BYD zeigt den neuen Qin Max EV: Lädt der Tesla-Rivale wirklich in nur fünf Minuten?
BYD hat den Vorhang für den neuen Qin Max EV gelüftet. Noch vor der offiziellen Weltpremiere im September hat der chinesische Hersteller die ersten Werksbilder seiner neuen Elektro-Limousine veröffentlicht. Das Modell übernimmt künftig die Spitzenposition innerhalb der Qin-Baureihe und soll mit neuer Batterietechnik, hoher Reichweite und ultraschnellen Ladezeiten neue Maßstäbe im Segment setzen.

Besonders im Fokus steht dabei nicht das Design, sondern die angekündigte Ladeleistung. Laut BYD soll sich die Batterie von 10 auf 70 Prozent in lediglich fünf Minuten laden lassen. Für einen Ladevorgang von 10 auf 97 Prozent nennt der Hersteller sogar nur neun Minuten. Sollten diese Angaben unter realen Bedingungen bestätigt werden, würde der BYD Qin Max zu den schnellsten Serien-Elektroautos der Welt gehören.

Neue Flaggschiff-Limousine der Qin-Familie
Mit einer Fahrzeuglänge von 4,86 Metern positioniert BYD den Qin Max EV oberhalb des Qin L und macht ihn zum größten Modell der gesamten Qin-Baureihe. Damit fällt die Limousine sogar etwas länger aus als das Tesla Model 3 und richtet sich klar an das elektrische Mittelklasse-Segment.
Zu den wichtigsten Wettbewerbern zählen unter anderem das Tesla Model 3, der Volkswagen ID.7, der Hyundai Ioniq 6, der Xiaomi SU7 sowie der XPeng P7+.
BYD wird das Modell sowohl als vollelektrischen Qin Max EV als auch als Plug-in-Hybrid (PHEV) anbieten.
Bis zu 321 PS und 630 Kilometer Reichweite
Für den vollelektrischen Qin Max EV sind zwei Leistungsvarianten vorgesehen.
- 160 PS als Einstiegsversion
- 321 PS in der leistungsstärkeren Ausführung
Auch bei den Batterien haben Käufer die Wahl zwischen zwei Blade-Battery-Paketen.

- 53-kWh-Batterie mit bis zu 530 km Reichweite (CLTC)
- 64-kWh-Batterie mit bis zu 630 km Reichweite (CLTC)
Die genannten Werte basieren auf dem chinesischen CLTC-Zyklus. Nach WLTP dürften die Reichweiten zwar niedriger ausfallen, sich jedoch weiterhin auf einem konkurrenzfähigen Niveau innerhalb der europäischen Mittelklasse bewegen.
Neue Blade Battery rückt in den Mittelpunkt
Die eigentliche Innovation des Qin Max EV steckt unter dem Fahrzeugboden. BYD nutzt die Premiere, um die nächste Generation seiner Blade Battery in den Mittelpunkt zu stellen.

Nach Herstellerangaben genügen fünf Minuten, um den Ladezustand von 10 auf 70 Prozent zu erhöhen. Bereits nach neun Minuten sollen sogar 97 Prozent Batteriekapazität erreicht werden. Damit verspricht BYD Ladezeiten, die bisher eher mit einem klassischen Tankstopp als mit einem Elektroauto vergleichbar sind.
Ob diese Werte auch im Alltag und an öffentlichen Schnellladesäulen erreicht werden können, müssen unabhängige Tests nach der Markteinführung zeigen.
Digitales Cockpit mit God’s Eye B
Auch im Innenraum setzt BYD auf moderne Technik und ein hochwertiges digitales Bedienkonzept.

Zur Ausstattung gehören unter anderem:
- großer drehbarer Touchscreen
- digitales Kombiinstrument
- neues Zweispeichen-Lenkrad
- kabelloses Smartphone-Laden
- hochwertige Materialien im Innenraum
- Fahrerassistenzsystem God’s Eye B
Das Assistenzsystem kombiniert Kameras, Sensoren und zahlreiche elektronische Helfer für teilautomatisiertes Fahren und zählt inzwischen zu den wichtigsten Technologien der Marke.
BYD erhöht den Druck auf Tesla
Mit dem Qin Max EV baut BYD seine Modellpalette konsequent weiter aus. Während der Wettbewerb im Elektroauto-Markt immer intensiver wird, setzt der Hersteller verstärkt auf technische Innovationen statt ausschließlich auf größere Batterien.

Vor allem die angekündigten Ladezeiten könnten für Aufmerksamkeit sorgen. Gerade auf dem deutschen Markt zählt schnelles Laden zu den wichtigsten Kaufargumenten vieler Elektroauto-Interessenten. Sollte BYD seine Versprechen einlösen, könnte der Qin Max EV den Wettbewerbsdruck auf Tesla sowie europäische Hersteller deutlich erhöhen.
Kommt der Qin Max EV nach Deutschland?
Eine offizielle Markteinführung in Deutschland oder Europa hat BYD bislang nicht bestätigt. Dennoch gilt ein späterer Europa-Start als realistische Option, da der Hersteller sein Modellangebot auf dem europäischen Markt kontinuierlich erweitert.
Vor einem möglichen Verkaufsstart wären jedoch Anpassungen an europäische Sicherheitsvorschriften, Softwareanforderungen und den WLTP-Zyklus notwendig. Auch Preise und Ausstattungsvarianten dürften sich von der chinesischen Version unterscheiden.
Warum das Modell für deutsche Käufer interessant ist
Der Qin Max EV zeigt vor allem, wohin sich die nächste Generation moderner Elektrofahrzeuge entwickelt. Während viele aktuelle Modelle für einen Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent noch zwischen 18 und 30 Minuten benötigen, verspricht BYD nahezu vollwertige Ladezeiten in wenigen Minuten.
Sollte diese Technologie auch unter europäischen Bedingungen funktionieren, könnte sie den Wettbewerb im Mittelklasse-Segment nachhaltig verändern und andere Hersteller dazu zwingen, ihre Schnellladetechnik deutlich schneller weiterzuentwickeln.
Fazit
Mit dem Qin Max EV präsentiert BYD eine neue Flaggschiff-Limousine, die nicht nur durch ihre Größe und Reichweite überzeugen soll, sondern vor allem mit einer neuen Generation der Blade Battery. Bis zu 321 PS Leistung, bis zu 630 Kilometer CLTC-Reichweite und die angekündigten Rekord-Ladezeiten machen das Modell bereits vor seiner Premiere zu einem der spannendsten Elektroautos des Jahres.
Ob der Qin Max EV tatsächlich hält, was BYD verspricht, werden erste unabhängige Praxistests nach der offiziellen Vorstellung im September zeigen. Sollte das Modell später auch nach Europa kommen, dürfte es zu einem ernsthaften Konkurrenten für Tesla Model 3, Volkswagen ID.7 und weitere Elektro-Limousinen werden.


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