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Lamborghini Revuelto SV: 1.065 PS, 1.425 Nm und 80 % mehr Abtrieb

Der Revuelto SV-Supersportwagen im Sonnenuntergang
Lamborghini Revuelto SV

Lamborghini verschärft sein V12-Flaggschiff: Der neue Lamborghini Revuelto SV feierte im Rahmen der Monterey Car Week 2026 seine Weltpremiere und wird zum bislang extremsten Serienmodell auf Basis des Revuelto. Die auf 1.963 Exemplare limitierte SuperVeloce-Version kombiniert den bekannten V12-Hybridantrieb mit einer auf 783 kW (1.065 PS) gesteigerten Systemleistung und 1.425 Nm Systemdrehmoment. Die Stückzahl 1.963 ist dabei kein Zufall – sie erinnert an das Gründungsjahr von Automobili Lamborghini.

Ein silberner Supersportwagen in der Nähe moderner Architektur
Lamborghini Revuelto SV

Noch eindrucksvoller sind die Fahrleistungen: Von 0 auf 100 km/h benötigt der Revuelto SV nur 2,4 Sekunden, Tempo 200 wird nach 6,7 Sekunden erreicht. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei mehr als 345 km/h. Damit gehört der neue SV zu den schnellsten und leistungsstärksten Straßenfahrzeugen, die Lamborghini bislang gebaut hat.

Doch der Revuelto SV soll nicht einfach nur mehr Leistung bieten. Lamborghini hat vor allem Aerodynamik, Fahrwerk, elektrifizierten Antriebsstrang und Fahrzeugabstimmung überarbeitet. Besonders auffällig: Der aerodynamische Abtrieb steigt gegenüber dem normalen Revuelto um 80 Prozent.

In diesem Technik-Check ordne ich als Automobiljournalist Jurij Senkewitsch ein, was den neuen Revuelto SV vom bereits 1.015 PS starken Serienmodell unterscheidet – und warum die zusätzliche Leistung nur ein Teil der Geschichte ist.

Die wichtigsten Daten des Lamborghini Revuelto SV: 783 kW (1.065 PS) Systemleistung, 1.425 Nm Systemdrehmoment, V12-Hybrid mit drei Elektromotoren, 0–100 km/h in 2,4 Sekunden, 0–200 km/h in 6,7 Sekunden, mehr als 345 km/h Höchstgeschwindigkeit, 80 Prozent mehr Abtrieb und eine Limitierung auf 1.963 Fahrzeuge.

V12-Hybrid bleibt das Herzstück des Revuelto SV

Lamborghini hält auch beim bislang schärfsten Revuelto am charakteristischen 6,5-Liter-V12-Saugmotor fest. Der Verbrennungsmotor arbeitet weiterhin mit drei Elektromotoren zusammen und bildet damit einen der technisch ungewöhnlichsten Hybridantriebe im aktuellen Supersportwagenmarkt.

Beim normalen Revuelto erreicht das System bereits 747 kW (1.015 PS). Beim neuen SV steigt die Gesamtleistung auf 783 kW (1.065 PS). Gleichzeitig nennt Lamborghini ein Systemdrehmoment von 1.425 Nm.

Entscheidend ist dabei nicht allein die höhere Spitzenleistung. Lamborghini hat das Zusammenspiel zwischen V12, Elektromotoren, Batterie und Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe für die SV-Version neu abgestimmt. Ziel ist eine noch direktere Leistungsentfaltung und eine präzisere Reaktion des Fahrzeugs auf der Rennstrecke.

Der elektrische Teil des Antriebs dient damit nicht primär einer möglichst großen elektrischen Reichweite. Die Elektrifizierung soll vielmehr zusätzliche Leistung bereitstellen, das Ansprechverhalten verbessern und die aktive Verteilung des Drehmoments unterstützen.

Drei Elektromotoren unterstützen den V12

Das grundlegende Antriebskonzept des Revuelto bleibt auch beim SV erhalten. Lamborghini kombiniert den V12 mit drei Elektromotoren.

Zwei E-Maschinen wirken an der Vorderachse. Dadurch kann Lamborghini auf eine klassische mechanische Verbindung des V12 mit den Vorderrädern verzichten und gleichzeitig einen elektrifizierten Allradantrieb realisieren. Die Elektronik kann das Drehmoment sehr schnell zwischen den Achsen beziehungsweise Rädern verteilen.

Eine weitere E-Maschine ist in den hinteren Antriebsstrang integriert und arbeitet mit dem V12 sowie dem quer angeordneten Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe zusammen.

Für den SV hat Lamborghini außerdem die elektrische Leistungsbereitstellung des Hybridsystems überarbeitet. Der Hersteller spricht von einer neuen, auf die höheren Leistungsanforderungen abgestimmten Hochleistungsbatterie.

Konkrete homologierte Angaben zur nutzbaren Batteriekapazität und zur rein elektrischen Reichweite der SV-Version stehen derzeit jedoch nicht im Mittelpunkt der offiziellen Präsentation. Beim Revuelto SV ist der elektrische Teil des Antriebs klar auf Performance ausgelegt.

80 Prozent mehr Abtrieb: Hier liegt der große Unterschied

Die vielleicht wichtigste technische Veränderung gegenüber dem normalen Revuelto findet sich nicht unter der Motorhaube, sondern an der Karosserie.

Der Revuelto SV erzeugt laut Lamborghini 80 Prozent mehr aerodynamischen Abtrieb als das Ausgangsmodell.

Dafür wurde die Aerodynamik umfassend überarbeitet. Neue Luftleitelemente und eine stärker auf hohe Kurvengeschwindigkeiten ausgerichtete Abstimmung sollen das Fahrzeug bei zunehmendem Tempo stärker auf die Fahrbahn drücken.

Der zusätzliche Abtrieb ist besonders auf schnellen Rennstrecken relevant. Mehr aerodynamischer Grip ermöglicht höhere Kurvengeschwindigkeiten und gibt dem Fahrer beim Anbremsen sowie bei schnellen Richtungswechseln zusätzliche Stabilität.

Damit folgt Lamborghini der traditionellen SV-Philosophie: Eine SuperVeloce-Version soll nicht lediglich auf dem Datenblatt stärker sein, sondern vor allem schneller und präziser auf einer Rennstrecke funktionieren.

2,4 Sekunden auf 100 km/h

Das Ergebnis der Überarbeitung zeigt sich deutlich bei den Beschleunigungswerten. Der Lamborghini Revuelto SV beschleunigt aus dem Stand auf 100 km/h in 2,4 Sekunden. Damit verbessert er den bereits extrem schnellen normalen Revuelto nochmals.

Noch aussagekräftiger ist der Sprint auf 200 km/h. Dafür benötigt der SV lediglich 6,7 Sekunden.

Die Höchstgeschwindigkeit gibt Lamborghini mit mehr als 345 km/h an. Damit liegt der Fokus der SV-Version offensichtlich nicht darauf, einen möglichst hohen Topspeed-Rekord zu erzielen. Zusätzlicher Abtrieb erzeugt zwangsläufig mehr Luftwiderstand – auf einer Rennstrecke ist die dadurch gewonnene Kurvenperformance jedoch wesentlich wichtiger.

Hockenheimring: 1:41,6 Minuten zeigen das Potenzial

Wie konsequent Lamborghini den Revuelto SV auf Fahrdynamik getrimmt hat, zeigt ein weiterer interessanter Wert. Lamborghini-Werksfahrer Marco Mapelli absolvierte den Hockenheimring mit dem neuen Supersportwagen in 1:41,6 Minuten.

Der Wert ist für die Einordnung des SV besonders relevant. Die zusätzliche Systemleistung von 50 PS gegenüber dem normalen Revuelto erklärt allein nicht, warum das Fahrzeug auf einer Rennstrecke schneller sein kann.

Aerodynamischer Abtrieb, Fahrwerksabstimmung, Reifen, Bremsen, elektronische Regelsysteme und die Verteilung des elektrischen Drehmoments müssen als Gesamtsystem funktionieren. Genau hier liegt der technische Schwerpunkt des Revuelto SV.

SuperVeloce: Lamborghini setzt wieder auf die traditionelle SV-Formel

Die Bezeichnung SV – SuperVeloce besitzt bei Lamborghini eine besondere Bedeutung. Historisch wurden damit besonders leistungsorientierte Versionen bestehender V12-Modelle bezeichnet. Fahrzeuge wie der Murciélago LP 670-4 SV oder Aventador LP 750-4 SV kombinierten mehr Leistung mit weniger Gewicht, einer aggressiveren Aerodynamik und einer deutlich stärkeren Rennstreckenorientierung.

Beim elektrifizierten Revuelto verändert sich diese Formel. Der Hybridantrieb lässt sich nicht einfach durch das Entfernen elektrischer Komponenten leichter machen. Stattdessen nutzt Lamborghini die Elektrifizierung aktiv als Performance-Werkzeug: Die Elektromotoren unterstützen die Beschleunigung und ermöglichen eine extrem schnelle Verteilung des Drehmoments.

Der Revuelto SV zeigt damit, wie Lamborghini die klassische SuperVeloce-Idee in das Hybridzeitalter übertragen will.

Revuelto SV gegen Revuelto: Die wichtigsten Unterschiede

Technische Daten
Lamborghini Revuelto SV
Lamborghini Revuelto
Antrieb
V12-Hybrid + 3 E-Motoren
V12-Hybrid + 3 E-Motoren
Systemleistung
783 kW (1.065 PS)
747 kW (1.015 PS)
Systemdrehmoment
1.425 Nm
0–100 km/h
2,4 s
2,5 s
0–200 km/h
6,7 s
rund 7,0 s
Höchstgeschwindigkeit
>345 km/h
>350 km/h
Aerodynamischer Abtrieb
+80 % gegenüber Revuelto
Referenzwert
Getriebe
8-Gang-Doppelkupplung
8-Gang-Doppelkupplung
Limitierung
1.963 Fahrzeuge
keine vergleichbare SV-Limitierung
Deutschland-Preis
noch nicht offiziell bestätigt
modellabhängig

Warum Lamborghini den V12 trotz Elektrifizierung behält

Der Revuelto SV zeigt gleichzeitig, welchen Weg Lamborghini bei seinen extremsten Fahrzeugen einschlägt. Anstatt den großvolumigen V12 unmittelbar durch einen rein elektrischen Antrieb zu ersetzen, nutzt der Hersteller Elektromotoren, um die Schwächen eines klassischen Verbrennungsmotors zu kompensieren und dessen Stärken zu erhalten.

Der V12 liefert weiterhin Sound, hohe Drehzahlen und die für Lamborghini charakteristische Leistungsentfaltung. Die E-Motoren reagieren dagegen praktisch verzögerungsfrei und können den Antrieb gerade beim Herausbeschleunigen aus Kurven unterstützen.

Das macht den Revuelto SV technisch interessanter als einen einfachen Vergleich von Verbrenner und Elektroauto vermuten lässt: Elektrifizierung wird hier nicht primär als Mittel zur Verbrauchsreduzierung eingesetzt, sondern als zusätzlicher Baustein für Fahrdynamik.

1.963 Exemplare: Warum gerade diese Zahl?

Lamborghini limitiert den Revuelto SV weltweit auf exakt 1.963 Fahrzeuge. Die Zahl verweist auf das Jahr 1963, in dem Ferruccio Lamborghini das Unternehmen Automobili Lamborghini gründete.

Damit unterscheidet sich der SV auch kommerziell deutlich vom normalen Revuelto. Die Limitierung dürfte ihn insbesondere für Sammler interessant machen.

Einen endgültigen offiziellen Listenpreis für Deutschland hat Lamborghini im Rahmen der ersten Präsentation noch nicht kommuniziert. Preisangaben, die derzeit für den Revuelto SV kursieren, sollten deshalb als Schätzungen und nicht als bestätigte deutsche Herstellerpreise behandelt werden.

Technisches Fazit von Jurij Senkewitsch

Der Lamborghini Revuelto SV zeigt, dass die SuperVeloce-Philosophie auch im Hybridzeitalter funktioniert. Die 1.065 PS Systemleistung sorgen zwar für spektakuläre Schlagzeilen, technisch interessanter sind jedoch die Änderungen hinter dieser Zahl.

1.425 Nm Systemdrehmoment, 80 Prozent mehr Abtrieb und 2,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h zeigen, wie konsequent Lamborghini den Revuelto auf maximale Fahrdynamik ausgerichtet hat. Die Hockenheim-Zeit von 1:41,6 Minuten liefert dazu einen deutlich aussagekräftigeren Praxisindikator als die reine Spitzenleistung.

Vor allem aber hält Lamborghini am V12 fest und nutzt die drei Elektromotoren nicht als Ersatz, sondern als Performance-Verstärker. Genau diese Kombination macht den Revuelto SV zu einem der technisch außergewöhnlichsten Supersportwagen seiner Generation.

Jurij Senkewitsch

Fachautor für Elektromobilität bei EvAutos25. Er spezialisiert sich auf Elektroautos, Batterietechnologien und Ladeinfrastruktur sowie auf die Analyse des deutschen und europäischen E-Auto-Marktes.

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