Zeekr 8X: 45.000 € in China – was kostet der 1.400-PS-SUV in Deutschland?

Zeekr bringt mit dem neuen 8X einen Luxus-SUV auf den Markt, dessen technische Daten selbst deutsche Performance-Modelle alt aussehen lassen: bis zu 1.030 kW (1.400 PS), 2,96 Sekunden von 0 auf 100 km/h, 900-Volt-Technik und eine 70-kWh-Batterie, die von 20 auf 80 Prozent in nur neun Minuten geladen werden soll. In China startet der 8X bei 356.800 Yuan – grob umgerechnet rund 45.000 Euro. Doch was würde ein Zeekr 8X tatsächlich in Deutschland kosten? Genau hier wird aus dem chinesischen Preisbrecher eine besonders interessante Rechnung.
Die Frage ist inzwischen mehr als theoretisch. Zeekr verkauft bereits offiziell Elektroautos in Deutschland und baut seine Präsenz in Europa aus. Gleichzeitig hat das Unternehmen bestätigt, dass elektrifizierte Modelle mit Verbrennungsmotor-Unterstützung für Europa grundsätzlich eine Rolle spielen können. Ein deutscher Marktstart des 8X ist bislang jedoch nicht offiziell bestätigt.
Warum der Zeekr 8X für Deutschland interessant ist
Der 8X ist kein klassischer Plug-in-Hybrid. Seine Dimensionen, Leistung und Batteriekapazität positionieren ihn deutlich oberhalb gewöhnlicher PHEV-SUVs.Mit rund 5,11 Metern Länge und 3,07 Metern Radstand bewegt er sich in einem Bereich, in dem deutsche Käufer normalerweise an BMW X5, Mercedes GLE oder Porsche Cayenne denken.Doch Zeekr kombiniert diese Abmessungen mit einer elektrischen Architektur, die für einen Plug-in-Hybrid ungewöhnlich extrem ausfällt.
Die stärkste Version kommt auf 1.030 kW Systemleistung und rund 1.410 Nm Drehmoment. Von 0 auf 100 km/h sollen lediglich 2,96 Sekunden vergehen.
Damit entsteht der eigentliche Konflikt: Ein chinesischer Luxus-SUV verbindet Leistungswerte eines Supersportwagens mit einer großen Batterie und einem Verbrennungsmotor als Teil des Hybridsystems – und kostet in China in der Basis deutlich weniger als viele deutsche Premium-SUVs.
Zeekr 8X: So viel kostet er in China
Version |
China-Preis |
Preis grob in Euro |
|---|---|---|
8X 55 kWh Max |
356.800 Yuan |
ca. 45.000 €* |
8X 70 kWh Max |
371.800 Yuan |
ca. 47.000 €* |
8X 55 kWh Ultra |
376.800 Yuan |
ca. 48.000 €* |
8X 70 kWh Ultra |
391.800 Yuan |
ca. 50.000 €* |
8X 70 kWh Ultra+ |
426.800 Yuan |
ca. 54.000 €* |
8X Topversion |
500.800 Yuan |
ca. 64.000 €* |
Was könnte der Zeekr 8X in Deutschland kosten?
Genau hier wird der Vergleich mit dem Xiaomi SU7 interessant. Der chinesische Listenpreis lässt sich nicht einfach in Euro umrechnen und anschließend als möglichen deutschen Verkaufspreis verwenden.
Bei einem europäischen Marktstart entstehen zusätzliche Kosten für Homologation, Logistik, Vertrieb, Garantie, Service, Steuern und die Anpassung des Fahrzeugs an europäische Anforderungen.
Deshalb wäre ein Zeekr 8X für rund 45.000 Euro in Deutschland kaum realistisch.
EvAutos25 hält bei einer vergleichbaren Positionierung einen Bereich von ungefähr 70.000 bis 90.000 Euro für denkbar. Das ist ausdrücklich keine bestätigte Zeekr-Preisangabe, sondern eine redaktionelle Einschätzung. Ausstattung, Antrieb, europäische Modellstrategie und mögliche Importbedingungen könnten den tatsächlichen Preis deutlich verändern.
Interessant wird es dennoch: Selbst bei beispielsweise 80.000 Euro würde der 8X auf Fahrzeuge treffen, deren leistungsstarke Varianten erheblich teurer sein können.
1.400 PS: Die Topversion verändert den Vergleich
Der Zeekr 8X wird mit unterschiedlichen Antriebsvarianten angeboten. Besonders spektakulär ist das Topmodell mit drei Elektromotoren.
Technik |
Zeekr 8X |
|---|---|
Max. Systemleistung |
1.030 kW (ca. 1.400 PS) |
Max. Drehmoment |
ca. 1.410 Nm |
0–100 km/h |
2,96 s |
Höchstgeschwindigkeit |
230 km/h |
Batterien |
55 oder 70 kWh |
Hochvolt-System |
900 Volt |
Antrieb |
Allrad, je nach Version |
Für einen über 2,8 Tonnen schweren Luxus-SUV sind diese Werte außergewöhnlich. Gleichzeitig zeigen sie aber auch eine der Schwächen des Konzepts: Der 8X löst das Effizienzproblem großer SUVs nicht durch geringeres Gewicht, sondern durch enorme elektrische Leistung und eine ungewöhnlich große PHEV-Batterie.
70-kWh-Akku: Ist das überhaupt noch ein normaler Plug-in-Hybrid?
Besonders interessant ist die Batterie. Während viele Plug-in-Hybride in Deutschland mit wesentlich kleineren Akkus auskommen, bietet Zeekr bis zu 70 kWh.Das ist eine Kapazität, die bei manchen vollelektrischen Autos für mehrere hundert Kilometer reicht.Für die 70-kWh-Version werden bis zu 410 km elektrische Reichweite nach CLTC genannt. Die kombinierte Reichweite soll unter chinesischen Testbedingungen bis zu 1.416 km erreichen.Diese Werte dürfen allerdings nicht mit WLTP-Reichweiten gleichgesetzt werden. Der chinesische CLTC-Zyklus liefert normalerweise optimistischere Ergebnisse.Für Deutschland wäre deshalb wesentlich interessanter, wie weit der 8X bei Autobahntempo und niedrigen Temperaturen tatsächlich elektrisch fährt.
900 Volt und neun Minuten Ladezeit
Noch ungewöhnlicher wird der Zeekr beim Laden.
Die 70-kWh-Batterie unterstützt laut Hersteller eine hohe C-Rate und arbeitet mit einer 900-Volt-Architektur. Unter geeigneten Bedingungen sollen 20 bis 80 Prozent in etwa neun Minuten möglich sein.
Damit verschwimmt die Grenze zwischen Plug-in-Hybrid und Elektroauto weiter.
Ein klassischer PHEV wird hauptsächlich zu Hause oder an AC-Ladepunkten geladen. Beim Zeekr 8X soll dagegen auch extrem schnelles DC-Laden ein wichtiger Teil des Konzepts sein.
Für deutsche Fahrer könnte das interessant werden: Wer einen großen Teil des Alltags elektrisch zurücklegt, hätte gleichzeitig einen Verbrennungsmotor für sehr lange Strecken.
Wo der Zeekr 8X deutsche Premium-SUVs unter Druck setzt
Der 8X muss nicht zwingend in jeder Kategorie besser sein als BMW X5, Mercedes GLE oder Porsche Cayenne.
Seine Stärke liegt vielmehr in der Kombination.
- bis zu rund 1.400 PS
- große PHEV-Batterie
- 900-Volt-Architektur
- extrem schnelles DC-Laden
- Luxusausstattung
- chinesischer Einstiegspreis von umgerechnet rund 45.000 Euro
Bei deutschen Premiumherstellern sind einige dieser Eigenschaften verfügbar – aber selten gleichzeitig und schon gar nicht zu chinesischen Preisen.
Die Vorteile des Zeekr 8X
- Extrem hohe Leistung von bis zu 1.030 kW
- Große 55- oder 70-kWh-PHEV-Batterie
- 900-Volt-Hochvoltarchitektur
- 20–80 Prozent in rund neun Minuten unter optimalen Bedingungen
- Luxuriöser Innenraum und umfangreiche Ausstattung
Die Nachteile des Zeekr 8X
- Sehr hohes Fahrzeuggewicht von über 2,8 Tonnen
- CLTC-Werte nicht direkt auf Deutschland übertragbar
- Deutscher Marktstart bislang nicht bestätigt
- Deutschland-Preis noch unbekannt
- Komplexes PHEV-System mit Verbrenner und mehreren Elektromotoren
Deutschland-Realität: Zeekr hat einen Vorteil gegenüber Xiaomi
Hier unterscheidet sich der 8X deutlich vom Xiaomi SU7: Zeekr muss in Deutschland nicht mehr bei null anfangen.
Die Marke ist bereits offiziell auf dem deutschen Markt vertreten. Modelle wie Zeekr X, Zeekr 001 und Zeekr 7X haben den Einstieg vorbereitet, während das europäische Vertriebs- und Servicenetz weiter ausgebaut werden soll.
Das macht einen möglichen 8X interessanter als einen reinen Grauimport. Sollte Zeekr das Modell offiziell homologieren und über das bestehende Netzwerk verkaufen, wären Garantie, Service und Ersatzteilversorgung wesentlich klarer geregelt.
Ob es dazu kommt, ist derzeit allerdings offen. Zeekr hat eine Europa-Expansion angekündigt und auch elektrifizierte Antriebe mit Verbrennungsmotor-Unterstützung als Option für Europa genannt, einen konkreten deutschen 8X-Start aber noch nicht bestätigt.
Fazit
Der Zeekr 8X ist eines der extremsten Beispiele dafür, wie sich chinesische Premiumfahrzeuge verändern.Bis zu 1.030 kW, 900 Volt, eine 70-kWh-PHEV-Batterie und neun Minuten für 20 bis 80 Prozent sind Werte, die vor wenigen Jahren bei einem Plug-in-Hybrid kaum vorstellbar gewesen wären.In China beginnt der 8X bei 356.800 Yuan, grob rund 45.000 Euro. Für Deutschland ist dieser Betrag allerdings nicht realistisch übertragbar.
Entscheidend wird deshalb die noch offene europäische Preisliste. Wenn Zeekr den 8X für ungefähr 70.000 bis 80.000 Euro positionieren kann, dürfte nicht seine 1.400-PS-Leistung die größte Überraschung sein – sondern wie viel Luxus und Technik deutsche Käufer dafür bekommen.




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