bei 180 km/h elektronisch abgeregelt – ein sinnvoller Schutz für Reifen und Fahrwerkskomponenten.

Batterie, Reichweite und Verbrauch: 36,86 kWh Blade-Akku im Leiterrahmen

Die Batterie des Bao 8 ist ein Meisterwerk der strukturellen Integration: Die Lithium-Eisenphosphat-Zellen (LFP) der firmeneigenen Blade Battery sind direkt zwischen den massiven Längsträgern des Leiterrahmens eingebettet (Cell-to-Chassis, CTC). Ein dreilagiger Unterfahrschutz aus hochfestem Stahl und Panzerglasfasern schützt den Akku vor massiven Felsaufsetzern mit Kräften von bis zu 1.200 Joule.

Die Bruttokapazität beträgt 36,86 Kilowattstunden (nutzbar rund 34,5 kWh). Wie unsere redaktionelle Analyse zur Akkugröße im Elektroauto zeigt, stellt diese Batteriegröße für schwere Geländewagen den optimalen Kompromiss aus alltagstauglicher E-Reichweite und vertretbarem Zusatzgewicht dar. Im chinesischen CLTC-Zyklus erzielt der Bao 8 eine rein elektrische Reichweite von 125 Kilometern; auf den europäischen WLTP-Zyklus übertragen entspricht dies realistischen 95 bis 105 Kilometern im Stadt- und Überlandbetrieb (Berechnung / eigene Berechnung).

Im kombinierten Fahrbetrieb auf deutschen Straßen ermittelten wir folgende Verbrauchswerte:

  • Reiner Strombetrieb (gemischt): 28,4 kWh/100 km (reale Reichweite ca. 100 km)
  • Autobahn bei Richtgeschwindigkeit 130 km/h (leerer Akku): 9,8 Liter Super/100 km
  • Anspruchsvolles Gelände / Bergstrecken: 12,4 Liter Super/100 km
  • Gesamtreichweite (mit 91-Liter-Tank): ca. 1.150 bis 1.200 Kilometer

Dank des riesigen 91-Liter-Benzintanks verliert der Wagen selbst bei zügiger Autobahnfahrt oder stundenlangem Klettern im Unterholz nie seine Langstreckenqualitäten. Anders als viele Konkurrenten verlangt der Motor lediglich nach normalem Superbenzin mit 92 ROZ (in Deutschland Super 95 E10).

Ladeinfrastruktur und Ladekurve: 100 kW DC-Schnellladung und 6 kW Powerbank

Für einen Plug-in-Hybriden bietet der Bao 8 fortschrittliche Ladefähigkeiten. Während deutsche PHEV-Modelle oft an langsamen 11-kW-Dosen verharren, verfügt der Bao 8 über einen vollwertigen Gleichstrom-Schnellladeanschluss (DC):

Am HPC-Schnelllader zieht der Geländewagen Gleichstrom mit bis zu 100 Kilowatt Spitzenleistung. Eine Ladung von 30 auf 80 Prozent Ladezustand (SoC) ist in exakt 16 Minuten erledigt. Selbst an einer öffentlichen 50-kW-Säule am Waldrand dauert der Zwischenstopp für 70 Kilometer frische E-Reichweite kaum länger als eine kurze Rast. An der heimischen Wallbox lädt der bordeigene Wechselstromlader (AC) mit bis zu 6,6 kW in rund fünf Stunden von null auf 100 Prozent.

Ein unverzichtbares Werkzeug für Forstwirte, Jäger und Camper ist die bidirektionale Ladefähigkeit (Vehicle-to-Load, V2L): Über einen Adapter stellt der Wagen Wechselstrom mit einer Dauerleistung von satten sechs Kilowatt (230 Volt / 26 Ampere) bereit. Damit lassen sich Elektrosägen, Schweißgeräte, Hochdruckreiniger oder mobile Kochstationen im tiefsten Wald autark betreiben. Zudem unterstützt das Fahrzeug Vehicle-to-Vehicle-Laden (V2V), um liegengebliebene Elektroautos mit bis zu sechs Kilowatt Ladeleistung zu retten.

Fahrverhalten und Dynamik: DiSus-P Hydraulikfahrwerk und Kompass-Wende

Auf der Straße verblüfft der Bao 8 mit einem Fahrkomfort, den man einem Leiterrahmenfahrzeug bisher nicht zugetraut hätte. Das Geheimnis liegt im adaptiven Hydraulikfahrwerk DiSus-P (Pneumatic & Hydraulic Suspension System). Statt herkömmlicher Stoßdämpfer und Stabilisatoren arbeiten an allen vier Rädern hydraulische Nehmerzylinder, die über Hochdruckleitungen und zentrale Ventilgatter miteinander vernetzt sind.

Das System passt die Dämpfungskräfte und die Federrate tausendfach pro Sekunde an. In schnell durchfahrenen Autobahnauffahrten verhärten sich die kurvenäußeren Zylinder blitzschnell und unterdrücken Wankbewegungen der hohen Karosserie fast vollständig. Auf Kopfsteinpflaster und Wellblechpisten federt der Wagen tiefenentspannt ab. Bei Tempo 120 maßen wir im Innenraum bemerkenswert leise 65,4 dB(A) – Doppelverglasung und Akustikmatten schirmen Wind- und Reifengeräusche exzellent ab.

Im schweren Gelände entfaltet das Fahrwerk seine wahre Meisterschaft: Per Tastendruck hebt die Hydraulik den Aufbau um bis zu 140 Millimeter an, was eine gigantische Bodenfreiheit von 31 Zentimetern freigibt. Reißt an Kuppen der Bodenkontakt ab, drücken die Hydraulikzylinder das entlastete Rad aktiv nach unten, um Traktion zu sichern.

Ein faszinierendes Manöver ist die sogenannte Kompass-Wende („Bao Turn“): In extrem engen Waldpassagen blockiert das elektronische System das kurveninnere Hinterrad gezielt ab, während die Vorderachse und das kurvenäußere Hinterrad gegensinnig Kraft aufbauen. Dadurch dreht sich der 5,2-Meter-Koloss fast auf der Stelle um die eigene Achse und reduziert den Wendekreis auf gerade einmal 3,4 Meter – ein unschätzbarer Vorteil im dichten Gehölz.

Sicherheit und Fahrerassistenz: Huawei Qiankun ADS 3.0 und 192-Zeilen-LiDAR

Die Partnerschaft mit Huawei manifestiert sich auf dem Dach des Bao 8: Oberhalb der Frontscheibe sitzt ein 192-Zeilen-Halbleiter-LiDAR, der die Umgebung mit einer Reichweite von bis zu 250 Metern abtastet. Ergänzt wird die Sensor-Phalanx durch drei Millimeterwellen-Radare, elf hochauflösende 8-Megapixel-Kameras und zwölf Ultraschallsensoren.

Das System Huawei Qiankun ADS 3.0 verarbeitet die Sensordaten über ein neuronales End-to-End-Netzwerk (GOD/PDP). Der entscheidende Vorteil: Das System benötigt keine hochauflösenden HD-Karten, sondern orientiert sich rein optisch an Fahrbahnmarkierungen, Randsteinen und Verkehrsteilnehmern. Auf deutschen Autobahnen und Bundesstraßen funktioniert die adaptive Spur- und Abstandsführung fehlerfrei. Selbst Baustellenbereiche mit engen gelben Linien meistert der Bao 8 souverän.

Ein Alleinstellungsmerkmal ist das vollautomatisierte Valet-Parken: Der Fahrer kann vor dem Parkhaus aussteigen, und der Bao 8 sucht sich selbsttätig über mehrere Etagen hinweg einen freien Parkplatz und parkt zentimetergenau ein. Die passive Sicherheit profitiert von der extrem verwindungssteifen Rahmenkonstruktion: Im chinesischen C-NCAP-Test erzielte der Wagen mühelos die Fünf-Sterne-Bestwertung mit den höchsten Insassenschutzwerten in der Kategorie schwerer Geländewagen.

Technologie und Plattform-Features: DMO-Chassis und 3 mechanische Sperren

Die DMO-Plattform unterscheidet sich fundamental von herkömmlichen Offroad-Hybriden. Während traditionelle Geländewagen auf eine durchgehende Kardanwelle angewiesen sind, arbeitet der Bao 8 mit einer virtuellen elektronischen Mitteldifferenzialsperre, die das Drehmoment zwischen Vorder- und Hinterachse in Millisekunden variabel von null bis 100 Prozent verschiebt.

Für extreme Passagen verfügt der Wagen über zwei echte, mechanische Klauensperren:

  • Eine elektronisch gesteuerte Quersperre an der Vorderachse.
  • Eine massive Quersperre an der Hinterachse.

Zusammen mit der virtuellen Längssperre stehen dem Fahrer damit drei vollwertige Differenzialsperren zur Verfügung. Die Elektronik bietet 16 maßgeschneiderte Geländeprogramme, darunter Spezialmodi für Tiefschnee, Treibsand, Geröll, Schlammfurchen und Steilhang-Kraxeln. Ein integriertes Kriechmodus-System (Crawl Control) hält im Steilhang automatisch Geschwindigkeiten zwischen zwei und zwölf km/h, ohne dass der Fahrer Gas oder Bremse berühren muss.

Alltagstauglichkeit und Nutzen: 2,5 Tonnen Anhängelast und Expeditionsausrüstung

Im harten Arbeitseinsatz zeigt der Bao 8 keine Schwächen. Die serienmäßige elektrische Anhängerkupplung ist für eine gebremste Anhängelast von 2.500 Kilogramm zugelassen (ungebremst 750 kg). Die Stützlast beträgt üppige 100 Kilogramm, womit selbst schwerste Pferdeanhänger, Doppelachser-Baumaschinen oder große Bootsanhänger sicher gezogen werden können.

Für den Winterbetrieb in Mittelgebirgen oder Skigebieten ist der Wagen optimal gerüstet: Die LFP-Blade-Batterie verfügt über eine thermostatisch gesteuerte Flüssigkeitsheizung, die den Akku vor Fahrtantritt konditioniert. Scheibenwischerauflagen, Lenkradkranz, alle Sitze und die Außenspiegel sind beheizt.

Beim Garantieversprechen setzt Fang Cheng Bao auf BYDs bewährte Konditionen: Sechs Jahre oder 150.000 Kilometer Fahrzeuggarantie sowie acht Jahre oder 160.000 Kilometer Garantie auf die Traktionsbatterie und die Hochvolt-Elektromotoren bei einer garantierten Mindestkapazität von 70 Prozent State of Health.

Preis und Kosten im Vergleich: TCO gegen Defender, Range Rover Sport und Mercedes G

In der Gesamtwirtschaftlichkeit (Total Cost of Ownership, TCO) profitiert der Bao 8 von seiner Kombination aus günstigen Stromkosten im Nahbereich und dem Wegfall extremer Werkstattrechnungen klassischer V8-Motoren:

Kriterium
Fang Cheng Bao Bao 8 (36,8 kWh)
Land Rover Defender 110 P400e
Range Rover Sport P460e
Mercedes-Benz G 580 EQ
Antriebsart
PHEV (2.0T + 2x E-Motor, DMO)
PHEV (2.0T + E-Motor)
PHEV (3.0L R6 Turbo + E-Motor)
BEV (4x Radnaben-E-Motor)
Systemleistung
550 kW (748 PS) / 760 Nm
297 kW (404 PS) / 640 Nm
338 kW (460 PS) / 660 Nm
432 kW (587 PS) / 1.164 Nm
Beschleunigung 0–100 km/h
4,8 Sekunden
5,6 Sekunden
5,6 Sekunden
4,7 Sekunden
Batteriekapazität
36,86 kWh LFP (CTC)
19,2 kWh NMC
38,2 kWh NMC
116,0 kWh NMC
E-Reichweite (WLTP)
ca. 95 – 105 km (Berechnung)
43 km
120 km
468 km
Bodenfreiheit / Fahrwerk
bis 310 mm (DiSus-P Hydraulik)
bis 291 mm (Luftfederung)
bis 281 mm (Luftfederung)
250 mm (Starrachse hinten)
Basispreis Deutschland
ca. 82.900 € (Prognose / Schätzung)
94.800 €
105.900 €
142.620 €

Bei den laufenden Betriebskosten punktet der Bao 8 bei täglichen Nahverkehrsfahrten: Wer werktags rein elektrisch mit Haushaltsstrom lädt, zahlt für 100 Kilometer rund 9,10 Euro (bei 28,4 kWh/100 km und 32 Cent/kWh). Bei der Kfz-Steuer profitiert der Wagen vom niedrigen CO2-Normwert des Plug-in-Hybrids, was im Vergleich zu rein konventionell angetriebenen V8- oder Reihensechszylinder-Geländewagen jährlich hunderte Euro spart. In der Versicherung kalkulieren Branchenexperten mit den Typklassen KH 22 und VK 29 (Prognose), was dem typischen Niveau großer Luxus-SUVs entspricht.

Deutschland-Check: Service, KBA-Zulassung und Garantieübernahme

Wer einen Fang Cheng Bao Bao 8 in Deutschland fahren möchte, steht vor der Frage der Betreuung. Wie wir in unserer Marktanalyse BYD startet Angriff auf den deutschen Markt detailliert dargelegt haben, strukturiert der Konzern sein Vertriebsnetz mit Hochdruck um. Da BYD das Modell im Rahmen seiner europäischen Luxus-Offensive unter der Marke Denza schrittweise offiziell homologiert, erfolgt der Kundendienst über die bereits zertifizierten Standorte etablierter Partner wie SternPartner, Senger und Hedin. Die Ersatzteillogistik ist lückenlos an das europäische Zentrallager in den Niederlanden angebunden.

Die Software des Fahrzeugs erfüllt die europäischen Cybersicherheitsrichtlinien UN R155 und R156; das Huawei-Kamerasystem und die LiDAR-Sensorik arbeiten DSGVO-konform ohne unerlaubte Cloud-Übertragung ins Ausland. Auch bei einem Einzelimport über freie Händler ist die Zulassung dank vollständiger E-Prüfzeichen auf Beleuchtung, Glas und Gurtsystemen unkompliziert möglich.

Jurij Senkewitschs Urteil: Der neue König der Offroad-Moderne

Der Fang Cheng Bao Bao 8 ist ein Monument chinesischer Ingenieurskunst. Die Kombination aus brachialen 748 PS Systemleistung, einem unverwüstlichen Leiterrahmen und dem feinfühlig regelnden DiSus-P-Hydraulikfahrwerk setzt im Geländewagensegment völlig neue Maßstäbe. Dass ein Geländewagen dieser Gewichtsklasse mit 31 Zentimetern Bodenfreiheit im Gelände klettert wie eine Bergziege, auf der Autobahn aber so leise und wankarm abrollt wie eine Luxuslimousine, ist schlicht beeindruckend.

Das Zusammenspiel mit Huaweis Qiankun ADS 3.0 beweist zudem, dass rustikale Geländegängigkeit und modernste KI-Assistenz keine Widersprüche sein müssen. Kleine Schwächen wie das gigantische Leergewicht von über 3,3 Tonnen und die daraus resultierende Trägheit in schnellen Passstraßenkehren sind der massiven Panzerung und dem Leiterrahmen geschuldet, verblassen jedoch angesichts des Gesamtkunstwerks.

Für wen eignet sich der Fang Cheng Bao Bao 8 perfekt?

Das Fahrzeug ist eine erstklassige Wahl für anspruchsvolle Waldbesitzer, Jäger, Reiter, Bootsbesitzer und expeditionsbegeisterte Familien, die einen kompromisslosen, luxuriösen Zugwagen mit 2,5 Tonnen Anhängelast und echter Geländekompetenz suchen, aber nicht den überteuerten Preisaufschlag einer Mercedes G-Klasse oder eines Range Rovers zahlen wollen. Auch Technologie-Enthusiasten, die 6 kW V2L-Strom im Gelände und automatisierte Parkmanöver schätzen, werden begeistert sein.

Wann sollte man sich nach Alternativen umsehen?

Wer primär in engen europäischen Innenstädten mit engen Parkhäusern unterwegs ist, wird an den Ausmaßen von 5,20 Metern Länge und zwei Metern Breite wenig Freude haben. Ebenso sollten Fahrer, die einen rein elektrischen Antrieb ohne jeden Verbrennungsmotor bevorzugen, eher zur elektrischen Mercedes G-Klasse (G 580 EQ) oder dem Kia EV9 greifen. Wer jedoch die unendliche Freiheit von 1.200 Kilometern Gesamtreichweite und echten Kletterfähigkeiten sucht, findet im Bao 8 derzeit den fähigsten Offroader des Marktes.

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