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Dacia Sandero Stepway Hybrid 155 im Kosten-Check: Lohnt der Aufpreis zum LPG-Modell?

3.000 Euro liegen aktuell zwischen dem Dacia Sandero Stepway Hybrid 155 und dem vergleichbaren Eco-G 120 auto in der Ausstattung Expression. Dafür bietet der neue Vollhybrid deutlich mehr Leistung, einen niedrigeren WLTP-Verbrauch und die Möglichkeit, im Stadtverkehr einen großen Teil der Zeit elektrisch zu fahren. Doch wer ausschließlich auf die laufenden Kosten schaut, erlebt eine Überraschung: Der günstigere LPG-Sandero bleibt wirtschaftlich extrem schwer zu schlagen.

Der Sandero Stepway Hybrid 155 startet in Deutschland bei 20.790 Euro. Der ebenfalls automatisch schaltende Eco-G 120 auto kostet in derselben Ausstattung 17.790 Euro. Damit beträgt der tatsächliche Aufpreis des Hybridantriebs derzeit 3.000 Euro.

Auf den ersten Blick könnte man erwarten, dass sich diese Differenz über den niedrigeren Verbrauch schnell wieder hereinholt. Genau das passiert jedoch nicht.

Nach den aktuellen WLTP-Angaben verbraucht der Hybrid 155 kombiniert 4,4 Liter Super auf 100 km, während der Eco-G 120 auto im LPG-Betrieb bei 7,2 Litern auf 100 km liegt. Dacia nennt als Referenz für Deutschland Kraftstoffpreise von 1,90 Euro je Liter Benzin und 1,18 Euro je Liter LPG. Unter diesen Annahmen liegen die Energiekosten beider Varianten überraschend nah beieinander.

3.000 Euro Aufpreis: Das ist der entscheidende Unterschied

Für einen fairen Vergleich müssen zwei möglichst ähnliche Fahrzeuge gegenübergestellt werden.

Der Sandero Stepway Expression Eco-G 120 mit Handschaltung wäre nochmals günstiger. Da der Hybrid 155 jedoch serienmäßig mit Automatik fährt, ist der Eco-G 120 auto der sinnvollere Vergleichspartner.

Modell
Leistung
Getriebe
Listenpreis
Sandero Stepway Hybrid 155 Expression
116 kW (158 PS)
Multi-Mode-Automatik
20.790 €
Sandero Stepway Eco-G 120 auto Expression
90 kW (122 PS)
6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe
17.790 €
Preisunterschied
3.000 €

Damit muss der Hybrid zunächst einen Kostennachteil von 3.000 Euro kompensieren.

Er bietet dafür allerdings auch deutlich mehr Leistung: 158 statt 122 PS.

Die Entscheidung ist deshalb nicht nur eine Frage des Verbrauchs. Käufer bezahlen beim Hybrid gleichzeitig für mehr Leistung, ein anderes Antriebskonzept und einen stärkeren elektrischen Anteil im Stadtverkehr.

Der überraschende Kostenvergleich auf 100 Kilometer

Dacia gibt für den Sandero Stepway Hybrid 155 einen kombinierten WLTP-Verbrauch von 4,4 l/100 km an.

Der Eco-G 120 auto benötigt im LPG-Betrieb offiziell 7,2 l/100 km.

Für die folgende Rechnung verwenden wir die von Dacia im Juni 2026 als Deutschland-Referenz genannten Kraftstoffpreise:

  • Super: 1,90 €/l
  • LPG: 1,18 €/l

Daraus ergibt sich:

Hybrid 155:

4,4 l × 1,90 € = 8,36 €/100 km

Eco-G 120 auto:

7,2 l × 1,18 € = 8,50 €/100 km

Der Unterschied beträgt gerade einmal rund:

0,14 Euro pro 100 Kilometer zugunsten des Hybrid.

Das ist bemerkenswert.

Obwohl der Hybrid nach WLTP deutlich weniger Liter Kraftstoff benötigt, neutralisiert der erheblich niedrigere LPG-Preis einen Großteil dieses Vorteils.

Was bedeutet das bei 15.000 Kilometern pro Jahr?

Noch deutlicher wird der Unterschied bei einer typischen Jahresfahrleistung.

Fahrleistung
Hybrid 155
Eco-G 120 auto
Vorteil Hybrid
10.000 km
ca. 836 €
ca. 850 €
ca. 14 €
15.000 km
ca. 1.254 €
ca. 1.274 €
ca. 20 €
20.000 km
ca. 1.672 €
ca. 1.699 €
ca. 27 €
75.000 km
ca. 6.270 €
ca. 6.372 €
ca. 102 €

Die Rechnung basiert bewusst nur auf WLTP-Verbrauch und den genannten Kraftstoffpreisen. Tatsächliche Kosten hängen von Fahrweise, Temperatur, Strecke und regionalen Tankstellenpreisen ab.

Trotzdem zeigt die Größenordnung etwas Wichtiges:

Über den Kraftstoff allein lässt sich der 3.000-Euro-Aufpreis des Hybrid 155 unter diesen Bedingungen praktisch nicht amortisieren.

Selbst nach 75.000 Kilometern beträgt der rechnerische Kraftstoffvorteil nur rund 100 Euro.

Damit wird deutlich: Wer den Hybrid ausschließlich wegen niedrigerer Tankkosten kauft, dürfte enttäuscht werden.

Wo der Hybrid 155 trotzdem klar im Vorteil ist

Das bedeutet allerdings nicht, dass der Hybrid 155 die schlechtere Wahl ist.

Der Aufpreis kauft nicht nur einen niedrigeren Benzinverbrauch.

Dacia kombiniert beim Hybrid 155 einen 1,8-Liter-Vierzylinder-Benziner mit zwei Elektromotoren und einer 1,4-kWh-Hochvoltbatterie. Die Systemleistung beträgt 116 kW beziehungsweise 158 PS.

Dacia gibt an, dass der Hybrid im Stadtverkehr unter geeigneten Bedingungen bis zu 80 Prozent der Fahrzeit elektrisch zurücklegen kann. Das Fahrzeug startet außerdem elektrisch.

Gerade im Stop-and-Go-Verkehr kann sich das deutlich angenehmer anfühlen als ein klassischer Verbrenner.

Hinzu kommen:

  • leiseres Anfahren;
  • elektrisches Rangieren;
  • Rekuperation beim Verzögern;
  • weniger Verbrennungsmotorbetrieb im Stadtverkehr;
  • deutlich höhere Systemleistung;
  • kein Umschalten zwischen Benzin und LPG erforderlich.

Der Hybrid richtet sich deshalb weniger an den Käufer, der jeden Cent Kraftstoffkosten optimieren möchte, sondern stärker an Fahrer, die Komfort und Effizienz verbinden wollen.

Der Eco-G 120 hat einen anderen Trumpf: Reichweite

Beim LPG-Modell verfolgt Dacia eine völlig andere Strategie.

Der Eco-G 120 kann sowohl mit Autogas als auch mit Benzin betrieben werden. Für die aktuelle Generation hat Dacia den LPG-Tank des Sandero Stepway von 40 auf 49,6 Liter vergrößert.

Zusammen mit dem Benzintank nennt der Hersteller eine kombinierte Gesamtreichweite von bis zu rund 1.480 km für den Stepway.

Das ist für Vielfahrer interessant.

Wer regelmäßig lange Autobahnstrecken fährt, bekommt mit LPG einen Antrieb, der niedrige Kraftstoffkosten mit einer sehr hohen Gesamtreichweite verbindet.

Und anders als bei einem Elektroauto spielt Ladeinfrastruktur keine Rolle.

Ist der Gastank leer, kann der Sandero weiterhin mit Benzin fahren.

Stadt oder Autobahn: Hier trennen sich die Konzepte

Der interessanteste Unterschied zwischen beiden Varianten zeigt sich deshalb weniger beim Listenverbrauch als beim Fahrprofil.

Hybrid 155

Der Vollhybrid spielt seine Stärken vor allem aus bei:

  • Stadtverkehr;
  • häufigem Stop-and-Go;
  • kurzen und mittleren Strecken;
  • vielen Brems- und Beschleunigungsphasen.

Hier kann das Fahrzeug regelmäßig Energie zurückgewinnen und den Verbrennungsmotor zeitweise abschalten.

Eco-G 120 auto

Das LPG-Modell ist besonders interessant für:

  • hohe Jahresfahrleistungen;
  • längere Landstraßen- und Autobahnstrecken;
  • Fahrer mit guter LPG-Versorgung in der Region;
  • Käufer mit starkem Kostenfokus.

Auf konstant gefahrenen Langstrecken verliert der elektrische Anteil des Vollhybrids naturgemäß einen Teil seines Vorteils.

Genau dort wird der niedrige Preis von Autogas besonders interessant.

Der Hybrid ist der stärkste Sandero Stepway

Beim reinen Kostenvergleich sollte allerdings nicht übersehen werden, dass beide Fahrzeuge auch leistungsmäßig deutlich auseinanderliegen.

Der Hybrid 155 entwickelt 158 PS.

Der Eco-G 120 kommt auf 122 PS.

Damit ist der Hybrid nicht einfach eine sparsamere Alternative zum LPG-Modell. Er ist gleichzeitig die neue Topmotorisierung der Baureihe.

Für Käufer bedeutet das:

Die zusätzlichen 3.000 Euro bezahlen nicht nur eine andere Energiequelle, sondern auch 36 PS mehr Leistung und ein stärker elektrifiziertes Fahrerlebnis.

Wer diese Mehrleistung möchte, sollte deshalb nicht erwarten, dass sich der Aufpreis vollständig über die Tankrechnung refinanziert.

Und was ist mit Wartung und Versicherung?

Hier sollte man vorsichtig sein.

Bei einem Kostenvergleich wäre es verlockend, dem Hybrid automatisch geringere Wartungskosten oder dem stärkeren Modell automatisch eine höhere Versicherungsprämie zuzuschreiben.

Belastbare pauschale Zahlen dafür liegen jedoch noch nicht in ausreichendem Umfang vor.

Der Hybrid 155 ist neu im Sandero Stepway. Individuelle Versicherungsprämien hängen außerdem von Typklasse, Regionalklasse, Schadenfreiheitsrabatt, Fahrerprofil und Versicherer ab.

Auch bei den Wartungskosten unterscheiden sich die Systeme.

Der LPG-Antrieb besitzt zusätzliche Gaskomponenten, während der Vollhybrid Batterie, Elektromotoren und Leistungselektronik mitbringt.

Deshalb wäre es unseriös, den Kaufpreisunterschied bereits heute mit angenommenen zukünftigen Reparaturkosten kleinzurechnen.

Für einen transparenten Kosten-Check bleibt der Kraftstoffvergleich zunächst die belastbarste Größe.

Lohnt sich der Aufpreis für Stadtfahrer?

Hier wird der Hybrid wesentlich interessanter.

Wer hauptsächlich in Berlin, Hamburg, München, Köln oder anderen Städten unterwegs ist, profitiert stärker vom elektrischen Anteil.

Dacia spricht von bis zu 80 Prozent elektrischer Fahrzeit in der Stadt. Das bedeutet allerdings nicht, dass 80 Prozent der gesamten Strecke unter allen Bedingungen elektrisch gefahren werden.

Fahrweise, Temperatur, Topografie und Nutzung elektrischer Verbraucher beeinflussen den tatsächlichen Anteil deutlich.

Trotzdem bietet das System im urbanen Alltag einen Komfortvorteil, den eine reine Kraftstoffrechnung nicht abbildet.

Wer viel Stadt fährt und Wert auf leises Anfahren, Automatik und mehr Leistung legt, kann den Mehrpreis deshalb bewusst als Komfortaufschlag betrachten.

Für Sparfüchse bleibt LPG schwer zu schlagen

Ganz anders sieht es bei Käufern aus, die einen Sandero gerade wegen seiner niedrigen Kosten wählen.

Hier bleibt der Eco-G 120 auto extrem interessant.

Er kostet in vergleichbarer Expression-Ausstattung 3.000 Euro weniger, bietet ebenfalls ein Automatikgetriebe und erreicht dank LPG und Benzin eine sehr hohe Gesamtreichweite.

Und entscheidend:

Bei den von Dacia genannten Referenzpreisen für Benzin und LPG liegen selbst die Kraftstoffkosten pro 100 Kilometer nahezu auf dem Niveau des deutlich sparsameren Hybrid.

Damit besitzt der Hybrid ausgerechnet in jener Kategorie keinen deutlichen Vorteil, die für viele Dacia-Käufer besonders wichtig ist: Euro pro Kilometer.

Was bedeutet das für deutsche Käufer?

Die Entscheidung lässt sich erstaunlich klar auf zwei Käufertypen reduzieren.

Der Eco-G 120 auto ist wahrscheinlich die bessere Wahl, wenn:

  • der Kaufpreis möglichst niedrig bleiben soll;
  • hohe Jahresfahrleistungen geplant sind;
  • LPG-Tankstellen gut erreichbar sind;
  • maximale Gesamtreichweite wichtig ist;
  • Kraftstoffkosten Priorität haben.

Der Hybrid 155 ist interessanter, wenn:

  • überwiegend Stadt und Mischverkehr gefahren wird;
  • mehr Leistung gewünscht ist;
  • leises elektrisches Anfahren wichtig ist;
  • ein Vollhybrid ohne externe Lademöglichkeit gesucht wird;
  • Komfort wichtiger ist als die niedrigste mögliche Gesamtrechnung.

Damit konkurrieren beide Varianten weniger direkt miteinander, als der identische Sandero-Stepway-Schriftzug vermuten lässt.

EvAutos25-Einschätzung: Der Hybrid muss sich nicht über den Spritpreis rechnen

Der Dacia Sandero Stepway Hybrid 155 bringt etwas in die Baureihe, das es dort bisher nicht gab: einen leistungsstarken Vollhybrid, der gerade im Stadtverkehr einen erheblichen Teil der Fahrzeit ohne laufenden Verbrennungsmotor auskommen kann.

Doch wirtschaftlich bleibt die Situation ungewöhnlich.

Der Hybrid verbraucht deutlich weniger Liter – aber LPG ist deutlich günstiger.

Dadurch schrumpft der vermeintliche Verbrauchsvorteil auf wenige Cent pro 100 Kilometer.

Bei aktuell 3.000 Euro Preisunterschied ist deshalb eines klar:

Über die Kraftstoffkosten allein rechnet sich der Hybrid 155 gegenüber dem Eco-G 120 auto praktisch nicht.

Das muss er allerdings auch nicht zwingend.

Käufer erhalten für den Aufpreis 158 PS, einen elektrifizierten Antrieb und einen spürbar stärkeren Fokus auf Stadtkomfort.

Wer dagegen beim Sandero vor allem möglichst günstig von A nach B kommen möchte, findet im Eco-G weiterhin das logischere Angebot.

Genau darin liegt das Interessante an der neuen Motorenpalette: Dacia zwingt Käufer erstmals zu einer echten Entscheidung zwischen maximaler Kostenorientierung und zusätzlichem Antriebskomfort.

Fazit

Der neue Dacia Sandero Stepway Hybrid 155 ist nicht automatisch die wirtschaftlichste Version des Stepway.

Mit 20.790 Euro kostet er in der Ausstattung Expression 3.000 Euro mehr als der Eco-G 120 auto. Gleichzeitig liegen die Kraftstoffkosten beider Modelle unter vergleichbaren Annahmen überraschend dicht zusammen.

Für Vielfahrer und besonders preisbewusste Kunden bleibt der LPG-Sandero deshalb schwer zu schlagen.

Der Hybrid 155 überzeugt an anderer Stelle: mehr Leistung, ruhigeres Fahren in der Stadt, elektrische Fahranteile und ein moderner Vollhybridantrieb ohne Ladekabel.

Die entscheidende Frage lautet daher nicht:

Wann amortisiert sich der Hybrid?

  • Sondern

Sind einem Käufer mehr Leistung und Hybridkomfort 3.000 Euro Aufpreis wert?

  • Für reine Sparfüchse lautet die Antwort eher nein.
  • Für Stadtfahrer, die mehr Komfort und Leistung wollen, kann der Hybrid 155 dagegen der deutlich attraktivere Sandero sein.

Jurij Senkewitsch

Fachautor für Elektromobilität bei EvAutos25. Er spezialisiert sich auf Elektroautos, Batterietechnologien und Ladeinfrastruktur sowie auf die Analyse des deutschen und europäischen E-Auto-Marktes.

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