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Xiaomi SU9 LUX: Patentdaten zeigen 5,2-Meter-Chauffeurslimousine

Xiaomi SU9 LUX: Vorderansicht
Xiaomi SU9 LUX

Der Technologiekonzern Xiaomi treibt den Ausbau seiner automobilen Produktpalette voran und hat sich bei der zuständigen chinesischen Behörde für geistiges Eigentum die Markenrechte für die Modellbezeichnung „Xiaomi SU9 LUX“ in der Schutzklasse 12 (Kraftfahrzeuge) gesichert. Im Zusammenspiel mit kürzlich aufgetauchten Patentzeichnungen und ersten getarnten Versuchsträgern deutet dieser Schritt auf die Entwicklung einer gestreckten Oberklasse-Limousine hin, die oberhalb des sportlich positionierten Erstlingswerks SU7 angesiedelt wird.

Konstruktiv basiert das künftige Spitzenmodell auf einer verlängerten Variante der hauseigenen Modena-Architektur mit 800-Volt-Siliziumkarbid-Technik. Nach vorliegenden Fahrzeugdaten aus dem Zulassungsumfeld wächst die Karosserielänge von 4.997 Millimetern beim Standard-SU7 auf über 5.200 Millimeter, während der Radstand von 3.000 auf rund 3.100 Millimeter zulegt. Das Fahrzeug integriert eine aktive Hinterachslenkung, um den Wendekreis trotz der gestreckten Proportionen handhabbar zu halten, sowie eine erweiterte Sensorarchitektur mit zusätzlichen Radarmodulen in den Flanken.

Aus ingenieurtechnischer Sicht markiert der Schritt zum SU9 LUX eine strategische Differenzierung der Marke Xiaomi. Während der SU7 und das Hochleistungsmodell SU7 Ultra konsequent als fahraktive Sportlimousinen für Selbstfahrer ausgelegt sind, adressiert der SU9 LUX das in China margenstarke Segment der repräsentativen Chauffeursfahrzeuge. Der zusätzliche Bauraum zwischen den Achsen kommt primär den Fondpassagieren zugute, womit Xiaomi auf etablierte Langversionen europäischer Hersteller und neue heimische Luxus-Elektrofahrzeuge reagiert.

Markenregistrierung und Nomenklatur: Das Spitzenmodell über dem SU7

In der chinesischen Automobilbranche folgt die Ziffer „9“ einer festen industriellen Hierarchie: Sie kennzeichnet markenübergreifend das Spitzenmodell eines Herstellers, wie Vergleichsbeispiele von Nio (ET9), Zeekr (009) oder Li Auto (L9) belegen. Der von Xiaomi gewählte Zusatz „LUX“ unterstreicht diesen Anspruch und grenzt das Fahrzeug von der performance-orientierten Nomenklatur „Ultra“ ab.

Die Eintragung der Wortmarke deckt neben Personenkraftwagen auch spezifische elektrische Antriebsstränge und Karosseriekomponenten ab. Bei Testfahrten in China gesichtete Prototypen zeigen eine gegenüber dem SU7 deutlich gestreckte Dachlinie, die sanfter zum Heck hin abfällt, um die Kopffreiheit im Fond zu maximieren. Die hinteren Türen fallen sichtbar länger aus, was den Einstiegskomfort in die zweite Reihe verbessert. Ergänzend dazu deuten getarnte Sensorgehäuse an den vorderen Kotflügeln und der B-Säule auf ein aufgerüstetes Fahrerassistenz-Paket hin, das neben hochauflösenden Kameras auch zusätzliche 4D-Abbildungsradare für komplexe städtische Verkehrssituationen nutzt.

Modena-Plattform und Abmessungen: Raumgewinn für den Fondpassagier

Die technische Basis stellt eine modifizierte Ausführung der modularen Modena-Plattform dar. Diese zeichnet sich durch die Cell-to-Body-Technologie (CTB) aus, bei der der obere Batteriedeckel integraler Bestandteil des Kabinenbodens ist. Durch diese Bauweise gewinnt die Konstruktion wertvolle Millimeter an Innenraumhöhe, was bei einer sportlich flachen Gesamthöhe von geschätzten 1,46 bis 1,48 Metern entscheidend für eine entspannte Sitzposition ist.

Die Verlängerung des Radstands auf circa 3,10 Meter erlaubt den Einbau zweier elektrisch verstellbarer Einzelsitze im Fond („Executive Seating“). Diese bieten Liegefunktionen mit ausfahrbaren Wadenauflagen, integrierte Belüftungs- und Massageelemente sowie eine durchgehende Mittelkonsole mit Kühlfach und kabellosen Ladestationen. Das bordeigene Betriebssystem HyperOS bindet die Fondbildschirme direkt in das Smart-Home- und Gerätenetzwerk des Herstellers ein, sodass Passagiere während der Fahrt Heimelektronik steuern oder geschäftliche Anwendungen synchronisieren können.

Fahrwerkstechnik und 800-Volt-System: Hinterachslenkung für den 5,2-Meter-Radstand

Um die Agilität einer 5,2-Meter-Limousine im Stadtverkehr zu gewährleisten, sieht die Konstruktion eine elektromechanische Hinterachslenkung vor. Die Hinterräder können je nach Fahrsituation um bis zu 5 bis 7 Grad gegensinnig zur Vorderachse einschlagen, wodurch sich der virtuelle Radstand verkürzt und der Wendekreis auf das Niveau kompakterer Mittelklasse-Limousinen sinkt. Bei Autobahngeschwindigkeiten lenken die Räder gleichsinnig ein, um die Fahrstabilität bei abrupten Spurwechseln zu erhöhen.

Der Energiespeicher wird auf Basis moderner Lithium-Ionen-Zellen mit hoher Energiedichte ausgelegt, wobei Kapazitäten jenseits der 100 Kilowattstunden erwartet werden. Die 800-Volt-Bordnetzarchitektur erlaubt hohe Ladeleistungen, um die Ladezeit von 10 auf 80 Prozent State of Charge an modernen Gleichstrom-Schnellladern im Bereich von 15 Minuten zu halten. Beim Antrieb greift Xiaomi voraussichtlich auf die eigenentwickelten V6s- und V8s-HyperEngine-Elektromaschinen zurück. Eine zweimotorige Allradkonfiguration mit einer Systemleistung von über 400 kW (rund 544 PS) stellt souveränen Vortrieb sicher, während für die Spitzenversion auch ein dreimotoriges Layout analog zum SU7 Ultra denkbar bleibt, das Fahrleistungen auf Sportwagen-Niveau mit dem Geräuschkomfort einer Flüsterlimousine verbindet.

Marktsegment und Ausblick: Wettbewerb mit Nio ET9 und Langversionen

Mit dem Projekt SU9 LUX zielt Xiaomi auf ein Marktsegment, das in China traditionell von den Langversionen deutscher Oberklasse-Modelle wie der Mercedes-Benz E-Klasse L, dem BMW 5er Li oder dem Audi A6L dominiert wird. Im rein elektrischen Premiumsektor tritt das Fahrzeug gegen Konkurrenten wie den angekündigten Nio ET9 oder die Zeekr-Oberklasse an.

Offizielle Serienpreise, ein konkreter Markteinführungstermin oder detaillierte technische Werksangaben wurden von der Xiaomi-Geschäftsführung bislang nicht kommuniziert. Die Schutzrechtsanmeldungen und die fortgeschrittenen Prototypenerprobungen belegen jedoch, dass das Unternehmen seine anfängliche Ein-Modell-Strategie zügig in eine breit gefächerte Modellpalette überführt.

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