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Geely Monjaro EM-i 2027 im Europa-Check: Geelys erster globaler Hybrid-Gigant fordert Kodiaq & Tiguan heraus

Geely Monjaro EM-i 2027
Geely Monjaro EM-i

Geely bringt mit dem Monjaro EM-i sein erstes globales Plug-in-Hybrid-Flaggschiff nach Europa. Der 4,77 Meter lange D-SUV basiert auf der modernen GEA Evo Plattform und tritt mit dem extrem effizienten EM-i Super Hybrid Antrieb, intelligentem Allrad (Electric AWD) und adaptiver CDC-Dämpfung an. Mit 633 Litern Kofferraumvolumen, 6,6 kW V2L-Leistung und dem Flyme Auto Infotainment zielt der Monjaro ab voraussichtlich 2027 direkt auf Bestseller wie den Skoda Kodiaq iV und den VW Tiguan eHybrid. Doch wie schlägt sich der Chinesen-Riese gegen die etablierte Konkurrenz? Eine technische Analyse.

Geely Monjaro EM-i
Geely Monjaro EM-i

Der chinesische Autogigant Geely ist auf dem europäischen Markt längst kein Unbekannter mehr. Über Tochtermarken wie Volvo, Polestar, Lotus, Zeekr und Lynk & Co hat der Konzern aus Hangzhou im schwedischen und deutschen Automobilsektor tief seine Wurzeln geschlagen. Doch jetzt läutet Geely die nächste Phase seiner Expansionsstrategie ein: Die Kernmarke Geely drängt mit eigenen Modellreihen direkt auf den europäischen Kontinent. Nach dem kompakten Elektro-SUV Geely EX5 steht nun das erste echte globale Schwergewicht in den Startlöchern – der Geely Monjaro EM-i.

Geely Monjaro EM-i 2027: Innenraum und Infotainment
Geely Monjaro EM-i

Geely bezeichnet den Monjaro offiziell als seinen ersten „globalen Hybrid D-SUV“. Der internationale Rollout hat im Spätsommer im Nahen Osten und Ägypten begonnen, und die offiziellen Medienportale des Herstellers bestätigen die Pläne für Großbritannien und das europäische Festland. Für den deutschen Markt ist nach aktuellen Brancheninformationen mit einem Marktstart im Laufe des Jahres 2027 zu rechnen. Es handelt sich hierbei keineswegs um ein nebulöses Zukunftsversprechen: Die Serienversion steht mit fertigen Spezifikationen, vollwertigem Flyme Auto Infotainment und Serien-Hardware bereit. Wir werfen einen detaillierten Blick auf die Technik dieses chinesischen Kodiaq-Rivalen.

Der EM-i Super Hybrid: Geelys Antwort auf BYD und VW

Die zentrale Antriebseinheit des Monjaro EM-i bildet der namensgebende „EM-i Super Hybrid“-Strang. Ähnlich wie der Technologie-Rival Geely Starray EM-i setzt der Monjaro auf die neueste Generation des seriell-parallelen Hybridantriebs aus dem Geely-Konzern. Das System kombiniert einen hocheffizienten 1.5-Liter-Aspirations- bzw. Turbobenziner mit mehreren Elektromotoren.

Der Verbrennungsmotor wurde gezielt für den Hybridbetrieb entwickelt und erreicht einen thermischen Wirkungsgrad von über 46 Prozent – ein absoluter Spitzenwert in der Industrie. Im Alltag arbeitet das System primär als serieller Hybrid: Der Benziner treibt einen Generator an, der Strom für die elektrischen Antriebsmotoren liefert oder den Pufferakku lädt. Erst bei höheren Geschwindigkeiten auf der Autobahn koppelt sich der Verbrenner über eine Klauenkupplung direkt an die Antriebsräder an, um im effizientesten Lastbereich ohne Umwandlungsverluste mitzuwirken.

Besonders spannend für den europäischen Markt ist das „Intelligent Electric AWD“-System. Bei den Allradvarianten treibt ein dedizierter Elektromotor die Hinterachse an. Das bedeutet: Kein schwerer Kardantunnel, kein mechanisches Verteilergetriebe, sondern blitzschnelle elektronische Drehmomentverteilung im Millisekundenbereich. Das erhöht die Traktion auf nassem Asphalt oder Schnee drastisch und schont gleichzeitig den Verbrauch im Stadtverkehr, da die Hinterachse bei Nichtgebrauch vollständig entkoppelt wird.

GEA Evo Plattform & Fahrwerk: CDC-Dämpfung für den Oberklasse-Komfort

Der Monjaro EM-i basiert auf der weiterentwickelten „GEA Evo“ Plattform (Global Intelligent Electric Architecture) und nutzt die fortschrittliche GEEA 3.0 Elektronikarchitektur des Konzerns. Diese Plattform erlaubt eine tiefe Vernetzung sämtlicher Fahrwerks- und Antriebskomponenten.

Um die hohen Ansprüche europäischer Kunden an das Fahrverhalten zu erfüllen, rüstet Geely den Monjaro mit einem adaptiven CDC-Dämpfersystem (Continuous Damping Control) aus. Die Sensoren des Fahrzeugs analysieren die Fahrbahnbeschaffenheit und die Neigung der Karosserie in Echtzeit und passen die Härte der Stoßdämpfer blitzschnell an. Damit will Geely den Spagat zwischen sänftenartigem Komfort auf Kopfsteinpflaster und stabiler Straßenlage bei hohen Geschwindigkeiten auf der deutschen Autobahn meistern.

Auch bei den Alltagsmaßen zeigt der Monjaro Kante. Als klassisches D-Segment SUV bietet er ein großzügiges Platzangebot für fünf Passagiere:

  • Kofferraumvolumen: 633 Liter bei aufgestellter Rückbank
  • Maximales Ladevolumen: 1.532 Liter bei umgeklappter Rücksitzlehne

Damit übertrifft das Ladevolumen bei aufrechter Sitzreihe viele europäische Konkurrenten und qualifiziert den Monjaro als erstklassiges Familien- und Reisefahrzeug.

Infotainment: Meizus „Flyme Auto“ ersetzt zähe Menüs

Einer der größten Kritikpunkte an vielen chinesischen Fahrzeugen auf dem europäischen Markt war in der Vergangenheit die Software: Hölzerne Übersetzungen, verschachtelte Menüs und träge Touchscreens. Geely hat dieses Problem durch die Übernahme des Smartphone-Herstellers Meizu radikal gelöst. Im Monjaro EM-i kommt das Betriebssystem „Flyme Auto“ auf Basis der GEEA 3.0 Architektur zum Einsatz.

Flyme Auto bietet eine Benutzeroberfläche, die in Sachen Flüssigkeit, Animationen und Reaktionszeit stark an moderne High-End-Smartphones oder Teslas Betriebssystem erinnert. Das Cockpit wird von großen, hochauflösenden Screens dominiert, auf denen Widgets frei konfiguriert werden können. Dank leistungsstarker Qualcomm Snapdragon Prozessoren gehört Ruckeln der Vergangenheit an. Zudem unterstützt das System kabelloses Apple CarPlay und Android Auto sowie regelmäßige Over-the-Air-Updates (OTA) für das gesamte Fahrzeug.

6,6 kW V2L: Die Powerbank auf vier Rädern

Ein weiteres technisches Highlight des Monjaro EM-i ist seine gewaltige Vehicle-to-Load-Funktion (V2L). Während viele europäische Plug-in-Hybride entweder gar kein V2L bieten oder bei mickrigen 2,3 bis 3,6 kW stagnieren, liefert der Monjaro an seiner externen Steckdose bis zu 6,6 kW Wechselstrom.

Mit 6,6 kW Ausgangsleistung lässt sich das SUV nicht nur als Stromquelle beim Camping für Kaffeemaschine und Elektrogrill nutzen, sondern kann im Notfall andere Elektrofahrzeuge laden oder schwere Elektrowerkzeuge auf einer Baustelle problemlos mit Energie versorgen. Auch das Bi-Directional Charging für das eigene Eigenheim (V2H) rückt damit in greifbare Nähe.

Spezifikation Geely Monjaro EM-i (2027) Skoda Kodiaq iV (2024) VW Tiguan eHybrid (2024)
Fahrzeugklasse D-SUV (5-Sitzer) D-SUV (5-Sitzer als PHEV) C-SUV / D-Border
Plattform GEA Evo (GEEA 3.0) MQB evo MQB evo
Antriebsart PHEV / EM-i Super Hybrid (e-AWD) PHEV / 1.5 TSI eHybrid (FWD) PHEV / 1.5 TSI eHybrid (FWD)
Fahrwerk CCD adaptive Dämpfung DCC Pro Damping DCC Pro Damping
Kofferraumvolumen 633 – 1.532 Liter 745 – 1.945 Liter 490 – 1.486 Liter
Infotainment Flyme Auto OS MIB4 (13-Zoll) MIB4 (15-Zoll)
V2L-Leistung bis zu 6,6 kW Nicht verfügbar / Standard Nicht verfügbar / Standard
Prognostizierter Preis (DE) ab ca. 42.000 – 45.000 € ab 48.530 € ab 48.495 €

Marktstart in Europa: 2027 im Fokus

Während der Monjaro EM-i in Nicht-EU-Märkten und im Nahen Osten bereits eingeführt wird, müssen sich Kunden in Deutschland und Resteuropa noch etwas gedulden. Der Markteintritt in Kontinentaleuropa und Großbritannien ist nach aktuellen Plänen für 2027 datiert.

Der Grund für die Verzögerung liegt in der sorgfältigen Homologation: Geely muss das Fahrzeug an die strengen EU-Sicherheitsnormen (GSR2), die europäischen eCall-Standards sowie die lokalen Abstimmungen für das Fahrwerk anpassen. Zudem baut Geely derzeit parallel seine europäische Händler- und Servicestruktur auf, um Kunden nicht mit schutzlosen Online-Vertriebskanälen allein zu lassen. Preislich dürfte der Monjaro EM-i voll ausgestattet bei rund 42.000 bis 46.000 Euro starten – womit er etablierte deutsche und tschechische Konkurrenten bei vergleichbarer Ausstattung um gut 5.000 bis 8.000 Euro unterbieten würde.

Fazit: Geely Monjaro EM-i verbindet Hybridtechnik mit elektrischem Allrad

Wer geglaubt hat, chinesische Hersteller könnten nur reine Elektroautos bauen, wird beim Geely Monjaro EM-i eines Besserem belehrt. Geely zeigt mit diesem D-SUV eindrucksvoll, dass sie auch das komplexe Zusammenspiel aus Verbrenner, Elektromotoren und Software auf absolutem Spitzenniveau beherrschen.

Die Kombination aus der hochmodernen GEA Evo Architektur, dem intelligenten Allradantrieb ohne mechanische Welle, dem adaptiven CDC-Fahrwerk und dem exzellenten Flyme Auto Infotainment schnürt ein Konzept, das etablierten Platzhirschen wie dem Skoda Kodiaq iV oder dem VW Tiguan eHybrid mächtig Kopfschmerzen bereiten wird. Zumal der Monjaro mit 6,6 kW V2L-Power ein praktisches Feature bietet, das man bei Volkswagen vergeblich sucht.

Natürlich bleibt abzuwarten, wie stabil das Werkstattnetz von Geely bis 2027 in Deutschland ausgebaut ist und wie hoch der reale Wertverlust ausfällt. Doch rein technologisch und hardwareseitig ist der Geely Monjaro EM-i kein Experiment, sondern eine hochgradig ausgereifte Ansage aus China. Wenn der Preis in Europa stimmt, wird dieser D-SUV den Markt der Familien-Hybride gehörig durcheinanderwirbeln.

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