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Škoda Peaq fährt 936 km – Die Analyse des 9,2 kWh/100 km Rekords

Der helle Škoda Peaq bei Sonnenuntergang
Škoda Peaq

Die magische 900-Kilometer-Schallmauer ist gefallen – und es war kein 150.000-Euro-Prototyp von Mercedes, sondern ein Škoda. Der neue Škoda Peaq hat unter der strengen Aufsicht des TÜV Süd eine ununterbrochene Strecke von 936 Kilometern mit einer einzigen Batterieladung absolviert. Der Bordcomputer zeigte am Ende der Fahrt einen unfassbaren Durchschnittsverbrauch von nur 9,2 kWh auf 100 Kilometer. Das entspricht dem energetischen Gegenwert von nicht einmal einem Liter Diesel. Mit diesem Rekord demonstriert die tschechische Volkswagen-Tochter eindrucksvoll, was technologisch im Jahr 2026 möglich ist. Doch was bedeuten diese Labor-Traumwerte für den ganz normalen Pendler auf der deutschen Autobahn?

Ein leuchtender Škoda Peaq auf einer Bergstraße oberhalb des Sees
Škoda Peaq

In der Welt der Elektromobilität sind Rekordfahrten ein beliebtes Mittel der PR-Abteilungen, um Reichweitenangst zu bekämpfen. Als Mercedes-Benz mit dem Konzeptfahrzeug EQXX über 1.000 Kilometer fuhr, war der Beifall groß, doch es handelte sich um ein unverkäufliches Einzelstück. Der Škoda Peaq hingegen ist ein seriennahes Fahrzeug (auf der modernisierten MEB-Plattform), das in Kürze auf unsere Straßen rollen soll und den extrem erfolgreichen Škoda Enyaq in Sachen Effizienz völlig in den Schatten stellt. 936 Kilometer – das ist die Strecke von Hamburg nach München, ohne ein einziges Mal an einer Schnellladesäule anzuhalten.

Als Automobil-Analyst lasse ich mich jedoch nicht von reinen Marketing-Zahlen blenden. Ein Verbrauch von 9,2 kWh/100 km für ein ausgewachsenes Elektroauto widerspricht auf den ersten Blick der Physik, die wir bei Tempo 130 km/h auf der Autobahn erleben. In dieser Analyse zerlegen wir den TÜV-zertifizierten Rekord des Škoda Peaq. Wir rechnen nach, wie groß die Batterie wirklich ist, unter welchen extremen (und oft realitätsfremden) Bedingungen solche Rekorde aufgestellt werden, und vor allem: Wie viele Kilometer von diesen 936 auf einer winterlichen deutschen Autobahn wirklich übrig bleiben.

1. Die Anatomie des Rekords: Mathematik und Batteriegröße

Beginnen wir mit der nackten Mathematik. Der TÜV Süd hat zertifiziert: 936 Kilometer Strecke, 9,2 Kilowattstunden pro 100 Kilometer Verbrauch. Wenn wir diese Werte multiplizieren (9,36 x 9,2), erhalten wir eine entnommene Netto-Energiemenge von 86,11 kWh. Das ist ein extrem spannender Wert. Er beweist, dass Škoda hier nicht heimlich einen 120-kWh-Riesenakku aus einem Luxus-SUV verbaut hat, sondern sich in einem sehr seriennahen Rahmen bewegt. Wahrscheinlich handelt es sich um das weiterentwickelte 86-kWh-Batteriepaket des Volkswagen-Konzerns (bekannt aus dem VW ID.7 Pro S), das durch eine optimierte Zellchemie noch ein paar Prozentpunkte mehr nutzbare Kapazität freigibt.

Die Leistung des Fahrzeugs ist also nicht das blinde Vollstopfen des Unterbodens mit teuren und schweren Batteriezellen, sondern die gnadenlose Optimierung des Verbrauchs. Wer ein 2-Tonnen-Auto mit nur 9,2 kWh über 100 Kilometer bewegt, betreibt Hyper-Miling (extrem sparsames Fahren) auf allerhöchstem Niveau.

2. Die Wahrheit über den TÜV-Zyklus (Hyper-Miling vs. Alltag)

Damit der TÜV Süd einen solchen Rekord zertifiziert, müssen die Bedingungen exakt dokumentiert werden. Doch „zertifiziert“ bedeutet nicht „Autobahn-Alltag“. Wie erreicht man 9,2 kWh/100 km?

  • Die Durchschnittsgeschwindigkeit: Dieser Rekord wurde garantiert nicht bei Tempomat 130 km/h aufgestellt. Solche Rekordfahrten („Hypermiling“) finden meist auf abgesperrten Rundkursen oder speziell ausgewählten Landstraßen statt. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt dabei typischerweise im Bereich von 50 bis 65 km/h. Bei dieser Geschwindigkeit ist der Luftwiderstand, der der Hauptfeind jedes Elektroautos ist, noch extrem gering.
  • Reifendruck und Rollwiderstand: Für den Rekord wurden spezielle Leichtlaufreifen aufgezogen, deren Luftdruck deutlich über die Werksvorgabe erhöht wurde (oft auf 3,2 bis 3,5 Bar). Das Auto rollt hart wie ein Skateboard, der Rollwiderstand sinkt dramatisch – allerdings auf Kosten des Komforts und des Bremsweges.
  • Klimatisierung und Nebenverbraucher: Die Fahrt fand unter idealen Wetterbedingungen (ca. 20 bis 23 Grad Celsius) statt. Die Klimaanlage (Kompressor) bleibt bei solchen Fahrten konsequent ausgeschaltet, ebenso wie das Radio oder große Displays. Jedes Watt wird in den Antrieb gesteckt.

Das bedeutet: Der TÜV Süd hat nicht die deutsche Realität eines Vertreters zertifiziert, sondern das theoretische, physikalische Maximum dessen, was der Antriebsstrang des Škoda Peaq unter absoluten Laborbedingungen zu leisten imstande ist.

3. Aerodynamik ist König: Warum der Peaq so effizient ist

Auch wenn die Fahrt unter extremen Spar-Bedingungen stattfand, wäre sie mit einem herkömmlichen SUV (wie dem Enyaq oder VW ID.4) niemals möglich gewesen. Ein Verbrauch von 9,2 kWh/100 km erfordert eine meisterhafte Aerodynamik. Der Škoda Peaq ist konsequent auf den geringstmöglichen Luftwiderstand getrimmt.

Der cW-Wert (Strömungswiderstandskoeffizient) dürfte bei diesem Fahrzeug in Regionen von 0,20 bis 0,21 liegen. Um das zu erreichen, nutzen die Designer Tricks, die wir von Rekordfahrzeugen kennen: Eine extrem tief nach unten gezogene Frontschürze ohne offene Kühlergrills, ein langes, sich verjüngendes Heck (Tropfenform, auch „Kamm-Heck“ genannt), verkleidete Radkästen und spezielle Aero-Felgen. Selbst die Außenspiegel wurden wahrscheinlich durch schmale Kameras ersetzt, um Verwirbelungen an der A-Säule zu minimieren.

Doch der cW-Wert ist nur die halbe Wahrheit. Entscheidend für den tatsächlichen Luftwiderstand ist die Stirnfläche (A) des Fahrzeugs. Der Peaq ist kein hochbeiniges SUV, sondern eine flache, gestreckte Limousine (oder ein extrem flacher Kombi-Shooting-Brake). Die Kombination aus einem cW-Wert von ~0,20 und einer geringen Stirnfläche von unter 2,2 Quadratmetern sorgt dafür, dass das Fahrzeug den Wind buchstäblich zerschneidet. Genau hier liegt das Geheimnis, warum Elektro-Limousinen auf der Langstrecke jedem Elektro-SUV gnadenlos überlegen sind.

4. Motortechnik und SiC-Inverter: Kein Watt wird verschwendet

Unter dem aerodynamischen Blechkleid schlägt das Herz der Effizienz. Der Škoda Peaq nutzt die neueste Generation des Volkswagen-Antriebsstrangs (voraussichtlich eine Weiterentwicklung des hocheffizienten APP550-Heckmotors). Dieser Motor leistet in der Regel 210 kW (286 PS), wird aber durch eine völlig neue Steuerelektronik orchestriert.

Der Schlüssel zu den 9,2 kWh liegt im Pulswechselrichter (Inverter). Hier kommen Siliziumkarbid-Halbleiter (SiC) zum Einsatz. Wenn Gleichstrom (DC) aus der Batterie in Wechselstrom (AC) für den Elektromotor umgewandelt wird, entstehen normalerweise Wärmeverluste. SiC-Inverter reduzieren diese Schaltverluste im Teillastbereich (also beim „Segeln“ oder Konstantfahren mit 60 km/h) drastisch. Jedes Watt, das nicht als Abwärme verpufft, landet auf der Straße.

Zudem verfügt das Thermomanagement über eine hochintegrierte Wärmepumpe der neuesten Generation, die selbst die geringste Abwärme der Batterie und des Motors nutzt, um den Innenraum (falls eingeschaltet) oder die Batterie selbst im optimalen Temperaturfenster zu halten. Der Motor selbst ist mit einer extrem reibungsarmen Ölkühlung ausgestattet – beim Peaq wurde buchstäblich jeder Bereich auf minimalen Widerstand getrimmt.

5. Realitätscheck von Jurij Senkewitsch: Was bleibt bei 130 km/h?

Wir haben nun geklärt, wie Škoda die 936 Kilometer unter TÜV-Laborbedingungen erreicht hat. Doch als Autojournalist bin ich meinen Lesern die ungeschminkte Autobahn-Realität schuldig. Wenn Sie den Škoda Peaq kaufen, den Reifendruck auf ein komfortables Maß (2,5 Bar) absenken, die Klimaanlage auf wohlige 22 Grad stellen und am Freitagnachmittag auf die A9 in Richtung München fahren – wie weit kommen Sie wirklich?

Die Aerodynamik des Peaq ist exzellent, doch der Luftwiderstand wächst im Quadrat zur Geschwindigkeit. Bei konstanten 130 km/h auf der Autobahn wird auch ein Aerodynamik-Wunder wie der Peaq keine 9,2 kWh verbrauchen. Realistisch müssen wir für dieses Fahrzeug bei Autobahntempo im Sommer mit etwa 15,5 bis 16,5 kWh pro 100 Kilometer rechnen. Im deutschen Schmuddelwinter (bei -5 Grad Celsius und feuchter Fahrbahn) steigt dieser Wert durch die Heizleistung und den Rollwiderstand auf etwa 18,5 bis 19,5 kWh/100 km.

Die echten Reichweiten der 86-kWh-Batterie:

  • Autobahn Sommer (130 km/h): Etwa 520 bis 550 Kilometer.
  • Autobahn Winter (130 km/h, Heizung an): Etwa 440 bis 460 Kilometer.

Sind diese realen Werte eine Enttäuschung nach den 936 Kilometern des TÜV-Rekords? Absolut nicht! 450 echte Autobahn-Kilometer im tiefsten Winter bei 130 km/h sind ein gigantischer Wert, an dem selbst deutlich teurere Fahrzeuge wie ein Mercedes EQE SUV oder ein Audi Q8 e-tron kläglich scheitern. Wenn Sie nach 450 Kilometern an einen HPC-Lader fahren, laden Sie in der Zeit, in der Sie einen Kaffee trinken und auf die Toilette gehen, weitere 350 reale Kilometer nach. Damit wird der Škoda Peaq zur uneingeschränkten, perfekten Langstreckenmaschine für Vertreter, Außendienstler und Familien, die regelmäßig weite Strecken (z.B. in den Skiurlaub) fahren.

6. Konzern-Politik: Die Gefahr für den VW ID.7

Neben der reinen Technik birgt der Škoda Peaq auch enormen politischen Zündstoff innerhalb des Volkswagen-Konzerns. Bislang galt der VW ID.7 (insbesondere in der Pro S Version mit der großen Batterie) als das unangefochtene Effizienz-Flaggschiff aus Wolfsburg. Mit dem Peaq greift die tschechische Tochter nun direkt den eigenen Mutterkonzern an.

Škoda war traditionell für pragmatische Raumwunder mit einem exzellenten Preis-Leistungs-Verhältnis bekannt. Wenn der Peaq nun nicht nur geräumiger und (für viele) optisch ansprechender ist als der ID.7, sondern ihn auch noch in der aerodynamischen Effizienz und der Rekord-Reichweite schlägt, entsteht für den Volkswagen-Vertrieb ein massives Problem. Flottenmanager, die auf jeden Cent der TCO (Total Cost of Ownership) achten, werden knallhart nachrechnen. Ein Fahrzeug, das auf 100.000 Kilometern Leasinglaufzeit im Schnitt 1,5 kWh weniger verbraucht als sein Wolfsburger Bruder, spart dem Unternehmen Tausende Euro an Stromkosten. Škoda beweist einmal mehr, dass sie die Technologie des MEB-Baukastens besser, emotionaler und effizienter auf die Straße bringen als die Kernmarke VW.

7. Fahrwerk, Gewicht und die Kehrseite der Effizienz

Wenn ein Hersteller ein Fahrzeug auf maximale aerodynamische Effizienz und Reichweite trimmt, müssen Ingenieure oft Kompromisse beim Fahrwerk und beim Fahrzeuggewicht eingehen. Um 86 kWh Energie an Bord zu haben, müssen massive Batterieblöcke im Fahrzeugboden untergebracht werden. Dies drückt das Leergewicht des Peaq voraussichtlich auf über 2,1 Tonnen. Auf der Landstraße macht sich diese Masse unweigerlich bemerkbar. Ein Elektroauto dieses Formats ist kein Kurvenräuber für die Serpentinen in den Alpen.

Škoda wird hier, wie schon beim Enyaq, ein komfortables, leicht untersteuerndes Fahrwerk abstimmen (optional mit dem adaptiven DCC-Fahrwerk). Der tiefe Schwerpunkt (Batterie im Boden) kaschiert das Gewicht gut, solange man gleitet. Ein potenzielles Problemfeld für die Käufer könnten jedoch die Reifen sein. Um den Rollwiderstand für den Rekordverbrauch von 9,2 kWh zu optimieren, werden ab Werk vermutlich spezielle, schmale Leichtlaufreifen (mit hartem Gummicompound) ausgeliefert. Solche Reifen sparen zwar wertvolle Prozentpunkte bei der Reichweite, neigen aber auf nasser Fahrbahn oder bei starkem Bremsen zu einem früheren Grip-Verlust. Als erfahrener Testfahrer rate ich Käufern, hier auf Sicherheit statt auf die letzten zehn Kilometer Reichweite zu setzen und bei einem anstehenden Reifenwechsel hochwertige Premium-Reifen mit exzellenter Nasshaftung (EU-Reifenlabel A) zu wählen.

8. Die Ladekurve: Wie schnell füllt sich der 86-kWh-Akku?

Wer weit fährt, muss irgendwann laden. Die hohe Effizienz des Peaq ändert nichts daran, dass ein großer Akku auch schnell wieder gefüllt werden muss. Dank des überarbeiteten Thermomanagements der neuen MEB-Plattform (inklusive Batterie-Vorkonditionierung) wird der Peaq an einer HPC-Ladesäule Ladeleistungen von bis zu 200 kW in der Spitze (Peak) erreichen.

Die reine Peak-Leistung ist jedoch nur Marketing. Wichtig ist die Ladekurve (das Lade-Plateau). Škoda hat die Ladekurve so optimiert, dass die Leistung bis zu einem SoC (State of Charge) von etwa 45 Prozent sehr hoch bleibt, bevor sie langsam abfällt. Das bedeutet in der Praxis: Der Hub von 10 auf 80 Prozent wird in rund 26 bis 28 Minuten absolviert. Kombiniert man diese ohnehin schon schnelle Ladezeit mit dem extrem niedrigen Verbrauch (15,5 kWh auf der Autobahn), erzielt der Peaq eine absurd hohe Nachladegeschwindigkeit (Recharged Range per Minute). Innerhalb von 15 Minuten Ladezeit fließen echte 250 Autobahn-Kilometer in den Akku – ein Wert, der Vielfahrer restlos überzeugen wird.

Technische Daten: Škoda Peaq (2026)

Kriterium
Škoda Peaq (Schätzung/TÜV-Datenbank)
Plattform / Architektur
MEB (Evo) / 400-Volt-System
Batteriekapazität (Netto)
ca. 86 kWh
Rekordverbrauch (TÜV Süd, Labor/Hypermiling)
9,2 kWh / 100 km
Realer Autobahnverbrauch (130 km/h, Sommer)
ca. 15,5 – 16,5 kWh / 100 km
Maximale Reichweite (Rekord)
936 Kilometer
Reale Autobahnreichweite (130 km/h, Sommer)
ca. 520 – 550 Kilometer
Max. Ladeleistung (DC Schnellladen)
200 kW (Peak)
Ladezeit (10 % bis 80 % SoC)
ca. 26 – 28 Minuten
Leistung Elektromotor (Heck)
210 kW (286 PS)
Aerodynamik (cW-Wert)
ca. 0,20 – 0,21

Fazit von Jurij Senkewitsch

Die Schlagzeile „936 Kilometer mit einer Ladung“ ist ein brillanter PR-Schachzug von Škoda und dem TÜV Süd. Es ist das dringend benötigte Signal an den Markt: Elektromobilität scheitert nicht an der Reichweite. Doch als mündiger Käufer müssen Sie verstehen, dass Sie diese 900 Kilometer im realen Leben niemals erreichen werden – es sei denn, Sie schleichen mit 60 km/h im Windschatten eines LKW über die Landstraße, frieren ohne Heizung und ertragen brettharte Reifen.

Das eigentliche Meisterwerk hinter dem Peaq ist nicht der künstliche TÜV-Rekord, sondern die Technik, die ihn ermöglicht. Eine cW-optimierte Karosserie, ein SiC-Inverter und ein reibungsarmer Motor sorgen dafür, dass dieses Auto im knallharten Autobahn-Alltag bei 130 km/h im tiefsten Winter noch echte 450 Kilometer schafft. Das ist der Moment, in dem der Dieselmotor seine letzte Daseinsberechtigung als König der Langstrecke verliert.

Wem empfehle ich den Škoda Peaq? Jedem, der beruflich extrem viel auf deutschen Autobahnen unterwegs ist, den Platz eines Kombis benötigt und nicht den Premium-Aufschlag für einen Audi A6 e-tron zahlen möchte. Wem rate ich ab? Niemandem. Wenn Škoda bei diesem Fahrzeug den Software-Fehlerteufel im Griff hat und den Preis fair kalkuliert, hat dieses Auto das Potenzial, die absolute Benchmark in der elektrischen Mittelklasse zu werden.

Jurij Senkewitsch

Fachautor für Elektromobilität bei EvAutos25. Er spezialisiert sich auf Elektroautos, Batterietechnologien und Ladeinfrastruktur sowie auf die Analyse des deutschen und europäischen E-Auto-Marktes.

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    • 1 Tag ago

    Anhängelast

    Hallo Herr Senkewitsch…
    Ich bin Camper (Wohnwagen).
    Mich, und bestimmt auch weitere Leser, interessiert daher auch immer, ob so ein Fahrzeug einen Anhänger ziehen darf und wie hoch die Anhängelast ist.
    Es wäre sehr schön, wenn Sie künftig auch auf diesen Punkt eingehen würden.
    Vielen Dank !

    Mein aktueller Wohnwagen hat ein Reise-Gewicht von knapp unter 1.800 kg

      • 18 Stunden ago

      Hallo Herr Michael Munsbeck
      Ein wichtiges Thema, das gerade in Deutschland.

      Aber leider Die MEB-Evo-Plattform des Volkswagen-Konzerns, auf der auch der Peaq basiert, ist bei der Anhängelast strukturell limitiert. Während wuchtige (und deutlich teurere) Elektro-SUVs wie der Kia EV9, BMW iX oder der Audi Q8 e-tron bis zu 2.500 kg an den Haken nehmen dürfen, sind auf absolute Effizienz getrimmte Limousinen und Kombis anders ausgelegt. Wir erwarten für den Škoda Peaq (analog zum Schwestermodell VW ID.7) eine zulässige gebremste Anhängelast von maximal 1.000 kg (bei der Heckantriebs-Version) bis 1.200 kg (falls eine Dual-Motor-Allrad-Version folgt). Das reicht für einen Lastenanhänger (Grünschnitt zum Wertstoffhof), zwei schwere E-Bikes auf der Deichsel oder einen winzigen „Teardrop“-Wohnwagen, aber keinesfalls für einen ausgewachsenen 1.800-kg-Familienwohnwagen.

      Es gibt noch einen physikalischen Grund: Ein 1.800 kg schwerer, kastenförmiger Wohnwagen würde das brillante aerodynamische Konzept (cW-Wert von ca. 0,20) des Peaq buchstäblich ad absurdum führen. Der massive Luftwiderstand des Hängers würde den Verbrauch von 16 kWh auf locker 30 bis 35 kWh/100 km explodieren lassen. Die traumhafte reale Autobahnreichweite von über 500 Kilometern würde auf mühsame 220 Kilometer zusammenschmelzen. Wer als Camper 1.800 kg elektrisch ziehen will, muss zwangsläufig die aerodynamischen und finanziellen Nachteile eines großen Elektro-SUVs in Kauf nehmen.

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