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Porsche Macan bekommt 22-kW-Lader serienmäßig – aber nicht jedes Modell

Ein luxuriöser Porsche an einer Heimladestation
Porsche Macan

Porsche wertet den elektrischen Macan zum Modelljahr 2027 auf. Eine der wichtigsten Änderungen betrifft das Laden mit Wechselstrom: Macan GTS und Macan Turbo erhalten den 22-kW-Onboard-Charger künftig serienmäßig. Damit können die beiden Topmodelle an einer geeigneten 22-kW-Wallbox oder öffentlichen AC-Ladesäule deutlich schneller laden als Fahrzeuge mit einem 11-kW-Onboard-Charger. Für Käufer der günstigeren Varianten gibt es allerdings eine Einschränkung: Beim Macan, Macan 4 und Macan 4S bleiben 11 kW serienmäßig, während 22 kW weiterhin optional bestellt werden müssen.

Luxuriöser Porsche bei Sonnenuntergang
Porsche Macan

22-kW-Lader wird bei GTS und Turbo serienmäßig

Porsche unterscheidet beim neuen Modelljahr klar zwischen den einzelnen Versionen. Macan, Macan 4 und Macan 4S verfügen serienmäßig weiterhin über einen 11-kW-Onboard-Charger. Beim Macan GTS und Macan Turbo gehört die 22-kW-Technik dagegen künftig zur Serienausstattung. Vor allem Fahrer, die regelmäßig öffentliche 22-kW-AC-Ladepunkte nutzen, können davon profitieren. Ein Elektroauto mit 11-kW-Onboard-Charger nimmt an einer 22-kW-Säule höchstens 11 kW auf, während GTS und Turbo die angebotene Leistung unter geeigneten Bedingungen vollständig nutzen können.

Modell
AC-Laden serienmäßig
22 kW
Porsche Macan
11 kW
optional
Porsche Macan 4
11 kW
optional
Porsche Macan 4S
11 kW
optional
Porsche Macan GTS
22 kW
serienmäßig
Porsche Macan Turbo
22 kW
serienmäßig

Beim DC-Schnellladen bleibt es bei bis zu 270 kW

Die Änderung betrifft ausschließlich das AC-Laden. An leistungsfähigen HPC-Schnellladesäulen können die elektrischen Macan-Modelle weiterhin mit bis zu 270 kW Gleichstrom laden. Porsche nennt unter optimalen Bedingungen rund 21 Minuten für den Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent. Auf Langstrecken verändert das neue Modelljahr die Ladezeiten damit nicht grundsätzlich. Der 22-kW-Onboard-Charger spielt seine Vorteile vielmehr beim Laden zu Hause oder an öffentlichen AC-Ladepunkten aus.

Macan 2027 startet in Deutschland ab 82.200 Euro

Porsche listet den elektrischen Macan des neuen Modelljahres in Deutschland aktuell ab 82.200 Euro. Der leistungsstärkere Macan GTS beginnt bei 106.100 Euro, während für den Macan Turbo mindestens 117.800 Euro verlangt werden. Damit bleibt der 22-kW-Lader serienmäßig zunächst den deutlich teureren Varianten der Baureihe vorbehalten.

Macan GTS bietet bis zu 571 PS

Der Macan GTS erreicht mit Launch Control eine Overboost-Leistung von 420 kW (571 PS) und beschleunigt in 3,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Porsche nennt eine vorläufige WLTP-Reichweite von 530 bis 585 Kilometern. Der Macan Turbo steigert die Leistung auf maximal 470 kW (639 PS) und benötigt nur 3,3 Sekunden für den Sprint auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 260 km/h, die vorläufige WLTP-Reichweite bei 528 bis 589 Kilometern.

Porsche erweitert auch die Ausstattung

Der stärkere Onboard-Charger ist nicht die einzige Neuerung. Porsche erweitert die Ausstattung des elektrischen Macan und führt unter anderem ein neues Advanced Package ein. Für Macan, Macan 4 und Macan 4S bündelt es mehrere häufig bestellte Extras. Dazu zählen je nach Konfiguration unter anderem Panorama-Dachsystem, Matrix-LED-Scheinwerfer, automatisch abblendende Spiegel, 14-fach elektrisch verstellbare Komfortsitze, Lederpaket und Bose Surround Sound System. Auch beim Smartphone-Laden gibt es eine Verbesserung: Die induktive Ladeleistung steigt von bislang 15 auf bis zu 25 Watt.

Neue Funktionen erleichtern das Einparken

Auch die Assistenzsysteme werden erweitert. Der weiterentwickelte Parkassistent kann geeignete Parklücken erkennen und bestimmte Manöver automatisiert übernehmen. Optional steht zudem Remote Park Assist zur Verfügung, wodurch sich Parkvorgänge über ein Smartphone steuern lassen. Porsche konzentriert sich beim Modelljahr 2027 damit weniger auf grundlegende Änderungen an Batterie und Antrieb, sondern auf Ausstattung, Komfort und Funktionen, die im täglichen Betrieb genutzt werden.

Für deutsche Fahrer können 22 kW einen echten Vorteil bringen

Deutschland verfügt über zahlreiche öffentliche AC-Ladepunkte mit 22 kW. Genau dort wird der Unterschied zwischen den Macan-Versionen relevant. Wer sein Elektroauto beispielsweise während der Arbeit oder beim Einkaufen mehrere Stunden an einer solchen Säule abstellt, kann mit einem 22-kW-Onboard-Charger erheblich mehr Energie nachladen. An einer normalen 11-kW-Wallbox zu Hause entsteht dagegen kein Vorteil, weil auch ein 22-kW-fähiges Fahrzeug dort höchstens die von der Wallbox bereitgestellten 11 kW aufnehmen kann.

Der günstigere Macan bleibt serienmäßig bei 11 kW

Für Käufer ist deshalb vor allem die Einschränkung entscheidend: Porsche macht 22 kW nicht für die gesamte Macan-Baureihe zum Standard. Macan, Macan 4 und Macan 4S bleiben serienmäßig bei 11 kW. Wer eine dieser Varianten bestellt und häufig 22-kW-AC-Ladesäulen nutzt, sollte die stärkere Ladeeinheit als Option berücksichtigen. Wer überwiegend nachts an einer 11-kW-Wallbox lädt und auf Langstrecken HPC-Schnelllader nutzt, dürfte dagegen nur wenig von der zusätzlichen AC-Leistung profitieren.

Fazit: Sinnvolles Upgrade mit einer klaren Einschränkung

Porsche verbessert den elektrischen Macan zum Modelljahr 2027 gezielt, ohne Batterie oder DC-Ladetechnik grundlegend zu verändern. Macan GTS und Macan Turbo erhalten 22-kW-AC-Laden serienmäßig, während Macan, Macan 4 und Macan 4S weiterhin mit 11 kW ausgeliefert werden und 22 kW nur optional bekommen. Beim Schnellladen bleibt es bei bis zu 270 kW. Für deutsche Käufer lohnt sich der stärkere Onboard-Charger deshalb vor allem dann, wenn regelmäßig öffentliche 22-kW-Ladepunkte genutzt werden.

Jurij Senkewitsch

Fachautor für Elektromobilität bei EvAutos25. Er spezialisiert sich auf Elektroautos, Batterietechnologien und Ladeinfrastruktur sowie auf die Analyse des deutschen und europäischen E-Auto-Marktes.

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