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IM LS8 NEO 2027: Elektro-SUV lenkt Hinterräder um 24 Grad

IM LS8 NEO: Ansicht von rechts
IM LS8 NEO

SAIC Motor und die Premium-Elektromarke IM Motors eröffnen am 29. Oktober 2026 um 19:00 Uhr chinesischer Zeit die offiziellen Vorbestellungen für den rein batterieelektrischen IM LS8 NEO. Das über fünf Meter lange Oberklasse-SUV markiert aus industrieller Sicht die technologische Speerspitze für das Modelljahr 2027 und bündelt die jüngste Ausbaustufe des hauseigenen Lingxi-Digitalfahrwerks. Das zentrale Merkmal der Neuvorstellung liegt in einem vollständig mechanisch entkoppelten Steer-by-Wire-Vierradlenksystem, dessen Hinterräder einen Einschlagwinkel von bis zu ±24 Grad erreichen.

IM LS8 NEO: Ansicht von links
IM LS8 NEO

Konstruktiv basiert der fünfsitzige LS8 NEO auf einer Karosserie mit 5.085 Millimetern Länge, 2.000 Millimetern Breite und 1.807 Millimetern Höhe bei einem Radstand von 3.060 Millimetern. Für den Antrieb sorgt ein permanenterregter Synchronmotor an der Hinterachse mit einer Nennleistung von 300 kW (rund 408 PS), der von einem ternären Lithium-Ionen-Batteriepaket (NCM) des Zellherstellers CATL gespeist wird. Die Dachlinie trägt ein zentral integriertes LiDAR-Gehäuse für fortschrittliche Fahrerassistenzfunktionen, während die exakten Nettokapazitäten in Kilowattstunden sowie offizielle CLTC- und WLTP-Reichweitenangaben für die Präsentation am 29. Oktober terminiert sind.

IM LS8 NEO: Innenraum und Infotainment
IM LS8 NEO

Aus ingenieurtechnischer Sicht markiert der Hinterachswinkel von 24 Grad einen signifikanten Sprung gegenüber etablierten Industriestandards, bei denen Allradlenkungen in der europäischen Luxusklasse typischerweise zwischen 3,5 und maximal 10 Grad agieren. Durch das Zusammenspiel aus variabler elektronischer Übersetzung, mehrfach abgesicherter Signalübertragung und hochgradiger Hinterrad-Aktorik sinkt der Wendekreisradius des 5,1-Meter-Fahrzeugs auf 4,85 Meter. Damit unterbietet das Großraum-SUV die Manövriergrenzen herkömmlicher Kleinwagen und verdeutlicht, wie softwaregesteuerte Fahrwerkskomponenten das Rangieren im urbanen Raum verändern.

Steer-by-Wire mit dreifacher Redundanz: Mechanische Entkopplung der Lenksäule

Das Fahrwerkssystem des IM LS8 NEO verzichtet auf eine durchgehende mechanische Verbindung zwischen Lenkrad und Vorderachse. Anstelle einer klassischen Lenksäule und Torsionsstange werden Lenkbefehle von Drehwinkelsensoren am Volant digital erfasst, von Steuergeräten verarbeitet und über Datenbusse an elektromechanische Stellmotoren an den Achsen weitergeleitet. Um die funktionalen Sicherheitsanforderungen nach ISO 26262 (ASIL-D) im Serienbetrieb zu erfüllen, setzt SAIC auf eine dreifache Redundanz bei Steuergeräten, Spannungsversorgungen und Signalleitungen. Fällt ein elektronischer Regelkreis aus, übernimmt eine parallele Steuereinheit ohne Zugkraftunterbrechung oder Lenkwinkelverzögerung den Steuerbefehl.

Die mechanische Entkopplung ermöglicht ein variables Übersetzungsverhältnis, das die Entwickler in drei wählbare Lenkmodi unterteilt haben. Bei niedrigen Geschwindigkeiten und Parkmanövern reduziert die Software das Übersetzungsverhältnis so stark, dass rund eine halbe Umdrehung des Lenkrads (circa 180 Grad) für den vollen Radeinschlag ausreicht. Das übliche Übergreifen am Steuer entfällt im innerstädtischen Rangierbetrieb vollständig. Mit steigender Fahrgeschwindigkeit passt die Steuerung die Übersetzung stufenlos an und erhöht den Lenkwiderstand über einen integrierten Force-Feedback-Aktuator, um Geradeauslauf und Richtungsstabilität auf Fernstraßen präzise zu führen.

24-Grad-Hinterachslenkung und SynVector: Physik eines 4,85-Meter-Wenderadius

Die konstruktive Herausforderung einer Hinterradlenkung mit einem Ausschlag von bis zu ±24 Grad liegt im Bauraum der Achsgeometrie. Bei herkömmlichen Mehrlenker-Hinterachsen schränken Längslenker, Federbeine, Bremsleitungen und die Radhäuser den Bewegungsspielraum ein. Vergleichbare Systeme in Modellen wie der Mercedes-Benz S-Klasse oder dem EQS erreichen standardmäßig 4,5 Grad und nur mit speziell ausgeformten Radkästen bis zu 10 Grad. Der LS8 NEO nutzt einen eigenständigen Achsträger mit vergrößerten Radausschnitten und separaten elektromechanischen Schubstangenaktoren, die den extremen Stellwinkel ohne Kontakt mit Karosserie- oder Fahrwerksstrukturen ermöglichen.

Beim Rangieren unterhalb von etwa 40 km/h lenken die Hinterräder gegensinnig zur Vorderachse ein. Bei einem Maximalwinkel von 24 Grad bewirkt dies eine geometrische Verkürzung des effektiven Radstands, wodurch der Wendekreisradius auf 4,85 Meter sinkt (Wendekreisdurchmesser unter 10 Metern). Zum Vergleich: Ein Fahrzeug mit 3,06 Metern Radstand ohne Hinterachslenkung benötigt im Regelfall einen Wendekreis zwischen 11,8 und 12,8 Metern. Gesteuert wird das Gesamtsystem über die SynVector-Software des Lingxi-Fahrwerks. Das System koordiniert Drehmomentverteilung, adaptive Dämpfer und Allradlenkung synchron. Dies erlaubt neben dem gegensinnigen Wenden auch gleichsinniges Einlenken aller vier Räder für diagonale Spurwechsel auf Schnellstraßen.

300-kW-Elektroantrieb und CATL-Batterie: Technische Plattform des LS8 NEO

Für den Vortrieb des Modells greift IM Motors auf einen einzelnen Heckmotor mit 300 kW Spitzenleistung zurück. Der permanenterregte Synchronmotor liefert mit umgerechnet etwa 408 PS ausreichend Drehmoment für das mehr als zwei Tonnen wiegende Fahrzeug, hält jedoch das Leergewicht und den Energieverbrauch im Vergleich zu einer zweimotorigen Allradarchitektur auf einem moderateren Niveau. Eine optionale Allradvariante mit zusätzlichem Frontmotor ist für die spätere Modellpflege denkbar, in den ersten technischen Freigaben für den NEO fokussiert sich der Hersteller jedoch auf die effizientere Heckantriebskonfiguration.

Als Energiespeicher fungiert eine ternäre NCM-Batterie (Nickel-Mangan-Cobalt) von CATL. Diese Zellchemie zeichnet sich durch hohe gravimetrische Energiedichten aus, was für Langstrecken-SUV dieser Größenordnung maßgeblich ist. Die genaue Kapazität in Kilowattstunden, die maximale DC-Ladeleistung sowie Details zur Ladezeitkurve behält der Hersteller der offiziellen Vorverkaufszeremonie vor. Das Fünfsitzer-Konzept verzichtet zugunsten von Beinfreiheit in der zweiten Reihe und einem tiefen Ladeboden auf eine dritte Sitzreihe, während das Fahrwerk auf Luftfederung und elektronisch geregelten Zweiventil-Dämpfern aufbaut.

Vorverkaufsstart und Marktperspektive: Vom Heimatmarkt zum Modelljahr 2027

Der offizielle Vorverkauf in China startet am 29. Oktober 2026. Erste Auslieferungen an chinesische Kunden sind für den Jahreswechsel 2026/2027 avisiert, weshalb das Fahrzeug im Marktzyklus als Modelljahr 2027 geführt wird. Der rein batterieelektrische LS8 NEO grenzt sich dabei klar von den bereits im Markt befindlichen LS8-Varianten mit Verbrennungsmotor als Reichweitenverlängerer (EREV) ab, die technisch auf eine konventionellere Fahrwerksplattform setzen.

Hinsichtlich einer europäischen Markteinführung sind die regulatorischen Voraussetzungen durch Anpassungen der UN-ECE-Regelung R79 grundsätzlich geschaffen, die Steer-by-Wire-Systeme ohne mechanische Rückfallebene unter strengen Redundanzauflagen typgenehmigungsfähig macht. Der Mutterkonzern SAIC vertreibt in Deutschland und Kontinentaleuropa derzeit vor allem Modelle der Marke MG Motor und evaluiert den europäischen Rollout der höher positionierten IM-Modelle. Konkrete Termine für eine europäische Homologation, Euro-Preise oder ein deutscher Marktstart des IM LS8 NEO sind bislang nicht offiziell bestätigt.

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