Nachricht

Volvo EX40 (2026) Facelift im Technik-Check: Mehr Leistung, neue Namen

Volvo EX40 (2026) Facelift
Volvo EX40

Volvo spendiert seinem Bestseller ein umfassendes Facelift und einen neuen Namen. Aus dem XC40 Recharge wird 2026 offiziell der EX40. Das Update bringt nicht nur kosmetische Retuschen, sondern vor allem neue Batterietechnik mit bis zu 82 kWh Kapazität, 200 kW Ladeleistung und eine WLTP-Reichweite von über 570 Kilometern. Zudem gibt es ein neues Performance-Paket mit satten 442 PS. Wir analysieren alle Neuerungen im Detail.

Volvo EX40 Facelift im geometrischen Licht
Volvo EX40

Der kompakte Premium-SUV aus Schweden gehört in Deutschland zu den unangefochtenen Bestsellern im Segment. Doch die Konkurrenz schläft nicht: BMW iX1, Mercedes EQA und Audi Q4 e-tron haben technisch stark aufgerüstet. Um die Vormachtstellung zu verteidigen, strukturiert Volvo das Portfolio radikal um. Mit dem Modelljahr 2026 verschwindet das verwirrende „Recharge“-Kürzel endgültig aus den Preislisten. Die Schweden passen ihre Nomenklatur an das neue vollelektrische Line-up an.

Elektrischer Volvo XC40 an einer Ladestation
Volvo EX40

Doch es bleibt nicht bei einem neuen Namensschild am Heck. Volvo hat tief in die technische Architektur der CMA-Plattform eingegriffen, die man sich mit dem Polestar 2 teilt. Wer jetzt einen Blick unter das Blechkleid wirft, entdeckt eine optimierte Zellchemie, effizientere E-Motoren an der Hinterachse und ein überarbeitetes Thermomanagement. Das Resultat ist ein Fahrzeug, das auf dem Papier deutlich mehr Langstreckenkompetenz verspricht als sein Vorgänger.

Die neue Namenslogik: Aus XC40 wird EX40, aus C40 wird EC40

Bisher mussten Kunden beim Volvo-Händler genau hinschauen: Ein XC40 konnte ein Verbrenner, ein Plug-in-Hybrid oder eben ein „XC40 Recharge Pure Electric“ sein. Diese Zeiten sind vorbei. Volvo trennt die Antriebswelten nun auch namentlich konsequent. Reine Elektromodelle beginnen immer mit einem „E“. Aus dem klassischen, kantigen SUV wird somit der Volvo EX40. Die Coupé-hafte, aerodynamischere Version (ehemals C40) hört ab sofort auf den Namen Volvo EC40. Die Verbrenner-Modelle dürfen den Namen XC40 vorerst behalten.

Diese Namensänderung gliedert die Kompaktmodelle logisch in die neue Hierarchie ein, an deren unterem Ende der extrem erfolgreiche Klein-SUV Volvo EX30 steht und die nach oben vom Luxus-Schiff EX90 abgerundet wird. Es ist ein klarer psychologischer Schnitt, der verdeutlicht, dass Volvo seine Transformation zur reinen Elektromarke bis 2030 gnadenlos durchzieht.

Batterie und Reichweite: Bis zu 82 kWh für den Langstrecken-Sprint

Die weitreichendsten Änderungen beim Facelift 2026 finden sich im Batteriepaket. Wie schon der Konzernbruder Polestar 2 erhält auch der Volvo EX40 im Unterboden ein massives Zell-Upgrade. Anstelle der alten 78-kWh-Batterie kommt nun im „Extended Range“-Modell ein Akkupack mit 82 kWh Bruttokapazität (79 kWh netto) zum Einsatz. Die Energiedichte der Zellen wurde erhöht, was bedeutet, dass die Batterie trotz mehr Kapazität nicht schwerer geworden ist.

Dieses Batterie-Upgrade hat massive Auswirkungen auf die Reichweite. In Kombination mit einem völlig neu entwickelten Elektromotor an der Hinterachse, der nun als permanenterregter Synchronmotor (PSM) der zweiten Generation arbeitet und deutlich effizienter mit der Energie haushaltet, sinkt der WLTP-Verbrauch auf beeindruckende 16,3 bis 17,0 kWh/100 km. Das resultiert in einer WLTP-Reichweite von bis zu 576 Kilometern (beim aerodynamischeren EC40 sind es sogar 583 km). Das ist ein Zuwachs von knapp 100 Kilometern im Vergleich zum Vor-Facelift-Modell! Selbst in der realen deutschen Autobahnpraxis bei 130 km/h sollten damit echte 400 Kilometer am Stück problemlos machbar sein.

Wer primär in der Stadt unterwegs ist, kann weiterhin zur Standard-Range-Version (69 kWh netto) greifen, die nun immerhin bis zu 479 Kilometer nach WLTP schafft und den Einstiegspreis drückt.

Ladeleistung: Sprung auf 200 kW Peak-Leistung

Neben der größeren Batterie hat Volvo auch das Thermomanagement und das Batteriemanagementsystem (BMS) massiv überarbeitet. Die große 82-kWh-Batterie des EX40 Long Range lässt sich am DC-Schnelllader nun mit einer Spitzenleistung von bis zu 200 kW aufladen (vorher 150 kW). Die Standard-Range-Batterie lädt mit bis zu 130 kW.

Wichtiger als die Peak-Leistung ist jedoch die neue Ladekurve. Die Vorkonditionierung der Batterie funktioniert im EX40 nun vollautomatisch, wenn ein Schnelllader im integrierten Google-Navigationssystem als Ziel programmiert ist. Kommt das Fahrzeug mit 10 Prozent Rest-SoC (State of Charge) an der Säule an, wird der 200-kW-Peak bis etwa 35 Prozent gehalten, bevor die Kurve sanft abfällt. Der klassische Ladehub von 10 auf 80 Prozent ist somit in exakt 28 Minuten absolviert. Für ein Fahrzeug, das auf einer 400-Volt-Architektur basiert, ist das ein absoluter Spitzenwert, der den EX40 wieder auf Augenhöhe mit den besten Konkurrenten aus Süddeutschland bringt.

Performance-Paket: 442 PS und ein Knopfdruck für den Punch

Wer auf maximale Traktion und Leistung steht, greift traditionell zum „Twin Motor“ – der Allradversion mit je einem Elektromotor an der Vorder- und Hinterachse. Im Standardtrimm leistet diese Version bereits brachiale 300 kW (408 PS). Für das Modelljahr 2026 hat sich Volvo jedoch etwas Besonderes einfallen lassen: das optionale Performance-Software-Upgrade.

Dieses Paket, das sich bei bestimmten Ausstattungslinien ordern (oder später als Over-the-Air-Update freischalten) lässt, entfesselt zusätzliche 25 kW (34 PS). Die Systemleistung steigt damit auf 325 kW (442 PS). Das Besondere daran: Die volle Leistung liegt nicht permanent an, sondern wird an ein spezielles Fahrprofil gekoppelt. Wer im Menü den „Performance-Modus“ aktiviert, ändert das Ansprechverhalten des Fahrpedals drastisch. Der EX40 wird in diesem Modus extrem bissig, reagiert auf den Millimeter genau auf Pedalbefehle und drückt die Insassen beim Ampelstart unerbittlich in die Sitze. Der Sprint von 0 auf 100 km/h schrumpft auf 4,6 Sekunden. Da Volvo die Höchstgeschwindigkeit bei allen Modellen markentypisch bei 180 km/h elektronisch einbremst, ist dieses Paket primär für den brutalen Zwischenspurt auf der Landstraße gedacht.

Innenraum und Software: Android Automotive als Benchmark

Im Innenraum des EX40 belässt es Volvo bei feinen kosmetischen Retuschen. Die Verarbeitungsqualität ist weiterhin über jeden Zweifel erhaben, die verwendeten Materialien (viele davon aus recycelten Kunststoffen und komplett vegan) wirken extrem hochwertig und skandinavisch kühl. Die Sitze gehören zum Besten, was man in der Kompaktklasse kaufen kann – extrem rückenfreundlich und langstreckentauglich.

Die zentrale Bedienschnittstelle bleibt das Infotainmentsystem auf Basis von Android Automotive OS. Wer ein Google-Konto besitzt, meldet sich im Fahrzeug an und hat direkt Zugriff auf Google Maps, den Google Assistant und den Play Store. Volvo spendiert dem EX40 mit dem Facelift einen leistungsstärkeren Prozessor, der das System spürbar beschleunigt. Ruckler auf der Karte gehören der Vergangenheit an. Die Ladeplanung über Google Maps ist schlichtweg genial: Sie kalkuliert die Ankunfts-Akkustände am Ziel und am Lader mit einer Präzision, die selbst Tesla nicht besser hinbekommt.

Zudem führt Volvo mit dem Facelift die „Black Edition“ für den EX40 ein. Diese Sonderausstattung taucht das SUV in tiefes Schwarz (Onyx Black), verbaut schwarz glänzende 20-Zoll-Felgen und eliminiert sämtliche Chromverzierungen an der Karosserie. Ein optischer Leckerbissen für alle, die das ohnehin schon wuchtige Design noch martialischer auftreten lassen wollen.

Technische Daten im Vergleich: Welcher EX40 ist der richtige?

Volvo fächert das Angebot des EX40 nun in drei sehr klare Leistungskategorien auf. Um die Kaufentscheidung zu erleichtern, haben wir die wichtigsten Eckdaten der drei Varianten in der folgenden Tabelle gegenübergestellt.

Parameter EX40 Single Motor EX40 Extended Range EX40 Twin Motor
Antriebsart Heckantrieb (RWD) Heckantrieb (RWD) Allradantrieb (AWD)
Leistung & Drehmoment 175 kW (238 PS) / 420 Nm 185 kW (252 PS) / 420 Nm 300 kW (408 PS) / 670 Nm
Batterie (netto) 69 kWh 79 kWh 79 kWh
Reichweite (WLTP) bis zu 479 km bis zu 576 km bis zu 536 km
DC-Ladeleistung (Peak) 130 kW (10-80% in 34 Min.) 200 kW (10-80% in 28 Min.) 200 kW (10-80% in 28 Min.)
0-100 km/h Beschleunigung 7,3 Sekunden 7,3 Sekunden 4,8 Sekunden (4,6s Performance)

Fazit

Das Facelift des Volvo EX40 (ehemals XC40 Recharge) ist ein klassisches Understatement-Update. Optisch ändert sich nur wenig, technisch hat Volvo das Elektro-SUV jedoch deutlich weiterentwickelt. Der Heckantrieb der Single-Motor-Versionen verbessert das Fahrverhalten und reduziert Antriebseinflüsse in der Lenkung. Mit der großen 82-kWh-Batterie, bis zu 200 kW DC-Ladeleistung und bis zu 576 Kilometern WLTP-Reichweite ist der EX40 zudem deutlich besser für längere Strecken gerüstet.

Das Team von EvAutos25 sieht den EX40 vor allem als interessante Wahl für Fahrer, die ein komfortables, zurückhaltend gestaltetes und langstreckentaugliches Elektro-SUV suchen. Auch die Integration von Google Automotive gehört im Alltag zu den Stärken des Modells. Besonders die reichweitenstarke Variante reduziert die Zahl notwendiger Ladestopps auf längeren Autobahnfahrten deutlich.

Grenzen setzt dagegen weiterhin das Platzangebot. Der 410 Liter große Kofferraum, ergänzt um einen 31-Liter-Frunk, reicht für den normalen Alltag und kürzere Reisen gut aus. Bei einer vierköpfigen Familie mit Kinderwagen und umfangreichem Urlaubsgepäck kann es jedoch schnell eng werden. Wer mit diesem Kompromiss leben kann, erhält mit dem EX40 ein technisch ausgereiftes Elektro-SUV, das vor allem mit Komfort, Reichweite und einem unkomplizierten Bedienkonzept punktet.

Ähnliche Artikel

Hinterlassen Sie Feedback dazu

  • Bewertung abgeben!