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Zeekr 9X vs. Porsche Cayenne: 897 PS für 119.000 € – wo ist der Haken?

Zeekr 9X vs. Porsche Cayenne

Im August 2026 wird der Zeekr 9X auch für deutsche Käufer plötzlich konkret: Erste Händler- und Importangebote liegen bei rund 119.000 Euro. Dafür gibt es einen 5,24 Meter langen Luxus-SUV mit 897 PS, 900-Volt-Technik und sechs Sitzen. Der neue Porsche Cayenne Electric startet offiziell bei 105.200 Euro, leistet dort aber 442 PS. Für nur rund 13.800 Euro mehr bietet der Zeekr auf dem Papier also mehr als doppelt so viel Leistung. Doch genau hier beginnt der interessante Teil des Vergleichs: Ist der 9X tatsächlich der Porsche-Schreck für 119.000 Euro – oder steckt hinter den spektakulären Zahlen ein entscheidender Haken?

Zeekr 9X vs. Porsche Cayenne

Der Vergleich ist für Deutschland spannender geworden, weil es nicht mehr nur um chinesische Yuan-Preise geht. Der Zeekr 9X wird inzwischen für Europa positioniert, während erste Fahrzeuge über Händler und Importeure auf dem deutschen Markt auftauchen. Einen offiziellen deutschen Listenpreis hat Zeekr für den 9X allerdings noch nicht genannt. Die rund 119.000 Euro sind deshalb kein bestätigter deutscher Basispreis des Herstellers, sondern ein aktueller Orientierungspunkt aus dem Handel.

Weitere technische Daten zum chinesischen Luxus-SUV finden sich in unserem ausführlichen Zeekr 9X Test.

119.000 gegen 105.200 Euro: Plötzlich wird der Vergleich interessant

Der neue Porsche Cayenne Electric kostet in Deutschland offiziell mindestens 105.200 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Dafür liefert Porsche 325 kW beziehungsweise 442 PS Overboost-Leistung, Allradantrieb und bis zu 643 km WLTP-Reichweite.

Der Zeekr 9X Ultra spielt bei der Leistung in einer vollkommen anderen Liga. Seine Systemleistung beträgt 660 kW beziehungsweise 897 PS.

Zeekr 9X Ultra
Porsche Cayenne Electric
Preis Deutschland
ca. 119.000 €*
ab 105.200 €
Leistung
660 kW / 897 PS
325 kW / 442 PS
0–100 km/h
4,1 s
4,8 s
Antrieb
Super Hybrid / EREV-PHEV
BEV
Hochvoltsystem
900 V
800-V-Klasse
Sitzplätze
6
5

*Aktuelles Händler-/Importangebot zur Marktbeobachtung, keine bestätigte offizielle Zeekr-UVP für Deutschland.

Damit beträgt der Abstand zum Basis-Cayenne Electric nur rund 13.800 Euro.

Und genau diese Zahl macht den Vergleich für Porsche unangenehm.

Fast doppelte Leistung für nur rund 13.800 Euro mehr

Wer ausschließlich die Leistung betrachtet, könnte schnell zu einem eindeutigen Ergebnis kommen.

Der Porsche liefert 442 PS, der Zeekr 897 PS. Gleichzeitig liegt der beobachtete deutsche Angebotspreis des Zeekr nur etwa 13 Prozent über dem offiziellen Einstiegspreis des Porsche.

Doch PS pro Euro sind bei einem Luxus-SUV nur ein Teil der Wahrheit.

Der erste große Haken: Zeekr und Porsche verwenden völlig unterschiedliche Antriebskonzepte.

Der wichtigste Unterschied: Der Zeekr 9X ist kein reines Elektroauto

Der Cayenne Electric ist ein batterieelektrisches Fahrzeug. Der Zeekr 9X Ultra kombiniert dagegen zwei elektrische Antriebsmotoren mit einem 2,0-Liter-Turbobenziner.

Zeekr bezeichnet das System als Super Hybrid. Der Verbrennungsmotor übernimmt vor allem die Rolle eines Generators beziehungsweise Range Extenders.

Im Alltag kann der 9X große Strecken elektrisch zurücklegen. Ist die Batterie weitgehend entladen, bleibt jedoch ein Verbrennungsmotor an Bord, der zusätzliche Energie bereitstellt.

Das bringt Vorteile bei der Langstreckenflexibilität, bedeutet aber gleichzeitig:

  • Verbrennungsmotor
  • Kraftstoffsystem
  • Abgasanlage
  • Elektromotoren
  • große Hochvoltbatterie
  • komplexes Thermomanagement

arbeiten in einem einzigen Fahrzeug zusammen.

Der Porsche ist technisch ebenfalls extrem komplex, verzichtet aber vollständig auf einen Verbrennungsmotor.

55-kWh-Batterie: Der Zeekr ist trotzdem weit mehr als ein normaler PHEV

Den 9X einfach als klassischen Plug-in-Hybrid abzutun, wäre allerdings ebenfalls falsch.

Die europäische Version besitzt eine Batterie mit rund 55 kWh. Das ist mehr Batteriekapazität als manche günstigen reinen Elektroautos besitzen.

Für Europa werden mehr als 200 km elektrische Reichweite angegeben. Damit kann ein deutscher Pendler einen erheblichen Teil seiner normalen Fahrten ohne laufenden Benzinmotor erledigen.

Erst auf längeren Strecken spielt der Range Extender seine eigentliche Stärke aus.

900 Volt: Ausgerechnet der Hybrid lädt extrem schnell

Noch ungewöhnlicher ist die elektrische Architektur.

Zeekr setzt beim 9X auf ein 900-Volt-System. Damit soll die große Hybridbatterie an geeigneten Schnellladesäulen extrem schnell geladen werden können.

Das unterscheidet den 9X grundlegend von klassischen Plug-in-Hybriden, bei denen Schnellladen häufig eine untergeordnete Rolle spielt.

Zeekr versucht praktisch, zwei Konzepte zu kombinieren:

Elektroauto im Alltag – Range Extender auf der Langstrecke.

Porsche Cayenne S Electric ist eigentlich der interessantere Gegner

Beim Preis liegt der normale Cayenne Electric am nächsten am Zeekr-Angebot. Bei der Leistung ist jedoch der neue Cayenne S Electric der interessantere Vergleich.

Porsche verlangt dafür in Deutschland mindestens 126.400 Euro.

Zeekr 9X Ultra
Porsche Cayenne S Electric
Preis
ca. 119.000 €*
126.400 €
Leistung
897 PS
666 PS
0–100 km/h
4,1 s
3,8 s
Reichweite rein elektrisch
über 200 km
bis 653 km WLTP
Antrieb
Super Hybrid
BEV

*Händler-/Importangebot, keine offizielle Zeekr-UVP.

Hier wird die Sache noch interessanter.

Der Porsche kostet offiziell rund 7.400 Euro mehr, hat 231 PS weniger – beschleunigt aber trotzdem schneller auf 100 km/h.

897 PS bedeuten nicht automatisch bessere Performance

Genau das zeigt, warum eine reine PS-Tabelle bei modernen Elektro- und Hybridautos wenig aussagt.

Der Zeekr wiegt ungefähr drei Tonnen. Seine enorme Leistung muss also eine gewaltige Masse beschleunigen.

Der Cayenne S Electric kommt trotz niedrigerer Spitzenleistung in 3,8 Sekunden auf 100 km/h, während Zeekr etwa 4,1 Sekunden nennt.

Porsche zeigt damit sehr deutlich, dass Performance nicht nur aus Motorleistung besteht.

Gewicht, Traktion, Fahrwerk, Leistungsentfaltung, Reifen und elektronische Regelung entscheiden darüber, was tatsächlich auf der Straße ankommt.

Und dann gibt es noch den Cayenne Turbo Electric

Wer wirklich nach maximaler Leistung sucht, hat bei Porsche noch eine deutlich extremere Alternative.

Der Cayenne Turbo Electric leistet mit Launch Control bis zu 850 kW beziehungsweise 1.156 PS.

Von 0 auf 100 km/h vergehen nur 2,5 Sekunden.

Der Preis steigt allerdings auf mindestens 165.500 Euro.

Porsche Cayenne Electric
Leistung
0–100 km/h
Preis
Cayenne Electric
442 PS
4,8 s
105.200 €
Cayenne S Electric
666 PS
3,8 s
126.400 €
Cayenne Turbo Electric
1.156 PS
2,5 s
165.500 €

Damit kann Zeekr Porsche bei der maximalen Leistung nicht schlagen. Beim Verhältnis aus Ausstattung, Leistung und beobachtetem Marktpreis sieht die Rechnung jedoch deutlich besser für den Chinesen aus.

5,24 Meter: Der Zeekr ist sogar größer als der Cayenne

Auch bei der Größe spart Zeekr nicht.

Der 9X misst rund 5,24 Meter in der Länge und mehr als zwei Meter in der Breite. Der Radstand liegt bei rund 3,17 Metern.

Zeekr 9X
Daten
Länge
5.239 mm
Breite
über 2.000 mm
Radstand
ca. 3.169 mm
Sitzplätze
6
Gewicht
rund 3 Tonnen

Das schafft enorm viel Innenraum, bringt in Deutschland aber einen praktischen Nachteil mit sich.

Ein über fünf Meter langer und zwei Meter breiter SUV ist in älteren Parkhäusern, Innenstädten und schmalen Stellplätzen alles andere als handlich.

Der Zeekr bietet Luxus wie in einer Business-Class-Lounge

Beim Innenraum verfolgt Zeekr eine andere Philosophie als Porsche.

Der 9X besitzt sechs Sitze in drei Reihen. Besonders die beiden Einzelsitze der zweiten Reihe sollen eher an eine Business-Class-Lounge als an einen klassischen SUV erinnern.

Je nach Ausstattung gehören dazu:

  • Nappaleder
  • elektrisch verstellbare Komfortsitze
  • Massagefunktionen
  • Sitzbelüftung und Heizung
  • integrierte Kühl-/Warmhaltebox
  • großes Fond-Entertainment
  • AR-Head-up-Display
  • Naim-Audiosystem mit 32 Lautsprechern

Gerade bei sichtbarer Ausstattung liefert der Zeekr also extrem viel.

119.000 Euro wirken deshalb plötzlich anders

Ein sechsstelliger Preis klingt zunächst nicht nach einem günstigen chinesischen Auto.

Doch im Luxussegment muss der Preis relativ zur Konkurrenz betrachtet werden.

Für ungefähr 119.000 Euro steht beim Zeekr ein fast 900 PS starker Sechssitzer mit Luftfederung, riesiger Batterie für einen PHEV, 900-Volt-Technik und umfangreicher Luxusausstattung im Raum.

Bei Porsche liegt man mit 119.000 Euro dagegen noch relativ nah am Basis-Cayenne Electric.

Genau deshalb ist der 9X trotz seines sechsstelligen Preises aggressiv positioniert.

Doch 119.000 Euro sind noch keine offizielle deutsche Zeekr-UVP

Das ist der wichtigste Punkt des gesamten Preisvergleichs.

Die aktuell beobachteten rund 119.000 Euro stammen aus Händler- beziehungsweise Importangeboten.

Zeekr selbst hat den endgültigen deutschen Listenpreis für den 9X noch nicht veröffentlicht.

Aktuelle deutsche Informationen zum europäischen Marktstart sprechen weiterhin davon, dass Interessenten das Fahrzeug konfigurieren beziehungsweise ihr Kaufinteresse hinterlegen können, während der offizielle Preis später genannt werden soll.

Deshalb wäre die Aussage:

„Der Zeekr 9X kostet in Deutschland 119.000 Euro“

zu pauschal.

Korrekt ist:

„Erste Händler- und Importangebote für den Zeekr 9X liegen in Deutschland bei rund 119.000 Euro.“

Der nächste Haken: Importauto und offizieller Deutschland-Vertrieb sind nicht dasselbe

Bei einem Fahrzeug dieser Preisklasse ist entscheidend, auf welchem Weg es verkauft wird.

Ein Importfahrzeug kann sich bei Garantiebedingungen, Software, Navigation, Online-Diensten, Fahrzeugkonfiguration oder späterer Ersatzteilversorgung von einem offiziell für Deutschland ausgelieferten Modell unterscheiden.

Vor dem Kauf eines 9X aus einem frühen Händlerangebot sollten Interessenten deshalb unter anderem prüfen:

  • handelt es sich um eine EU-Version?
  • wer übernimmt die Fahrzeuggarantie?
  • welche Zeekr-Servicepartner akzeptieren das Fahrzeug?
  • ist die Software vollständig für Europa freigeschaltet?
  • welche Lade- und Navigationsfunktionen funktionieren in Deutschland?
  • liegt eine vollständige EU-Homologation vor?

Bei einem Auto für 119.000 Euro sind diese Fragen wichtiger als bei einem günstigen Privatimport.

Porsche besitzt hier seinen vielleicht größten Vorteil

Wer einen Cayenne Electric bestellt, kennt die Rahmenbedingungen.

Porsche verfügt über ein etabliertes deutsches Händlernetz, Servicezentren, Ersatzteilversorgung, Finanzierung, Leasing und einen großen Gebrauchtwagenmarkt.

Beim Zeekr 9X muss sich ein Teil dieser Infrastruktur erst entwickeln.

Das ist kein technischer Nachteil des Fahrzeugs selbst, aber ein wirtschaftlicher Faktor für den Käufer.

Was passiert mit dem Restwert eines 119.000-Euro-Zeekr?

Das dürfte eine der interessantesten Fragen überhaupt werden.

Bei Porsche gibt es jahrzehntelange Erfahrungswerte zu Restwerten und Gebrauchtwagen.

Beim 9X fehlen diese Daten in Deutschland praktisch vollständig.

Niemand kann heute seriös sagen, welchen Marktwert ein Zeekr 9X nach drei oder fünf Jahren besitzen wird.

Für einen Barkäufer ist das ein Risiko. Für Leasinganbieter wiederum erschwert es die Kalkulation.

Ein vermeintlicher Preisvorteil beim Neuwagen kann sich verkleinern, wenn das Fahrzeug später deutlich stärker an Wert verliert.

Auch die Antriebskomplexität darf man nicht ignorieren

Der Zeekr kombiniert eine ungewöhnlich große Hochvoltbatterie, zwei Elektromotoren, Leistungselektronik und einen 2,0-Liter-Turbobenziner.

Das ist technisch faszinierend, aber komplex.

Der Porsche besitzt ebenfalls ein hochentwickeltes Hochvoltsystem, verzichtet jedoch auf den kompletten zusätzlichen Verbrennerstrang.

Wie zuverlässig die komplexe Super-Hybrid-Technik des Zeekr über 150.000 oder 200.000 Kilometer arbeitet, lässt sich auf dem jungen europäischen Markt noch nicht beurteilen.

Auf der Langstrecke hat das Zeekr-Konzept trotzdem einen Vorteil

Die zusätzliche Technik existiert nicht ohne Grund.

Der Fahrer kann einen großen Teil seines Alltags elektrisch zurücklegen und auf langen Reisen trotzdem auf den Range Extender zurückgreifen.

Damit entfällt ein Teil der Abhängigkeit von Schnellladesäulen.

Für Fahrer, die regelmäßig sehr lange Strecken durch Europa zurücklegen, kann das attraktiv sein.

Der Cayenne Electric muss dagegen geladen werden – kann dafür aber je nach Version mehr als 600 km WLTP vollständig elektrisch fahren.

Beim Laden ist Porsche ebenfalls extrem schnell

Der Cayenne Electric ist keineswegs ein langsamer Luxus-Stromer.

Porsche nennt für den Cayenne S Electric nur rund 16 Minuten von 10 auf 80 Prozent unter optimalen Bedingungen.

Damit verbindet der Cayenne hohe Reichweite mit sehr kurzen Ladestopps.

Für Deutschland relativiert das den Vorteil eines Range Extenders zusätzlich, weil das HPC-Netz entlang der Autobahnen inzwischen dicht ausgebaut ist.

Wo liegt also wirklich der Haken beim Zeekr?

Interessanterweise gibt es nicht den einen versteckten technischen Fehler, der den niedrigen Preis erklärt.

Der „Haken“ besteht vielmehr aus mehreren Punkten:

Punkt
Zeekr 9X
119.000 €
Händler-/Importangebot, keine offizielle deutsche UVP
897 PS
enorme Leistung, aber rund 3 Tonnen Gewicht
Antrieb
kein reines Elektroauto
Technik
komplexes Hybrid-/EREV-System
Restwert
in Deutschland noch kaum kalkulierbar
Service
Netz noch deutlich jünger als bei Porsche
Fahrzeuggröße
5,24 Meter können im deutschen Alltag unpraktisch sein

Was für den Zeekr 9X spricht

  • 897 PS Systemleistung
  • erste deutsche Angebote um 119.000 Euro
  • 900-Volt-Technik
  • große 55-kWh-Klasse-Batterie
  • hohe elektrische Reichweite für einen PHEV
  • Range Extender für Langstrecken
  • sechs vollwertige Sitzplätze
  • extrem umfangreiche Komfortausstattung
  • Luftfederung
  • 32-Lautsprecher-Naim-System

Was für den Porsche Cayenne Electric spricht

  • reines Elektroauto
  • ab 105.200 Euro offiziell in Deutschland
  • bis zu 653 km WLTP beim Cayenne S Electric
  • nur 16 Minuten DC-Ladezeit beim S
  • bis zu 1.156 PS im Turbo Electric
  • 2,5 Sekunden auf 100 km/h beim Turbo
  • etabliertes Händler- und Servicenetz
  • bekannterer Restwert
  • Porsche-Fahrwerksabstimmung
  • starke Markenposition im deutschen Premiumsegment

Nachteile des Zeekr 9X

  • 119.000 Euro noch keine offizielle deutsche UVP
  • kein reines Elektroauto
  • fast drei Tonnen Gewicht
  • sehr große Außenabmessungen
  • langfristiger Restwert unbekannt
  • komplexe Hybridtechnik
  • deutsches Servicenetz noch im Aufbau

Nachteile des Porsche Cayenne Electric

  • bereits als Basis über 105.000 Euro
  • 442 PS deutlich unter dem Zeekr
  • S Electric kostet bereits 126.400 Euro
  • Turbo Electric kostet 165.500 Euro
  • viele Optionen können den Preis erheblich erhöhen
  • keine Reichweitenreserve durch einen Verbrennungsmotor

EvAutos25-Einschätzung: 119.000 Euro sind für Porsche gefährlicher als 56.000 Euro in China

Auf den ersten Blick klingt diese Aussage widersprüchlich. Ein chinesischer Preis von umgerechnet rund 56.000 Euro ist schließlich viel spektakulärer.

Für einen deutschen Käufer ist er aber weitgehend theoretisch.

Ein tatsächliches Fahrzeugangebot für ungefähr 119.000 Euro in Deutschland ist dagegen greifbar. Und genau deshalb wird der Vergleich jetzt interessant.

Der Zeekr steht damit nicht mehr als exotischer China-SUV irgendwo auf der anderen Seite der Welt. Er bewegt sich preislich direkt in dem Bereich, in dem deutsche Kunden einen Porsche Cayenne Electric konfigurieren.

Beim Basis-Cayenne beträgt der Unterschied nur rund 13.800 Euro. Gegenüber dem mit 666 PS deutlich besser vergleichbaren Cayenne S Electric ist der Zeekr nach aktuellem Händlerangebot sogar rund 7.400 Euro günstiger.

Gleichzeitig liefert er 897 PS, sechs Sitze, eine extrem umfangreiche Komfortausstattung und eine elektrische Architektur, die für einen Plug-in-Hybrid ungewöhnlich ambitioniert ist.

Das bedeutet allerdings nicht, dass der Zeekr automatisch das bessere Auto ist.

Porsche bietet mehr rein elektrische Reichweite, ein etabliertes Servicenetz, einen berechenbareren Wiederverkaufsmarkt und vor allem eine Fahrdynamik, die sich nicht anhand von Displaygröße oder PS-Zahl beurteilen lässt.

Hinzu kommt die zentrale Unsicherheit: 119.000 Euro sind aktuell ein Händlerpreis und keine bestätigte deutsche Zeekr-UVP.

Genau deshalb würden wir momentan nicht sagen: „Der Zeekr 9X kostet in Deutschland 119.000 Euro.“

Die interessantere Aussage lautet:

Erste Zeekr 9X werden in Deutschland bereits um 119.000 Euro angeboten – und wenn sich der offizielle Preis später in einer ähnlichen Region einpendelt, bekommt Porsche einen ernstzunehmenden neuen Konkurrenten.

Fazit

Der Vergleich zwischen Zeekr 9X und Porsche Cayenne Electric ist 2026 deutlich realistischer geworden. Erste deutsche Händler- und Importangebote bringen den 897 PS starken Zeekr in die Region von rund 119.000 Euro.

Der Porsche Cayenne Electric startet offiziell bei 105.200 Euro, bietet 442 PS und bis zu 643 km WLTP. Der interessantere Cayenne S Electric kostet bereits 126.400 Euro, leistet 666 PS und erreicht bis zu 653 km WLTP.

Der Zeekr bietet damit auf dem Papier außergewöhnlich viel Auto fürs Geld. Aber er ist kein reines Elektroauto, wiegt rund drei Tonnen und kombiniert Batterie, zwei E-Motoren und einen 2,0-Liter-Turbobenziner. Hinzu kommen offene Fragen zu Restwert, Service und langfristiger Zuverlässigkeit in Europa.

Und vor allem gilt: Der Preis von rund 119.000 Euro ist derzeit ein Marktangebot und noch keine offizielle deutsche Hersteller-UVP.

Trotzdem könnte genau diese Preisregion für Porsche unangenehm werden. Denn der Zeekr 9X muss nicht besser fahren als ein Cayenne. Wenn deutsche Käufer für ungefähr 120.000 Euro 897 PS, sechs Sitze, 900-Volt-Technik und Oberklasse-Luxus bekommen, reicht schon die Frage „Warum kostet der Porsche mehr?“ aus, um die etablierte Premiumordnung unter Druck zu setzen.

Jurij Senkewitsch

Fachautor für Elektromobilität bei EvAutos25. Er spezialisiert sich auf Elektroautos, Batterietechnologien und Ladeinfrastruktur sowie auf die Analyse des deutschen und europäischen E-Auto-Marktes.

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